Frankreich: Korruptionsermittlungen gegen Ex-Innenminister Pasqua

16. Juni 2003, 16:50
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Verdacht auf Veruntreuung und illegale Parteifinanzierung

Paris - Gegen den ehemaligen französischen Innenminister Charles Pasqua ist im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens gegen die von ihm gegründete Partei "Rassemblement pour la France" (RPF) eine Gerichtsuntersuchung wegen Veruntreuung eingeleitet worden. Dies gab sein Anwalt Lef Forster heute, Montag, bekannt. Es geht um eine Überweisung von 7,7 Mio. Franc (1,14 Mio. Euro) an die RPF von Frau Marthe Mondoloni bei der Europawahl 1999. Eine weitere Million Franc (152.000 Euro) soll von einem Chirurgen aus Marseille überwiesen worden sein.

Pasqua wies die Anschuldigungen des Untersuchungsrichters Philippe Courroye zurück und betonte, dass es sich nicht um Schenkungen, sondern um Darlehen gehandelt habe, die er bereits zurückbezahlt bzw. mit der Rückzahlung begonnen habe. In derselben Affäre wird gegen Pasqua bereits wegen illegaler Parteienfinanzierung ermittelt. Anwalt Forster betonte, dass er die Annullierung des Verfahrens wegen "Mangel an belastenden Indizien" verlangen werde.

Gegen den Altgaullisten und langjährigen Freund von Präsident Jacques Chirac (UMP) wird weiters in einer Affäre wegen illegalen Waffenhandels zwischen Frankreich und Angola ermittelt. Sein Sohn Pierre Pasqua muss in den nächsten Tagen von Richter Courroye in einer weiteren Affäre angehört werden. Es handelt sich um eine Überweisung von 5,2 Mio. Franc (793.000 Euro) vom französischen Konzern Alstom SA an einen Mitarbeiter des Ex-Ministers. Anschließend sei das Geld auf Pierre Pasqua übertragen worden, so die Anklage.(APA)

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    Dem ehemaligen französischen Innenminister Charles Pasqua wird Veruntreuung vorgeworfen.

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