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vergrößern 959x600Trucks im Camp Arafjan in Kuwait: Sie waren im Irak in Verwendung, wurden nach dem Abzug von dort aber nach Kuwait verfrachtet. Dort werden sie nun repariert und gereinigt, bevor sie entweder nach Afghanistan oder zurück in die USA gebracht werden.
Berlin - Der Abzug der US-Soldaten aus dem Irak war ein Spaziergang gegen das Spektakel, das sich in den kommenden Jahren am Hindukusch abspielen dürfte: 50 Nationen müssen fast 130.000 Soldaten sowie Tausende Tonnen Waffen und Material halbwegs geordnet bis Ende 2014 aus Afghanistan herausbringen. Doch anders als im Irak fehlt der Zugang zum Meer, über den sich das Kriegsmaterial bequem und billig verschiffen ließe. Im Gegenteil: Die zerklüftete Gebirgslandschaft, fehlende Straßen und die ständige Anschlagsgefahr erschweren die Arbeit der Logistiker. Nicht nur für die Bundeswehr gilt der Abzug deshalb als Neuland und einzigartige Herausforderung. Längst hat das Gerangel um die weltweit nur rund 20 zivilen Frachtflugzeuge begonnen, die das Volumen haben, um auch sehr großes und schweres Militärmaterial außer Landes zu bringen.
Auch die Bundeswehr hat sich bereits Lufttransport-Kapazitäten gesichert. Allein die Deutschen müssen rund 6000 Container Material zurück in die Heimat transportieren - vom zerlegten Wohncontainer über Munition und Sprengstoff bis hin zur Knopfbatterie und der Spezialschraube. Hinzu kommen 1700 Fahrzeuge, davon allein 1200 gepanzerte Fahrzeuge und Panzer. Hauptarbeitspferd des Umzugs dürften gemietete Antonow-124-Flugzeuge werden, die acht Container oder bis zu 150 Tonnen Nutzlast transportieren können. Sie sollen alles militärische oder besonders wertvolle Material entweder ans Schwarze Meer oder an den Golf ausfliegen, wo es für den Weitertransport auf die wesentlich billigeren Container-Schiffe verladen wird.
Der Rest gelangt per Eisenbahn oder auf der Straße aus dem Bundeswehr-Hauptquartier in Masar-i-Scharif nach Deutschland. Der Landweg ist allerdings deutlich anfälliger für Diebstahl: "Wir hatten schon Toilettencontainer, die hier ohne Kloschüsseln reinkamen", berichtet ein Afghanistan erfahrener Offizier. Auch die Kanadier machten bei ihrem Abzug über den Land- und Seeweg schlechte Erfahrungen: Ein Teil ihrer Container kam ausgeplündert und mit Sand und Steinen gefüllt in Kanada an.
"Quadratur des Kreises"
Unabhängig vom Transportweg steckt der Teufel im Detail: Empfindliche Geräte aus den Feldlazaretten oder auch simple Druckerpatronen können nicht mit der Antonow ausgeflogen werden, weil sie über keine Druckkabine verfügt. Der Druck im Frachtraum sinkt so stark, dass die Geräte beschädigt und die Patronen platzen würden. Sprengstoff und Munition müssen als Gefahrgut besonders verpackt und bis zu 30 Tage vor dem Flug angemeldet werden. Spezialisten müssen über die korrekte Beladung der Container wachen und sie ausbalancieren, damit es im Flugzeug oder Schiff keine Unwuchten gibt. Und um keine Tierseuchen einzuschleppen, muss jedes einzelne Fahrzeug und jedes Zelt vor dem Abtransport mit Desinfektionsmittel eingesprüht werden.
Schon in der Planungsphase ähnelt der Abzug der Quadratur des Kreises, weil es praktisch keine Konstanten gibt: Welches Material abtransportiert werden kann, hängt davon ab, welche Fähigkeiten vor Ort noch benötigt werden. Dies wiederum ist abhängig von der unberechenbaren Sicherheitslage und dem politischen Willen, welche Ziele bis wann noch erreicht werden sollen. Vom Zeitplan hängt dann ab, wie schnell der Abzug schließlich vonstattengehen muss und wie teuer er nach den Gesetzen des Marktes damit wird. Am billigsten käme es wohl, wenn die Truppen über das Einsatzende hinaus bis ins Jahr 2015 hinein Zeit bekämen für die Abwicklung des Einsatzes.
Trotz der Mammutaufgabe bleibt Oberst Gerald Funke, der Abteilungsleiter Logistik beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam, gelassen. "Die Logistik folgt dem Einsatz", sagt er. Zunächst müsse die Politik die Entscheidungen über den Rahmen des Abzugs treffen. "Wenn wir wissen, welche Fähigkeiten rausgehen, dann suchen wir die Möglichkeiten dafür - je nach den Vorgaben wird es dann eben etwas teuerer".
