Drei Schlüssel führen zum Satelliten-ORF

16. Juni 2003, 19:37
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Küniglberg einigt sich mit Premiere

Besitzer von d-Boxen können vorerst aufatmen: Montag gab der ORF eine Grundsatzeinigung mit Premiere offiziell bekannt, wonach man weiterhin beide mit diesem Decoder empfangen kann. DER STANDARD berichtete bereits über derlei Pläne.

Drei Wege sollen künftig zum kompletten ORF-Angebot über Satellit führen:

  • Wer schon ORF digital über d-Box und das bisher gebräuchliche Verschlüsselungssystem Betacrypt empfing, kann das getrost noch bis 2007 tun. Darauf einigten sich das Münchner Abofernsehen und die Wiener Anstalt nun.
  • Premiere setzt künftig auf das Verschlüsselungssystem Nagravision. Wer sich dafür entscheidet, muss nicht auf den ORF verzichten, obwohl der knapp zuvor eine dritte Variante wählte. Teil zwei des Abkommens München/Wien sieht vor, dass Premiere den ORF auch auf seiner neuen Plattform zugänglich macht.
  • Umgekehrt indes dürfte es das nicht spielen: Der ORF wählte wie berichtet für seine digitale Ausstrahlung Cryptoworks von Philips. Damit kommt man nicht nicht mehr wie bisher möglich an das Programmangebot für Premiere.
  • Hintergrund

    Premiere braucht als Pay-TV eine sicherere und umfangreichere Verschlüsselung als der ORF. Der ist zwar auch Pay-TV, hebt aber seine Rundfunkgebühren noch über Erlagschein oder Einziehungsauftrag ein. Die Verschlüsselung braucht er nur, um Programmverkäufern glaubhaft zu machen, dass er die Serien, Filme oder Spiele nur in Österreich und nicht europaweit frei zugänglich ausstrahlt. Sonst kosten die Rechte ein Vielfaches. d-Boxen verstehen Betacrypt und Nagra, nicht aber Cryptoworks, hieß es Montag auf dem Küniglberg.

    Das - über erhöhte Gebühren finanzierte - Projekt, einen Teil von ORF 2 über Satellit auszustrahlen, hat damit übrigens wenig zu tun. Das soll unverschlüsselt geschehen, aber voraussichtlich digital. Einen einfachen Decoder benötigt man also auch dafür. (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 17.6.2003

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