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Eine Altbauwohnung mieten geht ins Geld: Die Preise bei neuen Vertragsabschlüssen sind laut Arbeiterkammer in den letzten Jahren stark gestiegen. Nun werden die Richtwertmieten erhöht.
Wien/Salzburg - Ständig steigende Mietpreise werden für viele Menschen in Österreich zum Problem: Am Sonntag wurden die sogenannten Richtwertmieten um rund fünf Prozent angehoben. 300.000 Wohnungen sind betroffen, 220.000 davon in Wien. Hier erhöht sich der Richtwert von 4,91 auf 5,16 Euro pro Quadratmeter. "Konkret kostet eine 80-Quadratmeter-Wohnung künftig 360 Euro mehr im Jahr", rechnet die Arbeiterkammer (AK) vor.
Ab Mai muss also mehr bezahlt werden. Allerdings nur, wenn der Vermieter das zwei Wochen vorher schriftlich ankündigt. Zuletzt waren die durchschnittlichen Mieten in der Hauptstadt in den ersten drei Jahresmonaten um 1,8 Prozent gestiegen.
Zuschlags-Transparenz
In den Jahren 2000 bis 2010 sind die Mietpreise in Österreich nach einer Analyse der AK um 34,5 Prozent gestiegen (von 4,59 auf 6,17 Euro pro Quadratmeter). Die Löhne seien im gleichen Zeitraum aber nur um 22 Prozent gewachsen, die Inflation habe 21 Prozent betragen. Vor allem im privaten Altbau hätten sich die Mieten "extrem verteuert", insbesondere bei Neuabschlüssen, hielt die AK fest.
Der Wiener Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SP) kritisierte in einer Aussendung die Fülle an Zuschlägen, die von Wohnungsbesitzern oft auf den gesetzlichen Richtwert aufgeschlagen würden. Die derzeitigen Mietpreissprünge stünden "in keinem Verhältnis". Ludwigs Forderung: Transparenz bei Zuschlägen und die Einführung von Obergrenzen. Über den Wiener Mietrechner (Link siehe unten) kann jeder Mieter seinen Mietzins kostenlos überprüfen lassen.
Hohe Richtwerte im Westen
Die Richtwertmieten gelten für Mietverträge in Altbauten, die nach dem 1. März 1994 abgeschlossen wurden. Sie sind je nach Bundesland verschieden und werden alle zwei Jahre vom Justizministerium festgelegt. In Salzburg und Vorarlberg sind sie traditionell hoch: Seit 1. April laut AK bei 7,12 Euro beziehungsweise 7,92 Euro je Quadratmeter.
Das sei schon bei Einführung der Richtwerte so gewesen, sagt Nadja Shah, Geschäftsführerin der Mietervereinigung. In Vorarlberg, aber auch in den Städten Salzburg und Innsbruck stehe eine große Nachfrage nach Wohnraum einem Mangel an freiem Boden gegenüber. Mit Neubauten komme man gar nicht nach, meint Shah. Die Tatsache, dass immer mehr Menschen allein wohnen wollen, sowie Zuzüge aus Nachbarstaaten verschärften die Situation zusätzlich.
"Altbau teuer wie Neubau"
Aus dem Büro des zuständigen Salzburger Stadtrats Martin Panosch (SP) heißt es, man werde über etwaige Maßnahmen entscheiden, wenn man einen Überblick habe, den man sich erst verschaffen müsse. Für Ulrike Saghi (Bürgerliste), Vorsitzende des Sozial- und Wohnungsausschusses im Salzburger Gemeinderat, ist schon jetzt klar: "Damit wird Altbau so teuer wie Neubau - wie soll ich das bitte jemandem erklären?" Sie kritisiert, dass Familien mit Durchschnittseinkommen in Salzburg keine Chance hätten, sich eine Eigentumswohnung zu leisten und daher vom Mietangebot abhängig seien.