Eines steht allerdings schon jetzt fest: Die Truppe vor Ort kann den Abzug nicht einfach neben ihrem eigentlichen Auftrag stemmen. Nötig sind Logistik-Experten, und zwar recht viele. Die Erfahrungen der Niederländer und der Kanadier, die bereits abgezogen sind, sprechen für sich: Sie benötigten zusätzlich ein Drittel so viele Soldaten, wie vor Ort stationiert waren. Die US-Armee mit ihren noch rund 100.000 Soldaten plant mit etwa 5000 Abzugs-Logistikern. Für die Bundeswehr mit den momentan gut 4800 Soldaten schätzt Verteidigungsminister Thomas de Maiziere die Zahl der zusätzlich nötigen Soldaten auf 250 bis 600.
In der Konsequenz bedeutet dies, dass die Politik die Truppen am Hindukusch entweder aufstocken oder die nötige Zahl von Soldaten aus dem Einsatz abziehen muss. Dies wiederum könnte die Kampfkraft der Truppe schwächen. Akut wird das Problem schon im Sommer, wenn der Abbau des kleinsten deutschen Lagers in Feisabad beginnt. Im Oktober oder November soll das Camp mit derzeit noch rund 180 deutschen Soldaten aufgelöst werden. Die Afghanen werden möglicherweise ein paar alte Wohncontainer übernehmen, anderes wird verschrottet werden. Den Großteil ihrer Ausrüstung nehmen die Deutschen jedoch wieder mit, besonders sicherheitsrelevantes Material wie Waffen, gepanzerte Fahrzeuge oder auch Funkgeräte mit geheimer Verschlüsselungstechnik.
"Mit dem Abzug ist viel Geld zu verdienen"
Bereits ab Juli sind für den Abbau des Camps in Feisabad knapp 100 Logistik-Experten eingeplant. Damit stehe der Bundeswehr fast eine Kompanie weniger für die eigentliche Aufgabe zur Verfügung, afghanische Soldaten auszubilden und mit ihnen in den Kampf zu ziehen, bemängelt ein ranghoher deutscher Offizier. Verschärft wird das Problem durch den Druck der Politik in Deutschland, das bisherige Mandat 2013 weiter zu verkleinern. Zugleich sollen dann auch neue Kampf- und Transporthubschrauber nach Afghanistan verlegt werden, die weiteres Personal erfordern. Der personelle Spielraum zur Erfüllung des eigentlichen Auftrags wird damit immer kleiner.
Was die Abzugswege angeht, ist die Bundeswehr im Vergleich zu den USA aber in einer komfortablen Position: Sie kann die Eisenbahn- und Straßenverbindungen durch die ehemaligen Sowjetrepubliken an der Nordgrenze Afghanistans ebenso nutzen wie den Lufttransport. Die USA dagegen, die lange einen Großteil ihres Nachschubs über den Khyber-Pass organisierten, sind beim Landtransport auf die Kooperation Pakistans angewiesen - und die Grenze ist wegen eines Streits beider Staaten seit langem dicht.
Damit gewinnt der Transportweg durch das Bundeswehr-Gebiet an Bedeutung. "Der ein oder andere Nato-Partner hat bei uns schon Interesse an der Nordroute signalisiert", sagt ein hochrangiger Bundeswehr-Offizier. Für die Alliierten weiter im Süden sei der Landtransport durch den Norden jedoch nur Plan B, weil der große Umweg den Abzug für sie deutlich verteuern und komplizierter gestalten würde. Die meisten Partner spekulierten darauf, dass Pakistan seine Grenzen schließlich öffnet, um sich das Geschäft mit dem Abzug nicht entgehen zu lassen. "Mit dem Abzug ist viel Geld zu verdienen", sagt der Offizier. "Da gilt: Entweder jetzt oder nie. Nach 2014 ist der Markt weg." (Reuters, 30.03.2012)
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Verrechnet nur die Halbe Tonnage ...
Einfach alles auf einen Haufen schlichten und anzünden!
Man wird aber sicher auch die Chance nutzen und den lokalen Machthabern gebrauchte Waffen und Panzer zu guten Preisen anbieten. Wenn dann die ersten Leopard Panzer mit Taliban Besatzung gesehen werden, will's dann wieder keiner gewesen sein.
Die Helden werden quietschend und kreischend um ihr Leben rennen.
Die amis haben da ja schon Übung drin, siehe Vietnam.
Zurückbleiben wird eine Menge an Kriegsmaterial, wie auch in Vietnam und ein im Stich gelassener Verbündeter, ebenfalls wie in Vietnam.
Und ein Presse die das Alles beweihräuchern und die pöhsen pöhsen Taliban verurteilen wird.
Wie kann man auch nur auf die "Friedens" Truppen schiessen ?
Und je panischer der Abzug , desto weiter werden sie rennen. Heisst: sie werden auch Pakistan verlieren.
Die werden einfach viel zurück lassen. Es stehen ja auch noch genug alte Sowjet Panzer und Helikopter herum. Wozu muss man ein fertig Haus wieder mitnehmen? Der Transport kostet doch sicher mehr als neukaufen. Das gleiche für Munition etc. Also schnell ein Deal mit einem lokalen Kriegsherrn und ihm so viel verkaufen wie man kann.
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