Aus drei mach zwei: Neue Mittelschule

Eine neue Schule soll Schule machen - die AHS bleibt bestehen

Wien - Fünfzig Jahre ist die "jüngste" Schulform Österreichs, die polytechnische Schule, alt, jetzt gibt es mit der Neuen Mittelschule (NMS) wieder eine neue Schule: Bis 2018/19 ersetzt sie schrittweise alle Hauptschulen. Und was ist an dieser neuen Schule neu?

  •  Unterricht: In Deutsch, Mathematik und lebender Fremdsprache ist innere Differenzierung des Unterrichts vorgesehen, es gibt keine fixen Leistungsgruppen. Für temporäre Gruppenbildung und Teamteaching mit zwei Lehrern in der Klasse stellt das Unterrichtsministerium pro NMS-Schüler und Jahr 1000 Euro zusätzlich zur Verfügung. Der Lehrplan entspricht weitgehend dem des Realgymnasiums. Es gibt mindestens zweimal pro Jahr verpflichtende Eltern-Lehrer-Schüler-Gespräche.
  •  Zeugnis: In der 3. und 4. Klasse NMS wird in den differenzierten Gegenständen im Zeugnis ausgewiesen, ob der Schüler sich nur Basiswissen ("grundlegende Allgemeinbildung") oder komplexeres Wissen ("vertiefte Allgemeinbildung") aneignen konnte. Die vertiefte Bildung entspricht dem Bildungsziel der AHS-Unterstufe.
  •  Übertrittsberechtigung: Wer in allen differenzierten Fächern "vertieft" abschließt, ist zum Übertritt in AHS oder BHS berechtigt (siehe Grafik). Wer das in einem Fach nicht schafft, kann von der Klassenkonferenz AHS/BHS-reif erklärt werden. In der 1. und 2. Klasse können NMS-Schüler in die AHS wechseln, wenn sie in Deutsch, Mathe und Englisch ein Sehr gut oder Gut haben. Wer in der 4. Klasse NMS in allen drei Gegenständen nach "grundlegendem Allgemeinwissen" mit Befriedigend oder Genügend beurteilt wird, darf in berufsbildende mittlere Schulen (BMS) aufsteigen. Wer in dieser Kategorie mit Nicht genügend abschließt, darf ins Poly oder das letzte NMS-Jahr wiederholen. (nim, APA, DER STANDARD, 30.3.2012)
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