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Es bleibt, wie es schon mal war - bevor die Neue Mittelschule (NMS) erfunden wurde: Das Intermezzo mit drei Schulen für die Zehn- bis 14-Jährigen - Hauptschule, NMS, AHS - ist bald zu Ende, dann muss Österreich wieder mit zwei Selektionsstufen auskommen. Wo Hauptschule war, soll Neue Mittelschule werden. Hauptsache, das achtjährige Gymnasium bleibt unangetastet. Neue Schule, alte Politik. Politik, die sich von allen bildungswissenschaftlichen Erkenntnissen auf der Höhe der Zeit, aber auch von den überzeugenden politischen Erfolgsprojekten in anderen Ländern komplett abgekoppelt hat.
Die Tatsache, dass auch dort, wo es Neue Mittelschulen gibt, der Run ins Gymnasium anhält, bestätigt das nur. Es ist die Flucht in den sicheren Hafen. Eltern wollen ihre Kinder in die Schule bringen, von der sie sich die besten Zukunftschancen erwarten. Ja, auf die sie heute oft nachgerade panisch setzen, weil aus den Bildungsbürgern von einst regelrechte Bildungspanikbürger geworden sind.
Alle fürchten, dass ihr Kind den sozialen Lift nach oben verpassen könnte, wenn es in der falschen Schule landet. Also alles daran setzen, dass das Kind gleich oben einsteigt. Eltern haben jedes Recht der Welt, das zu wollen, Kinder - alle -, es zu bekommen. Die Politik aber hat die Pflicht, angemessene Lösungen zu schaffen, die das Vertrauen der Menschen ins Bildungssystem stärken, anstatt die kollektive Abstiegspanik und Aufstiegshysterie anzuheizen. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, 30.3.2012)
Das Alter als politische Waffe sollte sich jedem verbieten
Auf gleichwertige akademische Ausbildung muss gleiche Bezahlung folgen
Die Sprachförderung darf keine zusätzlichen Kosten verursachen - Das ist ein realitätsfremder, alibihaft anmutender Zugang
Damit ist passiert, was irgendwann zu erwarten war: Jemand wehrt sich gegen die politisch fahrlässig verschuldeten Zustände an den Unis
das österreichische schulsystem fördert in erster linie die mittelmäßigen, aber kaum die wirklich guten einerseits und die wirklich schlechten andererseits.
eine echte gesamtschule (deren einführung ich befürworte) müßte natürlich auch differenziert genug sein, um diese beiden gruppen auch dementsprechend fördern zu können.
die neue mittelschule als angebliche gesamtschule zu verkaufen, wie das die spö tut, ist allerdings an lächerlichkeit wohl kaum zu überbieten.
stellen sie sich doch nicht dumm. die neue mittelschule als gesamtschule zu bezeichnen ist ein ähnlicher unfug, wie wenn sie sagen würden, in österreich gäbe es eine einzige krankenkassa oder einen einheitlichen lohnsteuersatz für alle arbeitnehmerInnen.
und schlecht ist? Gerade bei Kindern kann sich das von Jahr zu Jahr gravierend ändern.
Vieles wird in Österreich richtig gemacht, es ist aber die Sicht auf den Menschen, die aus dem vorletzten Jahrhundert stammt, die angepasst werden müsste.
Wir müssen jene unterstützen, die sich schwer tun, aber auch jene, denen oft fad ist weil der unterricht aufs untere mittelmaß ausgerichtet ist.
ich glaube, dass wir im oberen drittel viel potential nicht nutzen und die kinder eher ins mittelmaß runterziehen als sie in die spitze zu pushen.
Es muss nicht jeder alles können, aber irgendwas sollte jeder können.
Wenn jemand über Bildung, über "Gute" und "Schlechte" philosophiert und dabei so schreckliche Grammatikfehler macht, dann überkommt mich mein Bildungsauftrag (durchaus ein Versuch, einen "Schlechten" weniger "schlecht" zu machen):
Liebe(r) TomTom33, bedenken Sie künftighin folgende Regel: immer dann, wenn man im Dialekt (ich nehme an, als "TomTom" sind Sie Österreicher(in) und daher des Dialekts mächtig) "des" oder "des wos" sagen kann, immer dann schreibt man "das". Nur in jenen Fällen, wo dies nicht möglich ist, schreibt man "dass". Dann aber schon.
