Offene Park-Flanke im Süden von Wien

Julia Herrnböck , 29. März 2012, 19:09
  • Vor dem Verteilerkreis Favoriten staut es immer wieder. Wiens 
einwohnerstärkster Bezirk hat sich dennoch gegen eine 
Parkraumbewirtschaftung ausgesprochen.
    foto: apa/gindl

    Vor dem Verteilerkreis Favoriten staut es immer wieder. Wiens einwohnerstärkster Bezirk hat sich dennoch gegen eine Parkraumbewirtschaftung ausgesprochen.

Favoriten erteilt dem Parpickerl Absage - Während Opposition jubelt, hofft Wiens Verkehrsstadträtin auf Vorbildwirkung durch andere Bezirke

Wien - Das Favoritner Nein zum Parkpickerl war kaum ausgesprochen, schon tönten Schwarz wie Blau: nur ihre Partei habe die Absage bewirkt. Beide haben viel darangesetzt, eine Absage herbeizuführen: mittels Unterschriftenaktionen, dringlichen Anfragen und einem Misstrauensantrag im Gemeinderat gegen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne).

Während sich die beiden Wiener Oppositionsparteien nun über den Löwenanteil an der Bezirksentscheidung streiten können, will Vassilakou abwarten, wie sich die Situation im Zehnten entwickelt: "Favoriten braucht dringend ein verkehrsberuhigendes Konzept. Aber das ist Aufgabe des Bezirks. Ich nehme die Entscheidung zur Kenntnis." Dass die Absage aus Favoriten politisch motiviert sein könnte, glaubt sie nicht.

Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner (SP) begründete ihren Beschluss damit, dass die Inbetriebnahme des neuen Hauptbahnhofs und die Verlängerung der U1 nach Oberlaa ausständig sind. Eine Verbesserung der Parksituation sei durch das Pickerl daher nicht zu erwarten. Sie wolle abwarten, wie sich die Maßnahme in den anderen Bezirken entwickelt. Sollte sich der Stellplatzdruck dort tatsächlich verringern, kann sich Mospointner vorstellen irgendwann nachzuziehen.

Mit Oktober wird die Parkraumbewirtschaftung auf Meidling, Penzing, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring und Hernals ausgeweitet. Favoriten, mit 170.000 Einwohnern am bevölkerungsreichsten, war der letzte ausständige Bezirk. Das schwarze Währing hatte sich bereits vor Wochen dagegen ausgesprochen. "Wenigstens im Westen wird eine spürbare Entlastung eintreten", ist sich Vassilakou sicher. "Im Süden bleibt die Flanke eben weiterhin offen." Die genaue Grenzziehung und etwaige Überlappungszonen sollen in den kommenden Monaten ausgearbeitet werden. Einige Bezirke wollen das Parken nur in Abschnitten kostenpflichtig machen.

Pendlerverkehr in Mödling

Im an Favoriten angrenzenden Bezirk Mödling in Niederösterreich hat sich die Anzahl der Autos aus Wien und dem Umland in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Allerdings ist die Bilanz ausgeglichen: es kommen in etwa gleich viele Autos nach Mödling rein, wie umgekehrt rausfahren. " Regionalpolitisch völliger Wahnsinn", meint der grüne Verkehrsstadtrat Gerhard Wannenmacher.

Ein neues Park-and-ride-Haus in der Nähe der S-Bahn fasst 800 Autos - und sei bereits völlig ausgelastet. Mödling habe sich leider nicht zu einer Parkraumbewirtschaftung durchgerungen, bedauert Wannenmacher. Vassilakou wünsche er jedenfalls viel Glück, "dass sie noch mehr Bezirke zusammenbringt". (Julia Herrnböck, DER STANDARD, 30.3.2012)

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Ich bin ja kein großer Freund davon, "die Leute" zu bevormunden, aber: Die Leute jammern über Pendler, die ihnen alles zuparken, stimmen allerdings gegen eine Citymaut und jetzt auch noch gegen Parkpickerlzone mit Anrainerparken. Welche Lösung würden Sie aus dem Hut zaubern?

Leistbare garagen bauen! So ziemlich alle volksgaragen um 75eur/monat sind mit langen wartezeiten versehen, die anderen teuren um 200+eur/monat stehen teilweise halb leer.

Klar kostet das vl. auch etwas geld, aber wenn man wirklich an einer lösung des problems interessiert ist, muss man halt auch mal die einnahmen aus der parkraumbewirtschaftung zweckwidmen in subventionierte garagen.

200 € +? Wo haben Sie denn das her??

Hier: http://www.wien.gv.at/parkplatz... /index.htm wird man recht schnell fündig, als Durchnittspreis mache ich da eher um die 100 Euro aus, aber auch das scheint den Leuten zu teuer zu sein, woraus ich schließe, dass a) Garagen auch keine Lösung sind und b) das Parkplatzproblem (noch) nicht so groß ist wie immer behauptet wird.

