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Guntram Brattia hat Joseph Roths "Hiob. Roman eines einfachen Mannes" (1930) für die Kammerspiele Innsbruck inszeniert. Und es ist ihm eine wunderbar dichte und berührende Inszenierung geglückt (Fassung: Koen Tachelet).
Elmar Drexel verkörpert den frommen und gottesfürchtigen Juden Mendel Singer, der mit seiner Frau Deborah (Nestroy-Preis-Trägerin Eleonore Bürcher), seinen drei gesunden Kindern (Helmuth A. Häusler, Gerhard Kasal, Lisa Hörtnagl) und dem behinderten Sohn Menuchim (Nevena Lukic) ein einfaches Leben als Dorfschullehrer in der Provinz des zaristischen Russland lebt. Das kranke Kind wird von der Familie als Strafe Gottes empfunden. Als ein Sohn in die Armee einrücken muss, der andere desertiert, beschließt auch Mendel Singer, mit Frau und Tochter nach New York auszuwandern. Menuchim, der Krüppel, wird zurückgelassen. Nach Schicksalsschlägen und Gewissensbissen verzweifelt der fromme Jude an Gott und verliert den Glauben.
Guntram Brattia arbeitet mit sehr viel Musik, die er zusammen mit Frajo Köhle sensibel gewählt hat. Heinz Hausers Bühnenbild überzeugt durch seine Einfachheit und Klarheit. Ein weißer Kreis, auf die Bühne gemalt, zwei Linien und eine Glühbirne, sind Mendel Singers armselige Hütte. Viele waagrechte Linien, in denen man sich verstecken und aus denen man auftauchen kann, werden zum Kornfeld. Unzählige senkrechte, nach oben aufstrebende Linien sind New York, darin wird ziellos umhergeirrt. Dieselben Linien, gekreuzt und rot angestrahlt, symbolisieren den Stacheldraht des Kriegs, man verheddert sich darin und krepiert. (dns, DER STANDARD, 30.3.2012)
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Es gab schon auch weniger gute, aber die haben die Jahre eben nicht überdauert.
Froh bin ich allerdings, daß ich eine Nachteule bin, denn die besten Sachen werden nach Mitternacht gesendet, wie man auch am neuen ORF III wieder gut sehen kann.
Allein die Qualität der alten Club 2 Wiederholungen spricht Bände.
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