Einigung von ORF und Premiere für Digital-TV via Satellit

16. Juni 2003, 12:31
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"Altes" System Betycrypt bis Ende 2007 verwendbar - ORF-Programme für Premiere-Kunden auch via Premiere-System Nagavision

Betacrypt, Cryptoworks, Nagravision: Keine Fantasiebegriffe aus einem Science Fiction-Film, sondern unterschiedliche Verschlüsselungssysteme für den Fernseh-Empfang via Digital-Satellit. Der ORF und Premiere, die früher beide Betacrypt verwendeten, haben sich nun nach ihrem Umstieg auf unterschiedliche Systeme auf eine gemeinsame Lösung geeinigt. Dies wurde am Montag in einer Presseaussendung mitgeteilt.

"Altes" System Betycrypt bis Ende 2007 verwendbar

Premiere verwendet als neues System Nagravision, der ORF hat sich für Cryptoworks entschieden, das seit April 2003 im Einsatz ist. Der Systemumstieg hätte Probleme für jene Kunden bereitet, die die ORF-Programme mittels eines Decoders empfangen, der Betacrypt verwendet. Nun haben sich der ORF und Premiere darauf geeinigt, dass Betacrypt parallel bis Ende 2007 verwendet werden kann. Premiere-Kunden können darüber hinaus in Österreich künftig die Angebote des ORF auf der neue Premiere-Plattform Nagavision freischalten lassen.

Umsetzung ab Herbst

Umgesetzt wird diese gemeinsame Lösung ab Herbst 2003, damit wird auch ein Austausch der so genannten Smart Cards notwendig. ORF und Premiere wollen die betroffenen Kunden im Sommer über das Prozedere informieren. ORF-Generadirektorin Monika Lindner zeigte sich am Montag erfreut, dass man nun eine "konsumentenfreundliche Lösung" gefunden habe, "die die Empfangbarkeit der ORF-Programme auf mehreren Plattformen absichert". Für Premiere-Chef Georg Kofler ist damit auch "ein wesentlicher Schritt zur Zukunftssicherung des digitalen Fernsehens im deutschen Sprachraum getan".

Der ORF sendet seine Programme aus lizenzrechtlichen Gründen per digitalem Satellit verschlüsselt. Über 170.000 Kunden nutzen laut ORF derzeit dieses Angebot, 160.000 davon via Betacrypt. Besonders wichtig ist ORF digital in jenen Regionen Österreichs, wo der normale Antennenempfang wegen der topographischen Gegebenheiten nur einschränkt möglich ist und kein Kabel-TV verfügbar ist. (APA)

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