Hab auf der Seite mal nur im 6. bezirk gesucht (weil ich da mal gearbeitet hab):

Parkhaus Windmühlgasse: 160.-sommer/190.- winter
Garage Mariahilfer Straße: 172.- ganzjährig
Garage Generali Center : 150.- ganzjährig

Ok, also zumindest im 6. bezirk doch keine 200 euro, aber schon fast dran (im 1. bezirk aber locker auch 300-400euro keine seltenheit).

Und ja, es stimmt, dass es auch <100 euro plätze gibt, aber was bringen mir die, wenn die irgendwo sind, wo ich halt nicht wohne/arbeite?

Das sind wohl die begehrtesten Lagen, zB Mollard-oder Windmühlgasse kommt man mit 80-120 Euro davon. Dann muss man halt noch ein paar Meter den Berg hoch ;-)

Ich glaub eher das problem ist das monopol/gier der BIP, APCOA und co. Die Garagen von denen sind (fast) immer sauteuer. Wenn man länger sucht findet man wohl schon billigere private garagen, dazu find ich die idee der wiener parkplatzbörse ja super, aber leider sind dort halt auch bei weitem nicht alle garagen drinnen.

das hat weniger mit monopol/gier zu tun, als mit den Kosten, die so ein Stellplatz in einer Tiefgarage nun mal verursacht.

Wenn Private Stellplätze billiger anbieten können, dann meist deshalb, weil sie lt. Bauordnung dazu gezwungen werden, welche zu errichten, egal ob der Bedarf dafür vorhanden ist, oder nicht. Dabei hilft dann das billiger vermieten noch als Minderung des Verlustes durch diesen Stpl.

mehr Parkpaetze bedeutet mehr Autoverkehr wollen sie das? Es gibt viele guenstige Garagen z.B. auf der Spetterbruecke die praktisch leer sind. Was fuer eine Sinn soll es machen wieder Steuergeld (Euro 21.800 pro Parkplatz) in Parkgaragen zu stecken? Die in der Geblergasse z.B. wird ca. 5.000.000 Euro kosten und wird nichts bringen.

wer will auch zur spetterbrücke? dort ist NICHTS in der nähe.

nein die U3 ist urrrr weit weg - wohnen sie in wien?

die Einnahmen der Parkraumbewirtschaftung sind ja für den Garagenbau zweckgewidmet.

Folgende

- Pendlerauschale abschaffen
- Oeffis verbessern
- Garagen bauen
- Weiterjammern lassen

Folgende
- Pendlerauschale abschaffen
- Oeffis verbessern
- CITYBIKES ausbaen
- Weiterjammern lassen

kein Geld fuer Garagen, das wuerde nur bei den Oeffis und den Citybikes fehlen.

SO wird das nix! Aufwachen!

Bravo! Die SPÖ in den Wiener Außenbezirken - diesmal in Favoriten ist mit ihrer "Politik der vollen Hosen" wieder einmal zur braven Erfüllungsgehilfin der FPÖ geworden, die nun ihren Erfolg auch medial zu vermarkten weiß. Wenn man die SPÖ mancher Bezirke miteinander vergleicht, könnte man meinen es handelt sich um völlig verschiedene Parteien. In Bezirken, wie z.B. 6., 9. oder 16. haben die roten durchwegs gute Leute, während insbesondere im 10., 11. und 21. Bezirk das handelnde Personal wirklich unter aller Sau ist - eine Schande für die Sozialdemokratie! Genau, wie unser Kanzler! Genau dort, wo die FPÖ ihre Hochburgen hat, wird ihr nicht mit Enschlossenheit, sondern mit Ängstlichkeit und schwachen, farblosen Teams entgegengetreten.

Frage an die Autofahrer

in den Bezirken, die schon länger ein Parkpickerl haben:

Finden Sie seit sie dafür bezahlen deutlich schneller einen Parkplatz, wenn sie abends von der Arbeit nach Hause kommen als vor der Einführung des Parkpickerls?

ja. seit dem parkpickerl finde ich immer einen platz (wien 2, augartennähe).

Nein. (Gilt für 1090/Grätzl Rossauer Kaserne und 1050/Grätzl Kliebergasse)

Nein. Im Gegenteil. Aber dafür viele, viele leere Fahrradständer, "Ohrwascheln", Halteverbote, Volksgaragen- und andere Garagenausfahrten, usw.

nein - im gesamten grätzel gab es nie ernsthafte parkplatzprobleme; ausser am wochenende, aber da gilt das pickerl ja nicht.

nein.

die gründe dafür sind aber neben mehr und grösseren autos in der baustellenwut von wiener linien, fernwärme und wasserwerk zu suchen, die derzeit den bezirk großräumig und 9monatelang zukünettieren...

angeblich soll es 2014 oder 2015 besser werden...

Ja!
Wohne in der Nähe des Schwarzenbergplatzes und alle die vom Ersten zu uns ausgewichen sind waren nach Einführung des Pickerls für den Dritten dann weg.

im Auftrag des Magistrates.