Was im Land Salzburg hinzu kommt: Seit 2010 dürfen private Bauträger zwar geförderte Mietwohnungen bauen. Doch statt der dadurch erwarteten 200 Wohnungen entstand bisher keine einzige. (Julia Herrnböck, Gudrun Springer, DER STANDARD, 3.4.2012)
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4,91 auf 5,16 Euro pro qm, das soll bei 80 qm 360 Euro mehr im Jahr ausmachen? Die AK sollte erstmal rechnen lernen.
Die Gemeinde Wien möchte offensichtlich dass der Altbau zu Rattenburgen verkommt, und das tut er mit Richtwertmieten ganz bestimmt.
Für Projektentwickler ist es dann luktrativer solche Bauten abzureisen und Betonburgen hinzustellen, für die die Gemeinde Wien dann kräftig abkassiert (Grunderwerbsteuer etc.) und sich somit selbst auch noch einen Teil des geförderten Wohnbaus erspart.
Ob man nun ein Schwarzes Schaf, Rot bis in den Tod oder Grün ist: Wer denkt, dem werden die Augen aufgehen.
Von mir aus. Aber dann will auch auch die Transparenz, wie die Herren überhaupt auf einen Richtwert in der Höhe von 5,16 EUR/m² kommen. Und das ist der zweitniedrigste in Österreich, wohlgemerkt. Konnte mir bisher noch keiner schlüssig erklären, wie diese Richtwerte damals zustande kamen.
und das können sich die Mieter dieser Wohnungen nicht leisten? dann sollen sie halt in einen Neubau übersiedeln oder sich eine Eigentumswohnung kaufen, dann werden sie sehen, was es heisst ein Haus zu erhalten.
100m² x 5,16€ = 516€.
Wenn man so eine Wohnung im 4., 6., 7., 8. oder 9. Bezirk findet, kann man sich alle 10 Finger abschlecken. In einem Haus, das nach 1945 errichtet wurde und für das die Richtwerte nicht gelten, zahlt man mal easy das DOPPELTE Miete. Ohne Betriebskosten wohlgemerkt.
Für eine Wohnungsbesitzer rentiert sich das schön renovieren einer Altbauwohnung überhaupt nicht, da die Kosten dafür gar nicht reinkommen. Die Altbau-Mieten sind in Wien auch nach der Erhöhung der Richtwertmieten immer noch vergleichsweise günstig. Auch wenn es die "Eigentum ist Diebstahl"-Fraktion hier im Forum nicht so sieht.
ganz stimmt ihre rechnung nicht: es kommen noch die lagezuschläge dazu (rechnen sie da mal locker 35-50% drauf, dann sind sie bei 6,25 bzw ca 7,60 je qm) ok, ist immer noch günstig.
und dann vergessen sie bitte nicht, daß viele vermieter von altbauwohnungen die richtwerte einfach ignorieren (ein blick in die immobilienanzeigen reicht) und marktübliche preise (also mindestens 10-11 euro je qm) verlangen und auch erhalten...
alles noch ohne betriebskosten (da regt sich keiner auf, obwohl die gemeine wien da ordentlich raufgeschnalzt hat) und ohne umsatzssteuer (es wird also auch die mizzi sich sehr freuen: höherer grundpreis = mehr steuer)...
Danke! Das mit dem Lagezuschlag war mir nicht bewusst.
Das mit dem Ignorieren der Richtwerte ist halt keine sonderlich gute Idee, also zumindest wenn man von vorneweg davon ausgeht. Da reicht ein "Studentenquerulant" ;-) , der zur ÖH oder zum Mieterschutz rennt und schon wird der Mietzins gesenkt. Bei einem Hauptmietvertrag schaut man durch die Finger, bis die Wohnung wieder frei wird und man evt. einen Blöden als Nachfolger findet, der wieder mehr zahlt.
die BK und die 10% Mwst war ihnen auch nicht klar?? und lagezuschläge und aufschläge für lift, ruhelage, parkett, telefon/wama-anschluss etc auch nicht? Sonderbar. man sollte schon ein bissl mehr wissen wenn man so groß postet. wäre ja schon sehr eigenartig wenn man nur qm x 5,16€ zahlen würde, würde ja wohl kaum jemals mit der angegebenen miete in einem wohnungsinserat zusammenpassen und kein mensch würde sich mehr über teures wohnen beschweren....
