Apple-Chef Cook besuchte iPhone-Fabrik in China

29. März 2012, 10:58

Machte sich Bild von Arbeitsbedingungen beim umstrittenen Zulieferer Foxconn

Apple-Chef Tim Cook hat sich auf seiner China-Reise persönlich ein Bild von den Arbeitsbedingungen in einem iPhone-Werk des umstrittenen Zulieferers Foxconn gemacht. Im Zhengzhou Technology Park des weltgrößten Auftragsfertigers Foxconn arbeiten 120.000 Menschen. Der Apple-Chef hatte sich in den vergangenen Tagen bereits unter anderem mit Vize-Premier Li Keqiang getroffen. Über die Inhalte der Gespräche teilten beide Seiten keine Details mit.

Kritik an Arbeitsbedingungen

Foxconn stand wegen der Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Smartphones, Tablet-Computern und anderen Elektronik-Geräten in den vergangenen Monaten immer wieder in der Kritik. Schon 2010 geriet der Konzern in schlechtes Licht, nachdem einige Foxconn-Arbeiter sich selbst getötet hatten. Neben Apple gehören auch andere führende Branchenmarken wie Amazon, Dell, Nintendo, Hewlett-Packard, Samsung, IBM, Lenovo, Motorola, Nokia, Sony und Toshiba zu den Foxconn-Kunden.

Besseres Image

Apple-Chef Cook hat seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr mehrere Schritte unternommen, um das Image von Apple im Zusammenhang mit den Arbeitsbedingungen in China zu verbessern. So trat Apple als erstes Unternehmen der Elektronikbranche der Organisation Fair Labor Association (FLA) bei, die eigene Kontrollen durchführt, und listete erstmals alle seine Lieferanten und Partner auf. Apples jährliche Berichte über die Lage der Arbeiter bei Zulieferern zeigten immer wieder Probleme bei Sicherheit, zu lange Arbeitszeiten und einige wenige Fälle von Arbeit Minderjähriger, die sich in einen Job geschummelt hatten.

"Menschliche Kosten"

Vor allem in den USA wurde zuletzt angesichts des Apple-Geldbergs von rund 100 Mrd. Dollar (75,0 Mrd. Euro) über die "menschlichen Kosten" von iPhone und iPad diskutiert. Das Gehalt der Arbeiter und Ingenieure bei Apple-Partnern wie Foxconn in China liegt zwar oft deutlich über dem örtlichem Durchschnitt, ist nach westlichen Verhältnissen aber immer noch sehr gering. Zwölfstunden-Schichten mit monotonen Arbeitsabläufen sind an der Tagesordnung. Zugleich bilden sich immer gewaltige Schlangen vor den riesigen Fabriken, wenn Foxconn neue Arbeiter sucht. Cook kennt die Fabriken gut: Er war lange für das Tagesgeschäft zuständig und hatte auch die Zuliefererkette neu aufgebaut.

Einstieg bei Sharp

Foxconn fertigt die meisten iPhones und iPads von Apple. Die Gruppe ist die Mutter der in Hongkong gelisteten Foxconn International Holdings und der in Taiwan notierten Hon Hai Precision. Hon Hai sorgte jüngst mit seinem Einstieg bei Sharp für Furore. Die Taiwanesen übernehmen zehn Prozent an dem japanischen Elektronikkonzern. Experten sehen in der Beteiligung eine Chance für Apple, einen Fuß ins TV-Geschäft zu bekommen und halten es nun für umso wahrscheinlicher, dass der US-Konzern bald einen eigenen Fernseher auf den Markt bringt.

Zweitgrößter Absatzmarkt für Apple

China ist der weltgrößte Mobilfunk-Markt und für Apple der zweitgrößte Absatzmarkt überhaupt. Die Amerikaner hatten hier zuletzt aber Boden gegen seinen schärfsten Rivalen Samsung Electronics verloren, und das neue iPad ist noch nicht in China eingeführt. Zudem kämpft Apple aktuell in der Volksrepublik vor Gericht um den Markennamen "iPad". Die chinesische Technologiefirma Proview beansprucht die Rechte an dem Namen des erfolgreichen Tablet-Computers für sich.

Auf seiner Reise besuchte Cook eines der beiden Apple-Geschäfte in Peking und kam mit Vize-Ministerpräsident Li Kequiang zusammen. Kequiang soll ihm laut Staatsmedien zugesichert haben, die Urheberrechte künftig besser zu schützen. Zudem soll Cook eine Zusammenarbeit mit Chinas größten Mobilfunkanbieter China Mobile vorangetrieben haben. (APA, 29.03.2012)

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Tim looking at things

Die großen Firmen können halt nicht genug Profit machen, nur deswegen wird nicht dafür gesorgt, dass die Arbeiter anständige Gehälter für ihre stupide Arbeit bekommen. Und wenn sich die dann reihenweise aus dem Fenster stürzen, macht man halt auffangnetze dran, statt sich um die Ursachen zu kmmern...

