Stadt ohne Bühne

16. Juni 2003, 11:01
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Politiker bei letzter Vorstellung im Erfurter Schauspielhaus unerwünscht: Stadtrat hatte Auflösung des letzten Sprechtheaters beschlossen

Erfurt - Zum letzten Mal hat sich am Samstagabend im Erfurter Schauspielhaus der Eiserne Vorhang gesenkt. Das Schauspielensemble verabschiedete sich mit der Tragikomödie "Noch ist Polen nicht verloren" von seinem Publikum. Auf Beschluss des Erfurter Stadtrates wird das Schauspielensemble mit dem Ende dieser Spielzeit als eigenständige Sparte aufgelöst. Erfurt ist damit die erste Landeshauptstadt in Deutschland ohne eigenes Sprechtheater.

Politiker bei letzter Vorstellung unerwünscht

In einer kurzen Erklärung sprachen die langjährigen Ensemblemitglieder Karl-Heinz Krause und Matthias Winde von einem unsäglichen und kurzfristigen Beschluss. Politiker der Stadt und des Landes waren auf Wunsch des Ensembles nicht zur letzten Vorstellung gekommen.

Das Publikum im völlig ausverkauften Schauspielhaus dankte den Künstlern ein letztes Mal mit einem Meer von Blumen, minutenlangem Applaus, mit Lachen und Tränen in den Augen. Eine fröhliche Totenfeier der Künstler und Freunde des Erfurter Schauspiels dauerte bis in den frühen Sonntagmorgen. (APA/dpa)

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