Tschechien: Hacker veröffentlichten Daten der Partei ODS

2. April 2012, 12:20

Unter den 10.000 Betroffenen befindet sich auch Premier Petr Necas

Hacker der Bewegungen "Anonymous" und "TrollSec" haben erneut vertrauliche Daten von Mitgliedern der tschechischen konservativen Demokratischen Bürgerpartei (ODS) von Premier Petr Necas im Internet veröffentlicht. Von rund 10.000 Personen, einschließlich Necas, wurden Handy-Nummern, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten sowie Login-Daten für die Webseiten der ODS bekannt gegeben.

Gegen die Ignoranz der Politiker

Die Täter begründeten ihr Vorgehen damit, dass sich Politiker "nicht für die Anliegen der Bürger interessieren" würden. Die Aktion sei als Protest gegen die Ignoranz der Politiker gegenüber den Interessen der Bürger gedacht. Die Internet-Attacke war bereits die zweite innerhalb weniger Wochen: Bereits im Februar hatte Anonymous eine Liste mit den Namen von fast 30.000 ODS-Mitgliedern an die Medien versandt, die deren Positionen innerhalb der Partei, Wohn- und E-Mail-Adresse enthielt. Den Daten lag eine Aufforderung an die Politiker bei, den ACTA-Vertrag abzulehnen. Den neuerlichen Angriff rechtfertigten die Hacker damit, dass ihnen die ODS keine andere Wahl gelassen hätte.

Rechtliche Schritte

Die ODS kündigte unterdessen rechtliche Schritte gegen die Täter an: "Die Veröffentlichung der persönlichen Daten der ODS-Mitglieder betrachten wir als einen völlig unannehmbaren Akt, mit dem die Bewegung Anonymous klar gezeigt hat, auf welcher Seite des Gesetzes sie steht. Wir werden alle rechtlich möglichen Schritte gegen diese illegale Attacke unternehmen", erklärte ODS-Sprecher Tomas Bartovsky. (APA, 02.04.2012)

Share if you care
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.