Tut mir leid, dass ich mich nicht 100%ig perfekt in der Materie auskenne, denn ich bin nur unbezahlter Poster und nicht der bezahlte Autor des Artikels oben, aus dem das alles leider überhaupt nicht herausgeht.
Machens nicht mir den Vorwurf bitt'schön, sondern den Autoren.
.... führt komplett in die irre und sollte schleunigst vom netz genommen werden! im aktuellen fall geht er von einem lagezuschlag für 1090 von € 0,99 aus, lt aktuellem gutachten sind es aber € 2,15 und dies bereits für eine anmietung aus 2009. so werden mieter unter komplett falschen annahmen und prognosen (seitens der mvö) in jahrelange verfahren gedrängt, die dann zu ihren lasten ausgehen. wohnen ist ein grundbedürfnis und wird seit jahren immer noch unleistbarer, doch die saturierten polit-bonzen sehen tatenlos zu.
Na kein Wunder, je älter ein Gebäude desto öfters muss es saniert werden. Vor allem wenn der Gesetgeber meint alls 5 Jahre neue Standards in Sachen Elektronik, Dämmung, etc. setzen zu müssen.
Die Mieter sollten zufrieden sein an den Verbraucherpreisindex gebunden zu sein und nicht an den Indes für Baustoffkosten (was ja den Vermieter eher interessiert).
Ist ja immer interessant mit welchen begründungen Mieten angehoben werden.
Die größte Frechheit an Gründen zur Anhebung der Miete: Die Hausmeisterin geht in zwei Jahren in die Pension deswegen müssen Rücklagen gebildet werden, so ein blödsin die Rücklagen hätten schon vom ersten Tag der Einstellung weg gebildet werden müssen.
So eine Überaschung aber auch, dass nach 30 Jahren die Dämmung, das Dach und die Fenster erneuert werden müssen, das hat man damals bei der Errichtung noch nicht gewusst. Die Elektrik entsprach vermutlich schon bei der Errichtung nicht den gesetzlichen Bestimmungen.
Jedenfalls ist es unmöglich ein haus mt 5eur/m2 instandzuhalten. Diese mietpreise sind lächerlich und verhindern entsprechende ausbauten. Wird mehr verlangt holen sich das die meter nach jahren wieder über die schlichtungsstelle retour. Wer zu diesen preisen noch vermietet
Ist zu bedauern . Und bei 7 eur lohnt nicht einmal das abreissen und neu baun. Das ganze mrg ist eine traurige sackgasse...
4,91 x 1,051 = 5,16
6 x 1,051 = 6,306
auf 100m2 beträgt die Differenz absolut: 114 (netto), 125 (brutto) euro.
Daher: innerhalb der ersten 3 Jahre überprüfen lassen. Wenn befristet, auch nicht lange zuwarten!
Danach ist NUR NOCH die Indexanpassung "stoppbar".
Wie kompliziert das Thema Mietzins ist, zeigt auch oa, absolut erstaunlicher Artikel, in dem mit KEINEM einzigen Wort darüber berichtet wird -obwohl mE Beträge in Millionenhöhe daraus ableitbar wären.
Ein absolutes Versäumnis der Bildungspolitik. Selbst wer sehr viel Mathematik hatte (bis hin zu den Imagin. Zahlen), wurde nie mit Mietzinsrechnungen konfrontiert.
Fazit:
Weit über 90% der Bevölkerung bleiben hilflos in der Durchschnittsfalle gefangen.
In vielen von den Genossenschaftsmietern selbst gebauten Häusern setzt er die Miete auf bis das 4-fache hinauf.
Was heißt, daß viele ausziehen müssen weil sie sich das nicht mehr leisten können, obwohl sie es selbst gebaut und renoviert haben.
Seine Worte: "In Wien ziehen viele Leute aus."
Ist ihm sche**egal, was mit den Leuten geschieht.
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