Indonesien: Militäroffensive in Aceh löst Massenflucht aus

17. Juni 2003, 14:55
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Bereits 41.000 Menschen vertrieben - 500 Schulen niedergebrannt

Banda Aceh - Einen Monat nach Beginn der indonesischen Militäroffensive gegen sezessionistische Kräfte in dem ehemaligen Sultanat Aceh im Norden Sumatras sind fast 41.000 Menschen vor den Kämpfen auf der Flucht. Sie seien derzeit in Notquartieren untergebracht, teilte ein Sprecher der Sozialbehörden in der Provinzhauptstadt Banda Aceh am Dienstag mit. Mehr als 500 Schulen seien seither in Brand gesetzt worden. Rund 70.000 Schüler hätten deshalb keinen Unterricht.

Seit dem Beginn der Militäraktion gegen Aufständische der "Bewegung Freies Aceh" (GAM) am 19. Mai wurden nach Armeeangaben 204 Rebellen sowie 27 Sicherheitskräfte der Regierung getötet. Die Streitkräfte hätten die Hochburgen der GAM inzwischen eingenommen, sagte ihr Oberbefehlshaber, General Endriartono Sutarto. Die Zeitung "Jakarta Post" berichtete vom Einsatz von Kampfflugzeugen, die Rebellenstellungen mit Bomben und Raketen unter Feuer nähmen. Die GAM kämpft seit 1976 für einen eigenen islamischen Staat. Dem Konflikt fielen bisher mehr als 11.000 Menschen zum Opfer, die meisten von ihnen Zivilisten. In den vergangenen Jahren waren mehrfach Friedensverhandlungen gescheitert.(APA/dpa)

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