Gastgeber Deutschland mahnt Walschutz ein

16. Juni 2003, 12:00
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"Die beste Art, Wale zu nutzen, ist nicht die Harpune, sondern die Fotokamera"

Berlin - Die deutsche Agrarministerin Renate Künast (Grüne) hat die seit Jahren zerstrittene Internationale Walfang-Kommission (IWC) aufgerufen, sich zum Schutz der bedrohten Meeressäuger zu bekennen. Für die Stärkung des Schutzgedankens wolle sich ihr Land besonders einsetzen, sagte Künast am Montag bei der Eröffnung der 55. IWC- Tagung in Berlin.

Erstmals tagt die Kommission in Deutschland. Künast forderte besonders die Walfangländer Japan und Norwegen auf, sich zu bewegen. "Die beste Art, Wale zu nutzen, ist nicht die Harpune, sondern die Fotokamera." Trotz des bestehenden Fangverbots werden jedes Jahr von Japan und Norwegen Wale gejagt.

Divergierende Ziele

Gleich zu Beginn des ersten Sitzungstages war unklar, ob sich die Befürworter einer so genannten Berliner Initiative zum Schutz der Wale durchsetzen werden. Die Abstimmung für die Resolution, die die Einrichtung eines speziellen Ausschusses zum Schutz der Wale vorsieht, könne äußerst knapp werden, sagte Künast. Dafür sei eine einfache Mehrheit der 48 stimmberechtigten IWC-Mitglieder notwendig.

Deutschland verfolgt laut Künast mehrere Ziele auf der IWC-Tagung: So solle eine Resolution gegen den umstrittenen wissenschaftlichen Walfang eingebracht werden, den Japan betreibt und Island plant. "Wir haben dafür kein Verständnis", sagte die Politikerin. Außerdem setzt sich Deutschland für neue Walschutzgebiete ein und will eine Initiative gegen den Beifang in Fischernetzen ergreifen. Allein an Deutschlands Nordseeküste verendeten jedes Jahr rund 7.500 Schweinswale in den Fischernetzen, sagte Künast. (APA/dpa)

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