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vergrößern 900x600Das Harmonium dröhnt, ein Cello raunt, die Drumbox pluckert: Julia Holter variiert dazu Zeilen der antiken griechischen Dichterin Sappho.
Wien - Der Einfluss Laurie Andersons ist deutlich zu hören. Schließlich gilt die 64-jährige US-Musikerin als zentrale Wegbereiterin einer weiblichen Kunst zwischen Minimalismus, Atmosphäre und kunstgeschichtlichen Zitaten, die heute dank Laptop und elektronischer Gerätschaft ohne Probleme daheim im Wohnzimmer nachgestellt werden kann.
Dennoch gelingt der 27-jährigen Julia Holter aus Los Angeles nach diversen Kassettenproduktionen und ihrem 2011er-Albumdebüt "Tragedy" nun mit der Folgearbeit "Ekstasis" etwas durchaus Eigenständiges. Die ehemalige Musiklehrerin arbeitet im Dunstkreis anderer derzeit angesagter, von ihren Wohnungen aus operierender Do-it-yourself-Musiker wie Nite Jewel, John Maus oder Ariel Pink an einer sympathischen wie überzeugenden Form des zeitgenössischen Heimwerkerpop.
Auf Second-Hand-Instumenten wie alten Casio-Keyboards, einem hoppertatschigen Drumcomputer, Spielzeugklavieren oder Harmonium und ihrem angestammten Cello zollt Holter einerseits eindeutig Laurie Andersons dunkel-dröhnenden, verwunschenen, repetitiven Märchen-Kunststücken Tribut. Das Harmonium grummelt und ächzt auf einem Grundakkord, manchmal erwecken akzentuierte Basstöne den Anschein von Dringlichkeit.
Darüber zirpt ein zweckentfremdeter Eierschneider für Zauberklänge aus dem Lande Nirgendwo. Man kann aber auch sich nach teurer, professioneller Studioproduktion sehnende, synthetisch erzeugte klassische Popsongs hören, wie sie etwa ihre Freundin Ramona Gonzalez alias Nite Jewel für ihr ebenfalls aktuelles Album "One Second Of Love" eingespielt hat.
Moderne Kunstlieder
Zwischen milder Melancholie und fröhlicher Hitparadenkäsigkeit aus den 1980er-Jahren ist es dann schon möglich, dass zu schaumgedämpften Handclap-Effekten mittels mehrerer übereinandergelegter und elektronisch mit Vocoder-Effekten und Hall verfremdeter Stimmen Erinnerungen an die esoterische Feenpop-Grundlagenarbeit der irischen Sängerin Enya wach werden. Der Song "Goddess Eyes II" etwa jubiliert diesbezüglich deutlich vorbelastet Richtung Enyas altem Welthit "Orinoco Flow".
Während ihres Studiums lernte Julia Holter nicht nur das Werk des auch für Laurie Anderson wichtigen kalifornischen Avantgardisten John Cage kennen. Wie die Texte der Lieder zuvor auf Tragedy und nun auch auf Ekstasis klarmachen, stand auch europäische Kultur auf dem Lehrplan. Julia Holter variiert dabei Verse und Motive alter griechischer Tragöden wie jene von Euripides. Und sie lässt die antike Dichterin Sappho und deren sehnsüchtiges Schmachten wieder aufleben.
Zwischen naivem Einwegpop, modernem Kunstlied, konzeptueller Strenge, Geisterstimmen aus dem Schattenreich und lebensbejahender Euphorie hört man so eine der interessantesten jungen Stimmen im Genre der Nebenerwerbs-Undergroundmusik seit langer Zeit. Julia Holter veröffentlicht leider auf dem kleinen und relativ neuen US-Label Rvng Records. Physische Tonträger sind dementsprechend schwer zu bekommen.
In Österreich hat sich für Julia Holters Kunst immerhin der Wiener Vertrieb Trost gefunden (trost.at). Menschen mit kleinkrimineller Energie finden ihre Musik aber ohnehin mit einer schnellen Suchanfrage im Netz. (Christian Schachinger, DER STANDARD, 30.3.2012)
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wieso musste ich während des Videos unweigerlich an Lana del Rey denken?!?
