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Das Sandstralverbot, das viele Unternehmen freiwillig erließen, gibt es in der Praxis kaum.
Wien - Nach Meldungen, wie gefährlich die Sandstrahltechnik für Arbeiter ist - meist eingesetzt, um bei Jeans den beliebten Used-Look herzustellen - gaben viele Markenunternehmen der Textilindustrie dem öffentlichen Druck nach und erließen ein Sandstrahlverbot in ihren Zulieferbetrieben. Ein Jahr nach dem Start der internationalen Clean Clothes-Kampagne gegen die Sandstrahltechnik wollten Vertreter der Kampagne herausfinden, ob das von den Firmen ausgesprochene Verbot auch umgesetzt wird. Die Ergebnisse sind ernüchternd, zeigt ein aktueller Report.
Es wird weiter gestrahlt
Von den Marken, die auf Sandstrahltechnik verzichtet haben, hätten nur wenige klare Informationen darüber zur Verfügung gestellt, wie dieser Verzicht umgesetzt und kontrolliert wird. Für die Recherche wurden deshalb 73 ArbeiterInnen aus sieben Fabriken in Bangladesch interviewt. Fast die Hälfte der Befragten identifizieren folgende Firmen als Käufer der Produkte, die die Fabrik herstellt, in der sie arbeiten: H&M, Levi's, C&A, D&G, Esprit, Lee, Zara und Diesel. Bis auf Dolce & Gabbana haben alle diese Marken erklärt, dass sie Sandstrahlen nicht mehr erlauben. "Es ist schockierend, dass Unternehmen das Sandstrahlen verbieten, um ihren Ruf zu retten, gleichzeitig aber weiterhin die Arbeiterinnen und Arbeiter einer tödlichen Gefahr aussetzen", kritisiert Philip Doyle von der österreichischen Clean Clothes Kampagne.
Tödliche Nebenwirkungen
Die Recherchen zeigten, dass noch immer viele Jeans sandgestrahlt würden, teilweise auch in der Nacht, um allfällige Kontrollen zu umgehen. Es sei oft unmöglich von den Auftraggebern geforderte Designvorgaben mit andern Techniken als mit Sandstrahlen zu erfüllen, meinte ein Fabrikmanager. Die Sandstrahltechnik kann tödlichen Nebenwirkungen für die Arbeiter haben, sie führt zur Erkrankung an der unheilbaren Silikose (Staublunge).
Die Clean Clothes Kampagne fordert alle verantwortlichen Markenfirmen dringend auf, das Sandstrahlverbot nachhaltig und flächendeckend durchzusetzen. "Markenfirmen müssen schon ihre Designvorgaben so anpassen, dass die Jeans nicht sandgestrahlt werden müssen, sämtliche Formen dieser 'Veredelungspraxis' verbieten und für die Überprüfung des Verbots mit lokalen Gewerkschaften und NGOs kooperieren" so Philip Doyle. Markenfirmen sollen nur noch in Zulieferbetrieben produzieren, die auf diese Technik verzichten. Auf politischer Ebene wäre ein Verbots-Erlass seitens der Regierungen der Produktionsländer, wie es bereits in der Türkei der Fall ist, zielführend bzw. ein Importverbot für sandgestrahlte Jeansprodukte überlegenswert.
Bewusste KäuferInnen sollten vom "Used-Look" besser die Finger lassen und statt stonewashed oder gebleichten Jeans wenigstens blaue Jeans kaufen. (red, derStandard.at, 29.3.2012)
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Nachlese
Jeans: Sandstrahltechnik wird weiter angewendet
Wissen: Clean Cloths-Kampagne
Um die Arbeitsbedingungen in der internationalen Bekleidungs- und Sportartikelproduktion zu verbessern, fordert die Clean Clothes Kampagne die Einhaltung sozialer Mindeststandards in Verbindung mit regelmäßiger Überprüfung durch unabhängige Kontrollinstanzen.
Die Clean Clothes Kampagne ist auf nationaler Ebene als Plattform organisiert. Die österreichische Kampagne wird von 14 Organisationen, sogenannten Plattform-Organisationen zu denen etwa Global 2000, EZA oder Horizont 3000 gehören, getragen. Die Koordination obliegt derzeit der Südwind Agentur.
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Die diese Produkte kaufen. Da ein reger Bedarf an Used Look Jeans herrscht werden diese auch brav produziert. Sobald keiner diese Jeans kauft, müssen auch keine produziert werden und das Problem hat sich erledigt. aber die Modeindustrie suggeriert ja dem Kunden "wenn du keine Used Jeans hast bist du nicht cool". Man sollte sich selber sagen: ich verzichte auf diese Jeans und bin cool weil ich damit etwas gutes tue.
"stonewashed" = mit steinen gewaschen. dafür gibts spezielle steine. die modernen hightech-waschmaschinen sind dafür ungeeignet. eine alte, die 15 liter verbraucht, is wunderbar. auffangen und wieder in die maschine zurück. eiget sich sonst auch zum färben. man sollte sich dafür aber mit ein paar anderen leuten zusammenschließen, weil derartige investitionen für einmaligen gebrauch zu teuer sind.
heutzutage werden jeans gelasert. beispiel mit tigerkopf-muster hier:
> http://www.youtube.com/watch?v=P9x0sYDbPe4
die behauptung, dass man für bestimmte muster sandstrahlen muss, is demnach völliger schwachsinn.
einzig Bruyereholz sollte gesandstrahlt werden, damit die oberfläche der pfeife verdoppelt wird - aber keine jean.
CU TOM
bei welchen Käufern dieser used-look ach so beliebt ist?!
Also ich brauch den Schas nicht - und viele meiner Bekannten auch nicht.
Das Problem ist halt, dass man heutzutage ewig suchen muss, bis man einmal eine nicht derartig verunstaltete Jeans findet.
Noch dazu in Bangladesh mit seiner Überbevölkerung und seiner Arbeitslosigkeit kann es sich ein Unternehmer problemlos leisten, seine Leute gnadenlos zu verheizen (im konkreten Fall: dem Sandstrahl auszusetzen), denn Ersatz findet er ja immer ganz schnell. Und Ärger mit den Behörden braucht er nicht zu fürchten, denn seine Schmiergeldkassa ist ja ständig voll.
Es zeigt aber, dass das zentrale Problem nicht die Sandstrahltechnik ist, sondern die Schutzlosigkeit der Arbeiter. Ich bin sicher, dass den innovativen Unternehmern auch bei bisher ungefährlichen Produkten noch Möglichkeiten einfallen werden, wie die Produktion auf Kosten der Arbeitssicherheit beschleunigt oder verbilligt werden kann.
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