Die eingebildete Behindertensportlerin

1. April 2012, 17:43

Ein besonderer Fall von "Visualisierung": Die erfolgreiche Behindertensportlerin Monique van der Vorst bildete sich ihre Behinderung fast 13 Jahre lang ein

Gouda - Gegen Monique van der Vorst ist der Steirer Christian Stangl, der sich die Besteigung eines Achttausenders nur eingebildet (visualisiert) hatte, ein Waisenknabe. Van der Vorsts Geschichte beginnt 1998. Nach einer Knöcheloperation fühlt sich das Mädchen aus Gouda auf den Rollstuhl angewiesen. Ihr linkes Bein sei paralysiert, ihr rechtes Knie nicht vollständig bewegungsfähig. Sie beginnt in der Rehabilitation mit dem Handbike zu fahren, 2001 wird Van der Vorst Europameisterin, es folgen weitere Titel, auch bei Weltmeisterschaften.

2008 erleidet sie bei einem Autounfall ein Schleudertrauma, gewinnt aber wenig später bei den Paralympics in Peking zwei Silbermedaillen. Im Jahr darauf ereilt Van der Vorst bei einem Trainingsunfall neuerlich ein Schleudertrauma, sie antwortet aber mit dem Triumph als Para-Triathletin beim Ironman auf Hawaii. In ihrer Heimat ist Van den Vorst ein Superstar, sie wird Behindertensportlerin des Jahres.

Nach der Ehrung wird sie dabei beobachtet, wie sie ihren Rollstuhl selbst auf beiden Beinen stehend im Auto verstaut. Dem Gemunkel über ihren tatsächlichen Zustand tritt sie im November 2010 mit der Meldung von ihrer Wunderheilung entgegen. Sie sei im Training auf Mallorca mit einem Radfahrer kollidiert und habe plötzlich ihre Beine bewegen können.

Die Ärzte stehen vor einem Rätsel, Van der Vorst posiert neben ihrem Rollstuhl und unterschreibt beim Radteam Rabobank einen Profivertrag. Die Karriere als nichtbehinderte Sportlerin dürfte vorbei sein, ehe sie so richtig begonnen hat. Van der Vorst, mittlerweile 27 Jahre alt, hat unter dem Druck mehrerer Zeugenaussagen eingestanden, nie wirklich behindert gewesen zu sein. Gelogen will die Studentin aber auch nicht haben, "ich habe mich nur nicht gut ausgedrückt". Ihre Probleme seien nicht am Rückenmark, sondern am Kopf gelegen. "Es war mir nicht bewusst, dass ich auch vor meiner Heilung oft auf meinen Beinen stand." (sid/lü, DER STANDARD, 2.4.2012)

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geschwindelt, aber nicht betrogen.

Ist doch wurscht, sie hatte dadurch ja keinen Vorteil bei den Rollstuhl-Wettkämpfen.

haha

sie scheinen nicht die geringste ahnung von sport bzw. training zu haben.

Wenn Sie im betroffenen Zeitraum tatsächlich nicht selbst gegangen ist, sondern immer den Rollstuhl benutzt hat, dann hat sie tatsächlich keinen Vorteil gehabt. Sollte sie jedoch ihre Beine benutzt haben, um effektivere Trainingsmethoden für ihre Arme zu haben, die ein Behinderter nicht hätte nutzen können, dann ist es klarerweise Betrug. Wird man aber wohl nie feststellen können...

der betrug ist eine seite, aber die andere ist natürlich das ärztliche versagen. denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die invalidität nie geprüft wurde.

Na ja

Das ist sie doch jetzt im "sauberen" Radsport genau an der richtigen Stelle.

was Pistorius erlaubt ist,

sollte umgekehrt jedem Nichtbehinderten erlaubt sein, sofern er die medizinischen Tests für einen Start in der jeweiligen Disziplin übersteht

der Vorteil eines Nichtbehinderten gegenüber Behinderten dürfte wohl hauptsächlich dann gegegeben sein, wenn er die Trainingsmöglichkeiten eines Nichtbehinderten nützt und das dürfte bei ihr nicht der Fall gewesen sein

I used to be a wheelchair cyclist like you

but then I took an arrow in the knee ...

Skyrim :-D

Der Fairness halber müsste sie eine Operation bei sich selbst in Auftrag geben, sodass sie den Rollstuhl auch wirklich braucht.

Aber - ich glaube - das, würde den Rahmen menschlicher Existenzgebarung sprengen.

die braucht jetzt die mentaltrainerin von vettel - mindestens!

unglaublich
Behinderung vortäuschen um zu manipulieren
Pfui!

Wenn es sich um eine bewusste Täuschung handelte, so ist dies in der Tat abzulehnen.

Allerdings kann es vorkommen, wenn man von körperlichen beschwerden überzeugt ist, dass sich auch die entsprechenden Symptome am Körper bemerkbar machen. Das ist kann auch ein psychisches Problem sein.
Schon Sigmund Freud hat das Phänoment beschrieben, dass eine seiner Patientinnen augenblicklich Brandblasen am Unterarm bekam, als dieser mit einem kalten, in Wasser getauchten Glasstab berührt wurde, während man die Patientin auf die Berührung mit einem glühenden Gegenstand und entsprechende Brandwunden und Schmerzen vorbereitet hatte.

Wenn sie ständig "normal" umheregegangen wäre oder trainiert hätte, wäre das vermutlich nicht lange verborgen geblieben.

wo kann man denn das nachlesen? das mit den brandwunden?

Tja der unsportliche spitzensport...

Und die, die 2., 3. oder sogar undankbare 4. geworden sind ...

Denen kann man nachher nicht mehr die entgangene Situation wiedergeben!

Damit wurden viele Existenzen von ehrlichen, vom Leben schon schwer belasteten Menschen wesentlich beeinflußt!
Und nicht!!!! zum Besseren. PFUI!

Wirklich "visualisiert"? Dann Führerschein weg u Behandlung wie eine echt Geisteskranke. Wer weiss was sie sonst noch anrichtet.
Betrogen? Volle Härte des Gesetzes UND Wiedergutmachungen mit XXXX Stunden Arbeit mit Behinderten. Und wehe sie muckt auf.

Und: ich komme aus dem Sport, dem Trainingswesen UND habe viel mit Behinderten gearbeitet. SIE HATTE WESENTLICHE VORTEILE gegenüber echten Querschnittsgelähmten.
Im Sport u im Leben.

Jeder Zweifler beschäftige sich bei jeder Gelegenheit mit Behinderten!

wenn ich ihre rufzeichen betrachte...

...und die vehemenz, mit der sie recht haben, und um die volle härte usw brüllen, kann es nur eine antwort leben: freispruch für alle.

So wie der Typ von Little Britain:

http://www.youtube.com/watch?v=e... re=related

ja ich weiß

;-)

Sie koenne sich auch eine Karrriere als Bergsteigerin 'durchaus vorstellen', heisst es.

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