Ich weiß nicht, aber irgendwie kommt mir das alles relativ gestellt und steril vor.
Passt aber mittlerweile zu unserer Zeit, in der sich vor allem die Jugendlichen uns jungen Erwachsenen immer mehr in Oberflächlichkeiten verlieren.
Der Soundtrack zum Ende der Krise
https://www.youtube.com/watch?v=T... F5B36E2CE4
Peace
Für mich sind die Alabama Shakes die größte Entdeckung in letzter Zeit
http://www.youtube.com/watch?v=X... ature=fvst
Aber für österreichische Popverhältnisse ist sie eh ein Genie.
Und mit 27 (wie Julia Holter) wird Anja Blaschg hoffentlich auch etwas weiter sein als mit ihrem Leidensmädchensche*ß auf Egotrip.
Wenngleich weit entfernt von dieser auch für mich Neuentdeckung.
Ich verstehe unter Power was anderes als Effekthascherei - und das 2. Album ist abgesehen vom deutschen "Vater" null weiter als das Debut.
Nach 3 Jahren erwartete ich mir von einem "Wunderkind" aber etwas mehr als null Entwicklung.
Auch gar nicht so wenig Effekthascherei ist Soap&Skin.
Was nicht schlimm ist, aber was anderes als Power.
Und in Gezirpe kann mehr Power sein als in achso dramatischen Bühnengeistereien der leidenden großen Frau Künstlerin.
Der gemeine Österreicher kann einfach nicht ertragen dass von einem lebenden Landsmann (Landsfrau) Qualität produziert wird, die international auf Interesse stößt. Wenn das noch dazu eine Frau ist und die darüber hinaus jung - umso schlimmer.
Wenn sie die Qualität nicht hören können oder wollen, ist das grundsätzlich auch egal, man muss ja nicht alles mögen. Aber peinliche Bashingpostings die vor Neid uns Mißgunst triefen, sagen weniger über die Musik von Frau Plaschg aus, als über sie.
Liegt in meinen Worten genau der Neid und die Missgunst?
In der höchst subjektiven Feststellung, dass das 2. (Mini)Album keinen Deut weiter ist als es das Debut war?
Aber egal, typisch österreichisch ist auch, dass aber sowas von jegliche Kritik als Neid und Missgunst qualifiziert wird.
Und das sagt aber eh gar nix über sie aus.
Über Sie.
Und was glauben Sie, die Plaschg ist untypisch österreichisch? Denkste ..;)
Die Künstlerin ist nicht ganz so wehleidig im Interpretieren u Verdauen von Kritik wie solche wie sie.
Sonst müsste sie längst zum Psychologen oder Psychopharmaka nehmen, um an Neid- u Missgunstkommentaren nicht zu verzagen.
Es ist ihr zu wünschen, denn der Wind kann von ausschließlich Lobeshymnen irgendwann auch umschlagen.
Letztens war ein Kommentar auf ihrer fb-Seite unter ein 1min-Video das sie in Prag zeigte:
"Was würdest Du machen, wenn Du nicht so schön wärst?" hat da eine/r gefragt - der Kommentar war kurze Zeit später verschwunden.
Nicht einmal neidische oder missgünstige sondern einfach nicht 100% hymnisches wird gnadenlos gelöscht im Soap&SkinBezirk.
Das zeigt das wahre Gegenteil von Größe oder Souveränität. Gedanken erlaubt? NO!
Fakt ist, dass sie in ihrem Ausgangsposting, keinen anderen Weg fanden einer Künstlerin ihre Reverenz zu erweisen, als damit, eine andere zu bashen.
Aber was solls, auf der einen Seite Hateposter und auf der anderen Kapazunder wie John Cale, die an Zusammenarbeit interessiert sind. Da es fällt nicht allzu schwer zu gewichten.
btw. diese "man wird ja noch sagen dürfen" - Argumentation findet man meist in einem sehr ungustiösen Lager. Paranoia, wie sie in ihrem letzten Absatz zum Ausdruck kommt übrigens auch.
Wollen sie an denen wirklich anstreifen?
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