Antwort: ja

kann zwar nicht für vor/nach dem Parkpickerl sprechen, aber für die damalige Ausweitung auf 22 Uhr.
Davor war ab 18 Uhr kein Parkplatz mehr zu finden, da viele Nicht-Wiener (Kennzeichen) mit 2h Parkscheinen geparkt haben. Seit der Ausweitung muss ich nur in Ausnahmefällen suchen und mehr als 100m gehen.
5. Bezirk

Nein; selbst die illegalen Plätze (großzügige Ecken, wo man den Verkehr und die Fußgänger nicht behindert) sind zugeparkt. Und man muß lange kreisen und große Umwege fahren (wegen des Einbahnensystems und der großen Häuserblöcke).
Tagsüber gibt es in diesen Gassen allerdings viele freie Parkplätze.

das ist eine frage des wohnorts.

eindeutig: JA!

Haben Sie überhaupt ein Auto?

Mir ist schon klar, dass Ihre Aussagen der gefühlten Sicherheit entspringen, hier für alle AutofahrerInnen zu sprechen. Ich kann Ihnen sagen: dem ist nicht so! Zumindest für mich
sprechen Sie nicht - und der Anzahl an roten Stricherln nach zu urteilen wohl für eine ganze Menge anderer auch nicht. Scheinbar geht es Ihnen auch nicht um Sachfragen, sondern ausschließlich um das Desavouieren der SPÖ, der Grünen, RadfahrerInnen, ÖPNV-BenutzerInnen und vernünftigen AutofahrerInnen, die den PKW als Gebrauchsgegenstand und nicht als Fetisch oder Kompensation für irgendwas betrachten. Sie ertragen es einfach nicht, dass in dieser Stadt Ihresgleichen seit vielen Jahrzehnten nicht über politische Mehrheiten verfügt.

mehr autos als parkplätze

Dürfen ihrer ansicht nach nur autofahrer sich zum parkpickel thema äussern? wie schaut es aus, wenn alle autolosen plötzlich autos hätten, mit anspruch auf die begrenzte zahl der parkplätze?

der, der die Frage gestellt hat, hat sie Autofahrern gestellt.

richtig, Autofahrern, nicht Autobesitzern.

Wie soll ein Nichtautofahrer die Ausgangsfrage ehrlich beantworten können???

"Finden Sie seit sie dafür bezahlen deutlich schneller einen Parkplatz, wenn sie abends von der Arbeit nach Hause kommen als vor der Einführung des Parkpickerls?"

@bumsti,

Ist es so schwer vorzustellen, daß auch nicht-autobesitzer gerne einen gratis anspruch auf öffentlichen grund hätten. Vielleicht für eine truhe, eine regentonne eine hängematte oder so....?

man nicht zwingend ein auto besitzen um einen parkplatz zu brauchen.

es gibt auch leute die carsharing betreiben, oder sich sonst wo eines ausborgen, wenn sie eines brauchen.

lesen....
es ging um die antwort an "leser1010" der die frage an die autofahrer stellte.
also ned gleich wieder hinschnappen

schlicht NEIN!

"Favoriten braucht dringend..."

die hat keine überhaupt keine ahnung was favoriten braucht...viele favoritner haben wahrlich andere Probleme ;)

die weiss nicht mal wo favoriten liegt!

schlagzeile im rotgruenschwarzfunk: PARKPICKERL -VASSILAKOU SETZT SICH DURCH !!!

Das hat aber mit dem Zehnten...

...nichts zu tun. Da gehts um den Mißtrauensantrag.

Aber die Überschrift im Rot-Funk ist bewußt manipulativ.

Und während die A2

auf 8 Spuren verbreitert wird, ist vom 4gleisigen Ausbau der Südbahn nichts mehr zu hören...da wunderts noch wen, wenn alle mit dem Auto fahren???

Warum soll man auch nicht mit dem Auto fahren?

Mich wunderts, dass so viele mit dem Proletenschlauch fahren - ist ja widerlich.

sei doch lieber froh darüber.
Sonst schauerts traurig aus mit deinem Vorwärtskommen und deiner Parkplatzsuche

"Proletenschlauch" - muss ich mir merken :-)

Dann merk dir Klingelwurm auch gleich dazu.

Man muss ganz schon blau sein um so ein braver Blauer, wie sie zu sein, oder. ;-)

Interessante These: Jeder der in einer Sachfrage nicht Ihrer Meinung ist wird von Ihnen in eine ideologisch Schublade gelegt.

Läßt Vermutungen über Ihr geistiges Potenzial zu.

Wenn man den gleichen Spitznamen wie Herr Strache verwendet und mit Ausdrücken, wie "rotfunk", "grüner sekte", "proletenschlauch", etc. zu provozieren versucht, ist die Meinung in der "Sachfrage" eigentlich gar nicht mehr notwendig, um eine ideologische Zuordnung treffen zu können.

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