ORF gibt Funkhaus und Heiligenstadt auf

30. März 2012, 17:28

Die ORF-Führung empfiehlt gemeinsamen Standort für TV, Radio und Online - Ein Neubau wie etwa in St. Marx wäre langfristig teurer - Wrabetz argumentiert mit weniger Personalkosten

Wien - Rund 200 Seiten umfasst das Schreiben, das ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz Donnerstag kurz vor Mitternacht an die Arbeitsgruppe des Stiftungsrats verschickt hat. Vorschläge waren gefragt, ob der ORF sein schwer baufälliges Haus am Küniglberg sanieren soll oder doch besser ein Neubau in St. Marx angegangen werden soll. Die Antwort der ORF-Führung lautet: Unentschieden.

Auf den ersten Blick sprechen die langfristigen Zahlen derzeit eher gegen einen Neubau des ORF-Zentrums in Wien-Landstraße. 1,49 Milliarden Euro würde der Neubau inklusive der laufenden Betriebskosten gerechnet auf 35 Jahre kosten. Die Kosten für Sanierung und einen konsolidierten Betrieb auf dem Küniglberg wären im gleichen Zeitraum mit 1,37 Milliarden Euro um 120 Millionen Euro günstiger.

Wrabetz gegen Drei-Standort-Variante

Die derzeitige Drei-Standort-Variante schließt Wrabetz dezidiert aus. Die Häuser in der Argentinierstraße (Funkhaus) und in Heiligenstadt (Ö3) sollen fallen. Wrabetz empfiehlt einen Sitz für Fernsehen, Radio und Online. Ein einheitlicher Standort entspreche einem weitgehenden Konsens der ORF-Führungsmannschaft.

Anders dürfte dies der ORF-Betriebsrat sehen, der die aktuellen Standorte beibehalten will. Die nackten Zahlen sprechen dafür. Auf 35 Jahre gerechnet würde die Drei-Standort-Variante etwa 1,24 Milliarden Euro kosten.

Weniger Personal

An einem einzigen Standort wird es weniger Personal geben, lässt Wrabetz deutlich durchblicken. Der Personalaufwand des ORF beträgt derzeit 280 Millionen Euro. Errichtet man das Zentrum am Küniglberg, wäre mit jährlichen Einsparungen von 1,5 Prozent zu rechnen, in St. Marx sogar mit 2,75 Prozent.

Um eine letztgültige Entscheidung für oder gegen St. Marx oder den Küniglberg zu treffen, will Wrabetz prüfen lassen, ob und in welchem Ausmaß die Baukosten für St. Marx reduziert werden.

Die Arbeitsgruppe des Stiftungsrats wird am 10. April darüber beraten. Die endgültige Entscheidung fällt im Stiftungsrat laut aktuellem Zeitplan spätestens Ende Juni. Die Wiener SPÖ forciert den Umzug. Die ÖVP plädiert für die kostengünstigere Variante Küniglberg. (prie, APA, DER STANDARD, 31.3./1.4.2012)

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Völlig unseriöse Interpretation

Ohne für oder gegen einen Umzug plädieren zu wollen, muß man schon diese völlige Unseriosität der politischen Aussagen anmerken, woe es nur ums Prinzip geht (aber ohne Hirn).

Eine Differenz von 120 Millionen im Betrachtungszeitraum von 35 Jahren macht gerade einen Unterschied von 3, 4 Millionen pro Jahr (bei einem Gesamtkosten von 1, 5 Milliarden Euro).

Dieser Betrag ist verschwindend gering, ja praktisch Null im Verhältnis zu den Unsicherheiten für eine Prognose von 35 Jahren und den nicht vorhersehbaren , aber sicher zu erwartenden Investitionen für Technologie- und Strukturänderungen

Für eine genauere Betrachtung und Abschätzung müßte man vor allem vergleichen, wie groß die Unterschiede für die nächsten 10-15 Jahre sind

? ?!

Zuerst hieß es "ein Sender braucht ein Haus" und Ö3 zog aus. Das wurde halt einfach so gemacht-
Und jetzt müssen auf einmal alle unter ein Dach? Weil das andere falsch ist?
Und in weiteren 15 Jahren kommen sie wieder drauf, dass das auch falsch war, aber die Kosten haben sich noch nicht reingespielt?
?!?

und worin besteht im Internetzeitalter die Personaleinsparung:

Andere Konzerne schaffen es Ihre Arbeit über Kontinente hinweg zu koordinieren.
Sind die Einzusparenden allesamt Postreiter beim Pony Express, Eilboten oder was ???

das hat wenig mit koordination zu tun.
im funkhaus ist das hörfunk archiv und im zentrum das fs archiv. wenn alles am berg ist, dann kann das schon synergien bringen. und ein gemeinsamer newsdesk für alle medien ist sowieso nur an einem standort realistischerweise möglich. videokonferenzen gibt es ja schon längst, das ist aber nur ein hilfsmittel und kein ersatz für einen newsroom.

so nebenbei

... angesichts der technischen Innovation und der damit verbundenen Revolution durch Digitalisierung und Vernetzung bezweifle ich, dass es die heutige Medienlandschaft und den öffentlichen Rundfunk in 35 Jahren noch in einer heute vergleichbaren Form und Organisation geben wird. Angesichts dieser kaum absehbaren Entwicklung in diesem Bereich - denn wer hat vor 35 Jahren schon die Entwicklung des Internets vorausgesehen - ist auch jedes Standort Konzept, samt laufender Betriebskosten für 35 Jahre, nicht einmal das Papier wert auf dem es gedruckt ist.

