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Für einen Tiroler Landeshauptmann gibt es etliche historische Vorbilder - das mächtigste ist Kaiser Maximilian II. (1459 bis 1519). Er residierte am längsten und am liebsten in Innsbruck, die Bauten aus dieser Zeit geben der Stadt heute noch ein besonderes Flair.
Maximilians liebstes Freizeitvergnügen war die Jagd. Vor allem die auf Gämsen. Sie wurden damals noch nicht geschossen, sondern mit dem Gämsspieß aus der Wand geholt. Der Kaiser war darin, wird überliefert, besonders geschickt und mutig. Die Errettung des 31-jährigen Monarchen aus der Martinswand im Jahre 1490 geriet zur Legende.
Ob bewusst oder ob eines unbewussten inneren Drangs zu Höherem: Maximilians republikanischer Nachfahr als Herrscher über Tirol, Landeshauptmann Günther Platter, machte im Vorjahr die Jagdprüfung. Denn Jagd adelt, heißt es.
Weniger gefährlich ist es halt heutzutage. Kraxeln muss der ehemalige Gendarm nicht viel. Jetzt wurde ihm die Gämsenjagd vergällt. Von Platters Vergnügen wird dereinst keine Legende künden, sondern die politische Wunde seiner angeschlagenen Reputation.
Diese aristokratische Versuchung mag auch hinter den Geschäftsideen des Wildschwein-Grafen Alfons Mensdorf-Pouilly stecken. Für den ehemaligen Industrie-Generalsekretär Markus Beyrer war es normal, mit seinem Chef Veit Sorger auf die Jagd zu gehen. Aber mit einem Adeligen, von einem schottischen Schloss aus, da wurde man erst so richtig zum Mann. Zu einem, der was gilt.
Wäre Hans Dichand, der Zeitungszar, ein Jäger gewesen - wetten, dass auch Werner Faymann die Jagdprüfung gemacht hätte? - Um seinem publizistischen Gebieter zur Reduzierung des sogenannten Niederwilds in die Auwälder zu folgen. Friedrich Flick, der seine Promigäste zwecks Entenjagd in die burgenländischen Leitha-Auen bat, hat sich, wird erzählt, zuletzt auf Traktoranhängern stehend anbinden lassen, weil ihn seine Beine nicht mehr trugen.
Ein Jäger war auch der legendäre steirische Landeshauptmann Josef Krainer senior, den im Herbst 1971 bei angelegtem Gewehr der Herztod ereilte. Krainer, ein persönlich äußerst bescheidener Politiker, hat sich nie zu "Jagdausflügen" einladen lassen, obwohl die Steiermark reich an herrschaftlichen Jagden mit klingenden Besitzernamen war und ist - Liechtenstein, Schwarzenberg, Mayr-Melnhof, Herberstein.
Sein Sohn "Joschi" Krainer, ebenfalls lange Jahre Landeshauptmann, erlag dem Jagdfieber der österreichischen Nomenklatur nicht. Aber sein Faible für den Adel war dominant. Er machte eine Adelige zur Landtags-Vizepräsidentin, verschaffte Aristokraten Landtags- und Bundesratsmandate und protegierte die umtriebige Andrea Her berstein. Die üppigen Subventionen aus der Zeit nach Krainer verbrauchte die Hobby- Jägerin auf ihre Art.
So wie die Aufnahme in den Neo-Adel der Promi-Jäger ist auch die Verleihung des Ehrenbandes des katholischen Cartellverbandes (CV) eine besondere Auszeichnung. Manche Mächtige sind beides - Oberjäger und CVer wie der Banker Christian Konrad und Ex-ÖVP-Chef Josef Pröll. (Gerfried Sperl, DER STANDARD, 1.4.2012)
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Soooo wird man als Jäger auch berühmt:
Hirsch verprügelt Jäger
http://www.youtube.com/watch?v=7F_md4Hp-Oc
und gründlich auch noch
:-)
Ich glaub schon - und ich bin tatsächlich sehr weit davon entfernt Jäger gut zu finden - dass es wirklich auch ein paar gibt, die ihre Jagd aus Liebe für Wald und Tiere betrieben, die sich also tatsächlich als Hüter des Waldes oder eben Förster verstehen.
Die aufgeblasenen Inzucht-Adeligen die sich kraft Geldadels und ÖVP auch noch 100 Jahre nach dem Eingehen des k&k Kerkers für was Besseres halten aber definitiv nicht.
Dann wär doch jeder bewaffnete Bankräuber auch adelig.
Macht es adelig, wenn man einen Jagdschein hat? Dann wär jeder Berufsjäger, der bei den Jagdpächtern arbeitet und die Drecksarbeit für sie macht, auch adelig.
Oder macht es "adelig", wenn man in einer Funktion ist, die einem erlaubt zu sagen: Läßt du mich ein Gämslein schießen, besorg ich dir eine Baugenehmigung/einen interessanten Geschäftskontakt/eine Fluggenehmigung.....
Es mag Jäger geben die CVer sind.
Es gibt sicher aber auch Jäger, die dem ÖAMTC oder dem ARBÖ angehören oder die beim BSA oder den FREIMAURERN sind.
Warum wird hier aber gerade der CV ins Spiel gebracht? Ganz seltsame Gedankengänge!
SeilschaftsCVer.
Und die Korrelation zw. Seilschaftsjägern und SeilschaftsCVern dürfte nicht unerheblich sein.
Sie ist deshalb an die Öffentlichkeit zu befördern, weil sie die Gefahr systemischer Korruption trägt.
