Iraks Premier warnt vor Waffenlieferungen nach Syrien

Maliki: Bewaffnung der Konfliktparteien führt zu Stellvertreterkrieg

Bagdad - Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hat vor einer Bewaffnung der Konfliktparteien in Syrien gewarnt. Das würde zu einem "regionalen und internationalen Stellvertreterkrieg" in dem Land führen, sagte Maliki am Donnerstag auf dem Gipfeltreffen der Arabischen Liga in Bagdad. Zudem würde eine Bewaffnung der Konfliktparteien einer ausländischen Militärintervention "das Feld bereiten", die der Souveränität eines "arabischen Bruderstaates" schaden würde, so der irakische Regierungschef.

Ein "nationaler Dialog" sei die "beste Lösung" für ein Ende des Konflikts, sagte Maliki. Er sprach sich für Gespräche unter Vermittlung der Arabischen Liga und der UNO aus, die zu einer Regierung der nationalen Einheit in Syrien führen sollten.

Zehntausende Tote nach US-Intervention

Nach dem US-geführten Einmarsch 2003 hatte der Irak zahlreiche Jahre voller Gewalt erlebt, durch die zehntausende Menschen getötet wurden. Für viele der Opfer waren Anschläge des Terrornetzwerks Al-Kaida verantwortlich. Nachdem die Anhänger der Organisation in seinem Land "besiegt" seien, könnten diese nun in anderen arabischen Ländern Konflikte infolge von Umwälzungen auszunutzen, warnte Maliki insbesondere mit Blick auf die politischen Umbrüche im Zuge des Arabischen Frühlings.

Als Gastgeber des Arabischen Gipfels machte die irakische Führung keine besonders gute Figur. Da jede der untereinander zerstrittenen Regierungsparteien Vertreter zu dem Großereignis schicken wollte, saß - entgegen dem normalen Protokoll - eine große Menschentraube hinter Ministerpräsident Maliki. Nach Angaben von Reportern vor Ort bestand die irakische Delegation aus 80 Politikern und Diplomaten. Der irakische Staatspräsident Jalal Talabani, der den Gipfel leitete, verhaspelte sich zudem mehrfach bei der Ankündigung der Redner. (APA, 29.3.2012)

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