Königsbeleidigung kostet 900 Euro

29. März 2012, 16:14
  • "Una historia real" von Ardor de Estomago

Punkgruppe "Sodbrennen" nannte Juan Carlos "Bastard" und "Hurensohn"

Madrid - Wegen Beleidigung des spanischen Königs Juan Carlos sind die drei Mitglieder einer Punkgruppe zu je 900 Euro verurteilt worden. Die jungen Männer hatten nach einem Urteil des Nationalen Gerichtshofs auf einem Festival mit ihrer Gruppe "Ardor de Estomago" (Sodbrennen) ein Lied vorgetragen, in dem der Monarch mit Ausdrücken wie "Bastard" und "Hurensohn" belegt worden war.

Die Richter lehnten in ihrer am Donnerstag in Madrid veröffentlichen Entscheidung den Antrag von Nebenklägern ab, wonach die Musiker dem Königshaus eine Entschädigung von 100.000 Euro zahlen sollten. Das beanstandete Lied war im Anschluss an das Festival in Segovia auf eine CD aufgenommen worden, deren Herausgabe von der Rathausverwaltung der mittelspanischen Stadt finanziert wurde.

Der Bürgermeister von Segovia, Pedro Arahuetes, sagte in dem Prozess aus, das Stück sei wegen einer "Kette von Fehlern" auf die CD geraten. Er habe erst später davon erfahren und das Königshaus um Entschuldigung gebeten. Die drei Musiker hatten vor Gericht bestritten, die Urheber und Interpreten des Lieds gewesen zu sein. (APA, 29.3.2012)

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copyrightveröetzung!

die sollen einfach die stadt segovia auf 2700€ tantiemen klagen.

mMn um längen besser, als solche dumpfen schimpfwörter:
http://www.youtube.com/watch?v=QWubhXBpRlQ

...und damit hat "Sodbrennen"

voll ins Schwarze getroffen:

http://www.spiegel.de/spiegel/p... 65262.html

.

schon entsetzlich wie schnell es dann immer vorbei ist mit grundlegenden rechte wie "jeder ist vor dem gesetz gleich"

nicht falsch verstehen, beleidigung ist beleidgung und gehört bestraft...

aber Königsbeleidigung.....

so wie ich "jeder ist vor dem gesetz gleich" verstehe kann es keinen unterschied machen ob ich einen könig oder einen sandler beleidige....

Wenn ein "normaler" Mensch auf diese Weise beleidigt würde, dann käme es wohl zu einem ganz ähnlichen Urteil.
Die "Schadenersatz"forderungen auf € 100 000.- sind ja (mE ganz korrekt) abgeleht worden.

es geht ums prinzip

alleine dass es ein Delikt gibt das man "Königsbeleidigung" nennt suggeriert, dass der König etwas andres ist als ein normaler Bürger...etwas besseres...

und das ist nicht richtig...

In der Realität IST der König aber nun mal kein normaler Bürger. Schon in Ordnung so, man muss nicht alles gleichmachen.

der könig ist auch kein normler bürger sondern ein staatssymbol. diese dürfen auch bei uns nicht herabgesetzt(aber natürlich kritisiert) werden. zugegeben zwar konservativ, aber ansichtssache find ich und so falsch nicht.

Ist es wirklich eine Königsbeleidigung gewesen?
Die Überschrift suggeriert es zwar, aber irgendwie hat der Artikel hierzu keine weiterführenden Infos.
Eigentlich eine Schande für eine Qualitätszeitung - das Urteil hätte man durchaus präziser ausführen können im Artikel.

leider kenn ich auch nur diesen Artikel...

Nur 3 x 900 Euro...

so werden die ihre Finanzen nie in Ordnung bringen.

Ein großer Staatsmann

Mimimimimimi!

ich dachte, der ganze adel wäre schon abgeschafft? also...weg damit! der könig soll hackeln gehn wie jeder andere.

in Spanien ist der Adel doch nicht abgeschafft!?

aber umgekehrt geht das schon, dem König passiert nix:

http://tinyurl.com/ckhq9g6

das könnte bei uns durchaus teurer werden

§ 115. (1) StGB "Wer öffentlich oder vor mehreren Leuten einen anderen beschimpft, verspottet, oder ..., ist, wenn er deswegen nicht nach einer anderen Bestimmung mit strengerer Strafe bedroht ist, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen zu bestrafen."

§ 117 Abs 1 StGB "§ 117. (1) Die strafbaren Handlungen gegen die Ehre sind nur auf Verlangen des in seiner Ehre Verletzten zu verfolgen. Sie sind jedoch von Amts wegen zu verfolgen, wenn sie gegen den Bundespräsidenten, gegen den Nationalrat, den Bundesrat, die Bundesversammlung oder einen Landtag, gegen das Bundesheer, eine selbständige Abteilung des Bundesheeres oder gegen eine Behörde gerichtet sind. ..."

Stichwort "Hump , Dump, Lump" Affäre

Ha, hier darf man ja:
Der spanische König ist ein Fallot,
in Frankreich läg' er unterm Schafott.

In Thailand gibts dafür lebenslänglich

So gesehen ist das billig.

Und früher stand in Europa auf Majestätsbeleidigung die Todesstrafe. So gesehen ist lebenslänglich in Thailand billig.

Treiben wir das Spiel fort?

Na, bei solchen Ausdrücken würde sogar ein treuer Republikaner auf Beleidigung klagen...

Wenn ich hierzulande jemanden einfach so als "Bastard" oder "Hurensohn" bezeichne kann ich mir dann nicht auch eine Anzeige einhandeln? (wenn die betroffene Person recht pingelig ist)

In Anbetracht der Wortwahl seh ich das wirklich nicht so schlimm, problematischer fänd ichs, wenn konstruktive Kritik unter Strafe gestellt werden würde - die paar Schimpfwörter kann man sich aber echt sparen.

Also wenn alle europaeischen Monarchen solche Demokraten waeren wie Juan Carlos...

Der Spanishe Koenig wurde vom Diktator Franco als Nachfolger aufgebaut. Was tat er? Nach Franco's tod 1974 fuehrte er das Land behutsam in die Demokratie.
Und als im Feber 1981 Offiziere de Guardia Civil ins Parlament eindrangen und schiessend einen Staatsstreich verkuendeten, ging der Koening in Uniform auf Live-Sendung und befahl den Puschisten, in ihre Kasernen zurueckzukehren und sich zu ergeben. Der Putsch endete am selben Morgen an dem er begann.
Diesen Ausnahmemonarchen zu beleidigen koennte ruhig mehr kosten.

Jo, das ist das schöne offizielle Märchen. Juan Carlos hat kein Land in die Demokratie geführt, sondern sich fügig dem Massenmörder Franco unterworfen, die "Legalität des 18. Juli 1936" (faschistischer Aufstand, der den span. Bürgerkrieg einleitete) anerkannt und davon niemals abgeschworen. Sein Vater hatte wenigstens den Anstand, vor Franco nicht zu buckeln. Dass Spanien hinterher dem Anschein nach demokratisch wurde, hat mit Juan Carlos nur am Rande zu tun. Und beim Putsch am 23.2.1981 soll er sich erst bei den verschiedenen militärischen Befehlshabern nach deren Stimmung umgehört haben, bevor er vor die Kameras getreten ist.

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