Deutlich mehr Fälle vor Kommission für wissenschaftliche Integrität

2. April 2012, 14:49
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19 Verdachtsfälle mehr als 2010

Wien - Im Jahr 2011 wurden insgesamt 30 Verdachtsfälle für wissenschaftliches Fehlverhalten an die Kommission für wissenschaftliche Integrität herangetragen, das sind um 19 mehr als 2010, wie es im am Montag präsentierten Jahresbericht heißt. Den starken Anstieg an Anfragen führt die im Juni 2009 gegründete Kommission auf ihren gestiegenen Bekanntheitsgrad und größeres Interesse der Öffentlichkeit für mögliche Plagiatsfälle zurück. Zu elf Fällen konnte die Kommission abschließende Stellungnahmen abgeben, fünf Fälle sind noch offen.

"Der starke Anstieg der Anfragen liegt daran, dass die Agentur mittlerweile gut etabliert und bekannt ist. Außerdem hat das Bekanntwerden möglicher Plagiatsfälle prominenter Politiker das Interesse der Öffentlichkeit in Bezug auf wissenschaftliches Fehlverhalten geweckt", so der Kommissionsvorsitzende Peter Weingart laut einer Aussendung. Nicht jede Anfrage werde zu einem Fall, da man für studienrechtliche oder andere rechtlichen Fragen nicht zuständig sei. Das Gremium beendet seine Verfahren mit einer Stellungnahme in Form einer Empfehlung an die jeweilige Institution, hat aber keine rechtliche Handhabe.

Mittlerweile sind 31 Mitgliedsinstitutionen an der Kommission beteiligt. Mit dabei sind alle österreichischen Universitäten, sowie weitere wichtige Forschungseinrichtungen und Förderorganisationen. Insgesamt wurden bisher 15 Fälle aus allen wissenschaftlichen Disziplinen behandelt. In sechs Fällen ging es um Plagiatsvorwürfe, in fünf um die Ausbeutung fremder Forschungsansätze, in jeweils zwei weiteren um Datenfälschungen und um Konflikte um die Autorschaft.

Gremium aus fünf ausländischen Experten

Das aus fünf ausländischen Experten zusammengesetzte Gremium wurde 2009 als unabhängiges Organ des Vereins Österreichische Agentur für wissenschaftliche Integrität (OeAWI) eingesetzt, um unabhängig Vorwürfe wissenschaftlichen Fehlverhaltens in Österreich zu untersuchen und zu bewerten. Die OeAWI wiederum war unter dem Eindruck von Plagiatsfällen und mehreren Verdachtsfällen wissenschaftlichen Fehlverhaltens 2008 von österreichischen Universitäten und Forschungseinrichtungen gegründet worden. Derzeit erhebt die OeAWI im Auftrag des Wissenschaftsministeriums eine österreichweite Statistik über Plagiatsfälle. (APA, 2.4.2012)

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