IV Seilschaften scheinen eher mit Grosswildjagd-Seilschaften zu korrelieren.
ARBÖ Seilschaften gehen vielleicht fischen?
......
und die jagen nach dem Wilde mit der Büchse
und nach unserem Geld mit neuen Finanzgesetzen.
1742 Erste Loge in Wien
2009 In Österreich arbeiten unter der Obödienz der Großloge von Österreich 70 Logen (davon 24 in den Bundesländern), 4 Deputationslogen und die Forschungsloge Quattuor Coronati.
http://www.freimaurermuseum.at/allgemein... rerei.html
Ich finde es immer wieder überraschend, wie schnell etwas als "krank" bezeichnet wird, nur weil man es nicht versteht oder mag, bzw. manchmal auch wenn es etwas abseits der Norm ist.
Jagen zu einem anderen Zweck als zur reinen Ernährung, tun die Menschen auf der ganzen Welt. In sehr vielen Kulturen gibt es eine Trophäenjagd oder rituelle Jagd (z.B. zum Erwachsen werden), das ist nichts krankes oder "abnormes". Das muss man selbst nicht mögen, aber so zu tun, als ob das etwas Ungeheuerliches und Unerklärliches wäre, ist schwach.
und schrecklich und hat mit Kultur nichts zu tun.
Ich vermute sogar, viele von diesen wuerden sich auch gerne die Ohren von Menschen, die sie fuer niedrig halten, holen. Traun sich nur nicht. Also holen sie sich rituell ihr "Geld".
Ich jage nicht und hätte bisher auch gar nicht die Möglichkeit dazu gehabt, da mir als ehemaligen Zivildiener das Tragen einer Waffe verboten war. Trotzdem verstehe ich andere Lebensentwürfe und Ansichten und spreche nicht von "krank" und "ungehgeuerlich" - das nennt man Empathie.
Empathie ist, wenn einem ein Tier, das getötet wird, leid tut.
Wer sagt, dass man für alle "Lebensentwürfe" Verständnis haben muss? Sie stehen den Jägern nur deshalb so "tolerant" gegenüber, weil Sie scheinbar mit dem Jagen kein Problem haben. Mit echter Toleranz hat das nichts zu tun, denn im Prinzip teilen Sie ja den Standpunkt der Jäger.
Sie haben das Jagen damit gerechtfertigt, dass man es überall auf der Welt macht. Danach entscheidet man also, ob etwas moralisch falsch ist? Diese Argumentation kommt Ihnen schlüssig vor?
aber manche Dinge gehören härter angefasst, IMO.
Dazu gehört nicht "Jägerei", sondern gesellschaftliche, rituelle "Sonntagsjägerei".
Natur einsaugen geht auch ohne Spradern. Zur Gaudi schiessen ist krank. Und mit Trophäen protzen ist nahe zur Psychiatriepflicht, IMO.
Wenns nach mir ginge, würde ich mir Land kaufen und jede und jeden, die oder der da mit einer Schusswaffe rumläuft selbst über den Haufen schießen. Mit Pfeil und Bogen wohlgemerkt. Begründung: ich habe mich durch die Waffe und deren Träger bedroht gefühlt. Währe nicht mal unlogisch, immerhin hat es bei uns schon mal Schrot gehagelt. Der Fasan wurde nicht getroffen, dafür ballistisch unsere Autos.
Leider darf man scheinbar in Österreich diesen hirnlosen Naturrowdies das sinnlose Töten von Tieren auf seinem eigenen Grund und Boden nicht verbieten. Was die größte aller möglichen Frechheiten darstellt, wenn das wirklich wahr ist. Bin noch auf der Suche nach dem entsprechenden Gesetzestext. Hat da wer einen Link für mich?
Das Jagdrecht ist in Österreich in Landesgesetzen geregelt, grundsätzlich ist es aber überall so, dass das Jagdrecht mit dem Eigentumsrecht am Grund und Boden zusammenhängt.
Ist das Grundstück groß genug für eine sogenannte Eigenjagd, dann ist der Grundeigentümer auch Jagdberechtigter. Er kann (wenn er Jäger ist) dieses Recht selbst ausüben oder es an einen anderen verpachten.
Kleinere Grundstücke werden zusammengefasst und durch Jagdgenossenschaften verwaltet: Das sind keine Jagdvereine, sondern Körperschaften öffgentlichen Rechts mit Pflichtmitgliedschaft. Jeder Grundeigentümer ist dort Mitglied und entscheidet mit, an wen die Jagd verpachtet wird (der Erlös wird idR gleichmäßig verteilt).
Richtig, so weit war ich auch schon. Das entscheidende ist das Wort "muss". Die Jagd muss verpachtet werden so weit ich das gelesen habe. Keinen Jäger auf seinem Grund und Boden dulden zu wollen ist dem Grundeigentümer versagt, wenn er a) weniger als irgendwas zwischen 110 und 300 ha Land besitzt (je nach Gegend) und/oder b) keine Jagderlaubnis hat. Bitte wer hat so viel Land? Meyr-Melnhof, Bundesforste, rk. Kirche, ... und sonst? Und was, wenn ich ehem. Zivildiener bin und gar keine Feuerwaffe führen darf und will? Dann hab ich nicht die Wahl. Ich muss das Geballer auf meinem Grund haben dulden!
An die Rotstichler: es ist also OK wenn es dort Schrot hagelt, wo fünf Kinder zwischen 0 und 12 sowie einiges an Haustiere wohnen? Toll!
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