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Den Villachern blieb also nichts anderes übrig, als den für das Villacher Märzen typischen Geschmack in ein leichteres Bier zu transferieren.
Die Idee ist nicht ganz neu, das Produkt schon: Dieser Tage hat die Villacher Brauerei mit dem "Villacher Pur" ein Bier vorgestellt, das nur vier Prozent Alkohol hat und damit etwa ein Fünftel weniger als gängige Märzenbiere.
Dahinter steckt die Idee, dass viele Menschen meinen, gerade im Sommer leichter trinken zu müssen, auf dass ihnen der Alkohol nicht so zu Kopfe steige. Bei Brauereimanagern kann da noch die Idee dazukommen, dass man ja von leichterem Bier größere Mengen verträgt - was für die Brauerei bedeutet, dass man mehr Einheiten absetzen kann.
Geschmackliche Grenzen
Aber das stößt andererseits an geschmackliche Grenzen: Leichtbiere hat es schon vor 25 Jahren gegeben, damals oft mit entgastem und wieder aufkarbonisiertem Wasser gestreckte Versionen der jeweiligen Hauptsorte. Hat ziemlich übel geschmeckt damals. Unser Geschmackssinn ist nämlich recht genau auf jene Biere eingestellt, die wir üblicherweise trinken. Märzenbier soll eine angemessene Vollmundigkeit haben - und die geht verloren, wenn man das Bier dünner einbraut oder gar einfach verwässert. Ähnlich ist es bei Pilsbieren - bei dem in Deutschland beliebtesten Stil haben die deutschen Brauer auch einfach dünner gebraut. Und sind am Konsumentengeschmack gescheitert.
Eine Alternative gäbe es natürlich: Leichte obergärige Biere. Die sind von Natur aus aromatischer - weshalb ein leichtes Weizenbier kaum von einem Weizenvollbier zu unterscheiden ist. Dasselbe gilt auch für alle möglichen Summer-Ales. Aber die sind wieder sehr weit vom in Österreich gelernten Biergeschmack entfernt.
Hopfengeschmack
Den Villachern blieb also nichts anderes übrig, als den für das Villacher Märzen typischen Geschmack in ein leichteres Bier zu transferieren. Was recht gut gelungen ist. Wichtigste Komponente dabei ist übrigens nicht der Malzcharakter, der im Villacher Pur durchaus auch vorhanden ist, sondern der Hopfengeschmack. Vielfach gilt ja, dass den Konsumenten das Bier zu bitter wäre, weshalb die meisten Brauer in den letzten Jahren eher am Hopfen gespart haben. Tatsächlich aber hat der Hopfen eben nicht nur Bitterkomponenten, sondern trägt mit seinem Geschmack auch deutlich zur Vollmundigkeit bei.
Das ergibt in diesem Fall ein sehr ausgewogenes, durchaus vollwertig schmeckendes Bier, das dennoch mit weniger Alkohol auskommt. (Conrad Seidl, Rondo, DER STANDARD, 30.3.2012)
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hätte ich bis vor ein paar Jahren ein Leichtbier getrunken. Seit ich aber in Schweden lebe, habe ich 3,5 % Leichtbier (das es sogar im Supermarkt zu kaufen gibt!!!) echt zu schätzen gelernt. Alle Weltmarken stellen extra fuer den skandinavischen Markt ein solches Bier her (sogar von Gösser gibts das hier) und mir schmeckts super! Man ist nicht gleich so muede und während der Schwangerschaft hab ich es speziell genossen.
Und geschmacklich steht es dem "richtigen" Bier nicht viel nach.
ich habe vor kurzem das sixtusbräu vom hofer (1,5l, 4,2%) probiert. das erste leichtbier, das mir geschmeckt hat. Süffig und relativ aromatisch. hat jetzt leider ein paar wochen lieferschwierigkeiten gegeben. vmtl. war ich nicht der einzige mit dieser entdeckung
wenn man ein Bier ansetzt, welches von der Stammwürze her bis 5 % vergoren werden könnte, aber bei 4 % stoppt. Dann hat man ein mehr als vollmundiges Bier, welches etwas leichter ist. Allerdings spart man keine Rohstoffe ein und es mag daher aus ökonomischer Sicht für die Brauereien nicht so interessant sein. Die kürzere Haltbarkeit könnte auch ein negatives Kriterium sein.
Nur so aus Interesse, wissen sie wovon sie reden ?
Stammwürze gehalt gibt den Gehalt von gelösten stoffen in g/L an. Durch abmischen mit Wasser wird der Stammwürzeanteil gesenkt(high gravity brewing) und anschließend fermentiert. Von dem Zeitpunkt der Fermentation an ist es kein Problem ein Bier bei einem gewissen Volumsprozentanteil herzustellen. Haltbarkeit würde auch nicht so dramatisch leiden, da es sowieso komplett hygienisch produziert wird... Es mag eben keiner so ein Bier ^^
Es geht darum, dass ein Leichtbier bzw. ein etwas leichteres Bier (4%) nicht unbedingt dünn sein muss, sondern genau so oder noch vollmundiger als ein normales 5 % Märzen sein kann.
Kleinstbrauereien bekommen das sehr gut hin. Das Haltbarkeitsargument bezog sich darauf, dass der Alkohol stark konservierend wirkt, also dass stärkere Biere im Schnitt länger haltbar sind.
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