Einsparungen

Ob sich die Mitarbeiter weniger Wohl fühlen ist angesichts der wirtschaftlichen Lage wurscht. Das ist sowieso eine reine Wellness Oase vgl mit anderen Unternehmen. Und wenn ' s ganz zusperren können soch die Kollegen beim AMS bis zur Pension wohlfühlen. 90% sind leider aufgrund von Markt und Einstellung nicht vermittelbar. Also lieber Mund halten und siedeln.

Endlich mal ein Spargedanke am Berg!

Bravo Wrabetz!

200 Seiten und dann noch in der Nacht!
Die Heiße Luft einer "doch nicht Entscheidung" muss schon begründet werden! Ich sag´s ja ein neuer Büroleiter muss her!

was war mei leistung?

meischi und grasser helfen sicher gerne, wenn es darum geht das funkhaus an den orf zu zurueckzuvermieten...

die 350.000 euronen waeren auf ein konto bei meinl einzuzahlen!

btw, nachdem's in der apa-abschrift nicht ausgerechnet ist...

280 mio * 1.5% * 35 jahre waraten 149 mio
und bei 2.75% 269.5 mio.

inflation natürlich nicht berücksichtigt - aber ist die in den anderen auf 35 jahre gerechneten zahlen berücksichtigt? weiß man nicht, müsste man wohl hinterfragen...

obwohl - nachdem für 2010 über 320 mio für die personalkosten von 2011 prognostiziert worden sind, haben sie sich (angeblich) eh gut geschlagen. und da sag' nochmal einer, durchschnittlich 75.000€ bruttojahresgehalt wären viel...

Das Roland Rainer Komitee

zahlt doch auch noch 100 Mio für den Verbleib am KüBerg.

Das Roland-Rainer-Komitee

spart dem ORF bei Verbleib auf dem Küniglberg mindestens 120 Millionen. Und das ohne Honorarforderung! Lesen Sie die Sachen genauer!

Wohin soll dann das RSO übersiedeln? Bleibt es in der Argentinierstrasse? Bleibt der Konzertsaal vorhanden? Oder soll alles abgerissen werden?

Mit einem Hotel kombiniert, Blick auf den Theresianum Park und der Sendesaal als EventLocation inkl. RSO Aufführungen - super!

Endlich dem freien Markt überlassen

Also die Frage für mich wäre,

was der ORF mit den Gebäuden (Funkhaus, ORF-Zentrum) machen wollte? Will er die dann an pro7 und loungefm verkaufen??

Aber bei 9 Landesstudios bleiben wir, wie?

Ja, ausser es kommt noch ein Bundesland weg oder hinzu.

kärnten könnten wir endlich abstossen...

Chance für Raiffeisen

Wenn Raiffeisen den ORF im Frapag-Gebäude als Mieter verliert, werden sie bestimmt das Funkhaus ähnlich günstig, wie Anfang 2000 den Funkhaus Parkplatz, kaufen können.

Das Funkhaus ist ein Baujuwel und als Rundfunkgebäude ideal geeignet - diesen ORF-Standort aufzugeben würde Ahnungslosigkeit bedeuten.

baujuwel?
diesen hässlichen grauen klotz sollte man besser heute als morgen abreissen. jeder 0815 plattenbau strahlt den selben charme aus.

Sind sie Architekt, .....

..... Stadtplaner oder nur Barock-Fan?

Sie Ahnungsloser! Schlagen Sie mal nach unter "Clemens Holzmeister". Das Gebäude steht selbstverständlich unter Denkmalschutz und darf daher gar nicht abgerissen werden

mind. 10 000 Jahre Architektur - und dann so einen Schrott bauen!
Jedes Gründerhaus hat länger gehalten.

Auch Stararchitekten bauen gelegentlich Mist. Niemand ist vollkommen.

Siehe ORF-Zentrum am Küberg. Aber da hat der Rainer ja schon bei der Eröffnung gesagt, dass die Hütte ein Zweckbau ist und nur für 30 Jahre gebaut worden ist. Sollte vielleicht auch mal jemand dem Bundesdenkmalamt sagen... und auch seiner Tochter und dem Möchtegern-Architekt Rabatz samt "Lehrmeister" Peichl (der im Übrigen deshalb so gegen einen Neubau wettert, weil er bei einer Sanierung zum Zug kommen will...).

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