Usbekistan dreht Tadschikistan Gashahn ab

1. April 2012, 13:25

Vertrag ausgelaufen - Gas wird jetzt nach China geliefert

Duschanbe - Die ressourcenreiche frühere Sowjetrepublik Usbekistan hat ihre Erdgaslieferungen an das verarmte Nachbarland Tadschikistan am Sonntag vollständig eingestellt. Das Gas fließe nun an das energiehungrige China, da der Vertrag mit Tadschikistan ausgelaufen sei, teilte Usbekistan mit. Die Führung in Duschanbe sprach dagegen von politischen Motiven. Das Nachbarland wolle mit aller Macht den geplanten Bau des Staudamms Rogun verhindern, von dem sich Tadschikistan mehr eigene Energie verspreche, hieße es. Die Führung in Taschkent ist strikt gegen das Projekt in Zentralasien. Sie fürchtet, Tadschikistan könne ihr dann das Wasser abdrehen.

Der Gasvertrag habe nur eine Laufzeit von drei Monaten besessen, teilte eine Regierungssprecherin in Usbekistan mit. Mit dem Gas müsse das Land nun seine Lieferverpflichtungen gegenüber China erfüllen. Rogun rund 110 Kilometer östlich von Duschanbe wäre mit 335 Metern der höchste Staudamm der Welt. Wegen der gigantischen Projekts hat die autoritäre tadschikische Führung bereits tausende Menschen zwangsumgesiedelt, obwohl die Finanzierung des schätzungsweise 2,3 Mrd. Euro teuren Damms nicht als gesichert gilt. (APA, 1.4.2012)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.