Die haben dort sicher eiligst Potemkin'sche Dörfer aufgebaut!

...und alles fein rausgeputzt und das gute Gewand angezogen.

Hat der faule Apfel wenigstens die angeheuerten Schauspieler für das Simulieren humaner Bedingungen ordentlich entlohnt?

ja klar alles Extras ...

... und die Fotos wurden in Hollywood gemacht!

Die Mondlandung hat ja schließlich auch nie stattgefunden... ;)

genau ;-)

+ JFK

ios marktanteil zu android - simma in china schon bei 5%??...lol
10% ios anteil bis jahrende in europa - nur mal so geschätzt...

präpotenz hat nun mal seinen preis...:)

Sie sprechen sicher aus Erfahrung... mit der eigenen Präpotenz.

ich versuche mich mit allem auseinanderzusetzen und krampfhaftes schönreden von welcher seite auch immer zu vermeiden.
wir verkaufen ipads in größerem stil (ca 30 im letzten halben jahr ) und ich weiss wovon ich spreche. für einen bestimmten bereich hat ipad absolut seine meriten.für andere anwendungen aber, wo wiederum ganz andere anforderungen herrschen ist die samsung-alternative ganz toll und die user sind sehr zufrieden.dieses einseitige lobhudeln auf ein gerät und das lächerlichmachen aller anderen, die im android -breich eine alternative sehen ist von ihrer seite einfach grenzwertig und beleidigend.wenn sie das nicht begreifen werden sie mit anfeindungen rechnen müssen und sie schaden der marke und den geräten mehr als negat.berichte

Mit seinem Low Budget Anteil hüpft Android nicht sehr weit. Und App Entwickler oder Zubehör-Hersteller lockt das schon gar nicht. Das sind für jeden uninteressante Kunden...

Hon Hais Einstieg bei Sharp

Das ist bei dem Cooks Besuch in Foxconn vorgeschlagen worden. Denn Apple will mehr mit Foxconn zusammen arbeiten, um von Samsung zu entfernen, wegen des Streitens mit Samsung in Galaxy-Ipad-Imitation.

hat was von "kim jong il looking at things"!

Für schlichte Gemüter sicher. Erwachsene sind zu weit differenzierteren Sichtweisen fähig.

Daß man sie aber dann zu den Erwachsenen zählen kann, müsste auch Mal ein Apple kritischer Post von Ihnen kommen.
Oder ist wirklich ALLES nur gut und toll?

Mf G

Das habe ich nie behauptet. Ich werde hier sicher nicht etwas kritisches posten, in einem Forum, dass zu 90% aus Hatern und Berufsbashern besteht. Da gibt's viele andere und bessere Foren.

jetzt bin ich aber beruhigt

Die Arbeitsbedingungen und die Gehälter werden jetzt sicher drastisch verbessert. Alles wird gut.
Jetzt wo Cook die Firma besuchte...

Der wird ungefähr das gleiche realitätsnahme Bild vermittelt bekommen wie ein Landesschulinspektor auf Klassenzimmerbesuch.

seh ich auch so. unangekündikte kontrollen von ubhängigen prüfern... ein walraff bei foxconn?... solche berichte könnten dann auch was verändern... was bitte soll er dort tun? - mit arbeitern reden???
typisch auf beschwichtigung machen...

Stimmt. Und das wird er wohl auch selbst wissen. Es geht da wohl eher um das Signal an die Geschäftsführung von Foxconn: "kümmert euch darum, dass diese negativen Schlagzeilen aufhören".

die werden das sicher richtig auffassen und für bessere Arbeitsbedienungen und bezahlung sorgen anstatt die arbeiter zu verstummen.

etwa :frei nach den Filmsprüchen bei Mafiafilmen...

kümmert euch darum !!!!!!!!!!!!!

Brave new world !
SB

Klar, das ist Politik und genau um das, was Sie geschrieben haben, geht es. Wir sind hier aber im Appleforum des Standard, da geht es über ein Stammtischniveau wie das des Vorposters selten hinaus... ;)

hab am Stammtisch aber schon besser Konversationen erlebt ;-)

Ich denke es gibt gar kein vergleichbares Niveau ... einzigartig und doch nicht revolutionär oder in irgendeiner Form bewegend/anregend ...

Traurig, aber wahr! Versuchen wir, es mit Humor zu nehmen... ;-)

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