Ich hoffe, dass das klar ist ;-)
"Panik ist ein Zustand intensiver Angst vor einer tatsächlichen oder angenommenen Bedrohung. Sie ist eine starke Stressreaktion des Organismus auf eine oft unerwartete und erschreckende Situation und geht einher mit vielfältigen vegetativen und Körpersymptomen. Dabei kann es unter Umständen zu einer Einschränkung der höheren menschlichen Fähigkeiten kommen." (Wikipedia)
Trifft irgendwie alles zu. Unser modernes Leben ist für viele eine permanente Heraus- und oft auch Überforderung. Wir verspüren andauernden Veränderungsdruck, wissen aber nicht so recht in welche Richtung es gehen soll. Und dann ist da noch die "Panik" - und die macht uns nicht wirklich schlauer... (siehe oben)
was ich für meine kinder wünsche, ist eine lernumgebung, in der sie den kontakt zu ihrer lebensfreude und ihrem inneren wissen darum, was sie lernen wollen, behalten. wo sie mit kindern und erwachsenen unterschiedlicher altersgruppen einen respektvollen umgang erfahren. wo sie ihre kreativität entfalten können. ihre einzigartigkeit, in einer lebensfreundlichen gemeinschaft. wo sie nicht aus angst lernen, sondern aus neugier. wo sie ihren inneren reichtum schenken und erfahren dürfen. wo sie ihrer inneren führung vertrauen lernen.
und ich kann mir keine alternativschule leisten.
dieses oben-unten-denkschema ist mir echt zu "flach".
das ist ein schöner Wunsch, dessen Umsetzung ideal passte, wenn das spätere Berufsumfeld und die Gesellschaft dann auch entsprechend funktionieren würde.
Aber im Berufsleben wird auch Leistung gefordert, und darauf sollte die Schule (mit Hilfe des Elternhauses!) auch vorbereiten.
Oder um es griffig zu formulieren: ich wünsche mir die jungen Geschäftspartner, die mit Kreativität, Engagement und Freude, die gewünschten Leistungen komplett und termingerecht liefern - tja darauf sollten die jungen Leute vorbereitet sein wenn die Ausbildung beendet ist!
(PS.: Sie können "Geschäftspartner" beliebig durch Handwerker, Jurist, Lehrer etc. ersetzen)
ich erschaffe mir das auch selbst. und ziele da genau auf dieses gleichgewicht von kreativität/im fluss sein und struktur/ziele erreichen hin. das "funktioniert" auch.
analysen der gesellschaft, "wie sie halt ist", bringen uns nicht zu einer gesellschaft, "wie wir sie uns wünschen". allzuleicht wird der kritische blick zu einem systemerhaltenden element.
vertrauen und handeln, das liegt mir näher.
ich bin freiberuflich tätig und ich hatte weder startkapital, dafür zwei kleine kinder für die ich sorge. und ich komme nicht aus einer elite-familie, meine eltern hatten beide "nur" berufsschule.
wenn ich einen wunsch habe, sehe ich mich als zuständig, ihn umzusetzen.
und ja, das geht.
fassen das Dilemma der Ansprüche an eine Schule wunderbar zusammen. Kein derzeit denkbares System ist imstande es zu lösen. Ausschlaggebend wird immer das Individuum sein (von dem ja jetzt immer die Rede ist) - in diesem Fall halt das Lehrer-Individuum. Diese Einzelperson muss durch seine Vorbildwirkung dafür sorgen, dass die Erwartungen erfüllt werden. Es ginge - wenn nicht so schaurig viele Lehrer meilenweit von den dazu gehörigen Fähigkeiten und Eigenschaften entfernt wären! (Die Gesamtschule wird dann auch nix helfen)
Es gibt schon sehr viele gute Lehrkräfte. Ausserdem will man ja auch die Lehrer-Ausbildung verbessern.
Bei all diesen Diskussionen hat man ganz vergessen, dass auch Eltern etwas Verantwortung für ihre Kinder aufbringen sollten.
Ich bin in einer Schule aushilfsweise und ich höre öfters, was alles an Erziehungsarbeit den Lehrern nicht noch aufgebürdet werden soll. Auch da sollte man ansetzen.
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