Ehe und Kind liegt im Trend

17. Juni 2003, 12:02
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Daten der Statistik Austria bestätigen mehr Eheschließungen und Geburtenzuwachs im Jahr 2002

Wien - Mehr Babys, mehr Hochzeiten, aber auch mehr Sterbefälle - so entwickelte sich Österreichs Bevölkerung im Jahr 2002. Die endgültigen Daten über Trauungen, Geburten und Gestorbene hat die Statistik Austria am Montag veröffentlicht.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 36.570 Ehen geschlossen. Gegenüber 2001 sagten die ÖsterreicherInnen im Vorjahr 2.357 Mal häufiger Ja zum Bund des Lebens, das bedeutete einen Anstieg um 6,9 Prozent. Im Vorarlberg und Wien gab es die höchste Zunahme an Hochzeiten. Nur das Burgenland verzeichnete einen Rückgang. Die Zahl der Eheschließungen insgesamt war allerdings immer noch die drittniedrigste seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Heiratswillig bis ins hohe Alter

Auch im hohen Alter waren die ÖsterreicherInnen noch heiratswillig: Die älteste Braut sagte mit 90 Jahren Ja zur Ehe. Der älteste Bräutigam wagte sogar 95-jährig den Schritt vor den Altar. Bei insgesamt acht Hochzeiten waren Braut und Bräutigam jeweils auf den Tag genau gleich alt. Sieben Bräute erlebten den "schönsten Tag des Lebens" bereits zum sechsten Mal. Ein Mann sagte im vergangenen Jahr bereits zum siebenten Mal: "Ja, ich will".

Mehr Verstorbene Die endgültige Zahl der Gestorbenen lag 2002 bei insgesamt 76.131, das war ein Zuwachs um 1,8 Prozent. Die Säuglingssterblichkeit war mit 4,1 Promille niedriger als im Jahr davor (4,8 Promille).

Geburtenzuwachs

78.399 Babys kamen im vergangenen Jahr in ganz Österreich zur Welt, das sind um 2.941 Geburten - 3,9 Prozent - mehr gegenüber dem Vorjahr. 26.495 davon wurden unehelich geboren. Spitzenreiter in der Baby-Statistik waren die WienerInnen, dort erblickten 16.428 Babys das Licht der Welt. Weniger Babys verzeichneten die Ämter in Kärnten und im Burgenland.

Österreichweit gab es im vergangenen Jahr 29 Drillingsgeburten, eine Frau brachte sogar Vierlinge zur Welt. Die jüngste Mutter gebar ihr Baby mit 13 Jahren. Die jüngsten Väter waren 17 Jahre alt.

Sorge um Babyflaute

Trotzdem die Zahl der Geburten im vergangenen Jahr gestiegen ist, ist die Bevölkerung weiterhin besorgt, dass es eine "Baby-Flaute" gibt: Laut jüngster Umfrage des IMAS-Meinungsforschungsinstituts sagten 67 Prozent, der Geburtenrückgang würde sie mit Sorge erfüllen. 1990 war dieser Anteil noch bei 58 Prozent gelegen, 1977 bei nur 45 Prozent. "Begrüßt" wird der Geburtenrückgang derzeit von fünf Prozent der Befragten, 1990 waren es neun Prozent und 1977 sogar 16 Prozent. Bei der jetzigen Umfrage war der Anteil der Frauen, die sich Sorgen wegen des Geburtenrückgangs machen, mit 72 Prozent überdurchschnittlich hoch, bei den Männern lag er bei 62 Prozent.

Überraschend sei, so Imas, dass sich nicht die jüngeren, sondern eher die älteren Befragten vermehrt Sorgen in diesem Zusammenhang machen. So zeigten sich wegen des Geburtenrückgangs beispielsweise 73 Prozent der Über-50-Jährigen, aber nur 58 Prozent der Teenager und Twens beunruhigt. (APA)

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