ZTE steigt zur Nummer vier bei Handys auf

31. März 2012, 12:26

Zehn Milliarden Euro Umsatz: Der chinesische Telekom-Ausrüster wächst und ist Weltmeister bei Patentanmeldungen.

ZTE konnte seinen Umsatz 2011 um annähernd ein Viertel auf 86,25 Milliarden Renminbi (10,25 Milliarden Euro) steigern. Der Gewinn ist aber um mehr als ein Drittel auf 2,06 Milliarden Renminbi (255 Millionen Euro) gefallen.

Besonders stark gewachsen ist das Geschäft mit Mobiltelefonen und anderen mobilen Endgeräten. Dabei meldet das chinesische Unternehmen einen Zuwachs von rund 53 Prozent auf knapp 27 Milliarden Renminbi (3,2 Milliarden Euro). Unter Berufung auf Marktbeobachter Gartner sieht sich ZTE bereits als viertgrößten Handy-Lieferanten der Welt.

5-Jahres-Plan hilft

Der Umsatz wurde auch durch den zwölften chinesischen Fünf-Jahres-Plan gefördert, wie ZTE nicht zu erwähnen vergisst. Aber im Ausland hat das Geschäft noch etwas stärker zugelegt. Somit ist der außerhalb Chinas erzielte Absatz bereits für fast 55 Prozent des Umsatzes verantwortlich.

ZTEs Bruttomarge ist bei Netzen mit 35,9 Prozent am höchsten, gefolgt von 26,6 Prozent bei Software und Services sowie vergleichsweise mageren 15 Prozent bei Endgeräten.

Patentkaiser

Besonders stolz ist ZTE auf die Flut an Patentanmeldungen aus dem eigenen Haus. Die chinesische Firma hat 2011 nicht weniger als 2.826 internationale Patente beantragt. Das sind 958 mehr als 2010 und mehr als doppelt so viel wie ganz Österreich verzeichnet hat.

Weltweit hat kein anderes Unternehmen um so viele internationale Patente eingereicht, wie ZTE. Damit ist der bisherige Spitzenreiter Panasonic aus Japan auf den zweiten Platz zurückgefallen. Auf Platz 3 liegt in dieser Wertung übrigens nicht mehr Qualcomm, sondern der ebenfalls chinesische Anbieter Huawei.

ZTE liefert Netzausrüstung und Endgeräte an Netzbetreiber aller Art in unterschiedlichsten Märkten. Prominentestes Beispiel in Österreich ist 3: Ende 2010 verkaufte 3 sein Netz an die China Development Bank. In der Folge erneuerte ZTE das 3-Netz und bereitete es auf LTE vor. (dajs, derStandard.at, 30. 03. 2012)

Share if you care
6 Postings
"Patentkaiser"

...keine Paranoia entwicklen - aber Wachrütteln sollten solche Meldungen die Europ. Politiker allemal.

Wo ist unsere europ. Vision - in welchen Bereichen der Wirtschaft wollen wir die Weltspitze anführen - bis zu mir hat sich solch eine europ. Vision leider noch nicht herumgesprochen????

Leider haben wir eine Politiker-Karste die so mit Machterhalt beschäftigt ist, dass sie ihren Untergang gar nicht mitbekommt.

Wo sind Siemens, Alcatel, Nokia, Ericsson, Schrack, Kapsch heute?
Wo sind Motorola, Nortel, Lucent ?

Dem Shareholder Value zum Opfer gefallen oder flasche Rahmenbedingung der Politik oder beides ?

sind

es wirklich die Politiker? (da gehört die Gewerkschaft wohl auch dazu...)

die Rahmenbedingungen wären dann derart, dass die Arbeiter (in Europa) zu Löhnen wie in China arbeiten...?!

ZTE wird wunderbar Nokia ersetzen ...

Wie meinen S' das? Oder ist das ein Quotenposting?

"Patentkaiser"

Genau. Die Chinesen sind nicht auf den Kopf gefallen: in ein Paar Jahren werden Chinesen nicht nur die Produktion, sondern auch die Entwicklung und die Technologie in der Hand haben.

Und wir werden uns darauf einstellen müssen, in unseren blitzsauberen und romantischen Gassen an chinesische Touristen selbstgebastelte Souvenirs verkaufen zu dürfen: denn mehr wird von unserer Industrie nicht mehr übrig bleiben.

Denn wenn wir es auch wollten, werden wir es eben auf Grund von Patentrechten nicht mehr können etwas aufzubauen, was an China herankommt.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.