"Bei meiner Ehr'" bis zum "Heimvorteil"

16. Juni 2003, 19:20
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Förderungsverwaltung Agrarmarkt Austria und AMA Marketing werden zehn Jahre alt

Wien - Dass der kommende EU-Beitritt unter der heimischen Bauernschaft einen veritablen Schock auslösen würde, war für die österreichischen Agrarpolitiker zu Beginn der 90er-Jahre voraussehbar. Man entschied sich also dafür - damals unter dem heutigen EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler als Minister -, eine einzige Zahlstelle für sämtliche Agrarförderungen einzurichten und legte die Fonds für Milch-, Fleisch- und Getreidewirtschaft zusammen. Das Gesetz wurde 1992 beschlossen, am 1. Juli 1993 nahm die Agrarmarkt Austria schließlich den operativen Betrieb auf.

Die 100-Prozent-Tochter AMA Marketing kümmert sich seit damals um die Promotion heimischer Agrarprodukte im In- und Ausland - erster Werbeslogan war der bäuerliche Qualitätsschwur: "Bei meiner Ehr'", der nächste: "Heimvorteil". Hintergrund, so AMA-Marketingchef Stephan Mikinovic, seien erkannte latente Gefühle: "In jedem Österreicher steckt ein Bauer."

Vom Turnsaal ins WWW

In den ersten Jahren wurden die Anträge der Bauern noch in Turnsälen auf dem Land entgegengenommen (der heutige Minister Josef Pröll sammelte bei solchen Veranstaltungen erste Erfahrungen als Kammerfunktionär). Heute werden die Anträge eingescannt und digital weiterverarbeitet, die Tierhaltungsprämien können auch schon via Internet beantragt werden.

"Bis spätestens 2007", wenn also die noch zu beschließende EU-Agrarreform in Kraft ist, sollten alle Anträge, auch jene für Anbauflächenförderungen, über das Internet gestellt werden können, so AMA-Vorstandschef Georg Schöppl. Mit der Rinderdatenbank laufen in dem Bereich Förderungen sogar "antragslos".

Gesunkene Fehlerrate

Dank neuer Technologien sei es gelungen, die Fehlerrate bei den Anträgen massiv zu senken. Dies habe dazu geführt, dass Österreich - gemessen an der Summe der ausbezahlten Gelder (zwölf Mrd. Euro) - mit 96.000 Euro Rückforderungen europaweit am korrektesten liegt. (szem/DER STANDARD Print-Ausgabe, 17.6.2003)

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