ÖH-Plan: Schöne neue Hochschulwelt

Kommentar |

Ein buchstäblicher Gegenentwurf zum Entwurf des Wissenschaftsministers

Es geht auch anders. Das ist der programmatische erste Satz des 170-Seiten-Konvoluts des Forum Hochschule, in dem auf Initiative der ÖH Studierende, Lehrende, Experten und Vertreter des gesamten Hochschulbereichs ihre Version eines Hochschulplans darlegen.

Es ist der buchstäbliche Gegenentwurf zum Entwurf des Wissenschaftsministers, der seine Vorstellungen für einen Gesamtplan für das österreichische Hochschulwesen noch mit der SPÖ abgleicht. Wo die Regierung auf Expertise top down, ausgehend von einem schweizerisch-deutschen Expertentrio, setzte, praktizierte die Hochschülerschaft Wissensgenerierung bottom up, indem verschiedenste Betroffenheiten, aber auch Analyseperspektiven eingebracht wurden. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es ist ein ambitioniertes und anspruchsvolles Kompendium. Es ist eine idealistische Vision.

Das zeigt sich auch daran, wie Ministerium und Forum das größte Problem, die Finanzierung, angehen: diametral. Karlheinz Töchterle geht von begrenzten Kapazitäten aus - Platz oder Geld, irgendwas ist immer knapp -, die ÖH inthronisiert die Studierendenzahl als absolute Größe, an der sich alles andere zu orientieren hat. Sie argumentiert das auch alles stringent. Und sie hat recht: Es geht auch anders. Das Andere denken ist ein souveräner Akt der Selbstermächtigung, selbst wenn der schöne Traum von der nach oben offenen Budgetskala an der Realität zerschellen wird. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, 28.3.2012)

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16 Postings
Was genau ist souverän daran, sich ein paar Experten zu kaufen, die einem erzählen, was man hören will?

Sich hinzustellen und zu sagen, soundsoviele Leute wollen studieren, und die Gesellschaft hat die verdammte Pflicht, jedem einen gut ausgestatteten, hochwertigen Studienplatz seiner/ihrer Wahl (am besten samt Jobgarantie) zur Verfügung zu stellen, ist eine intellektuelle Peinlichkeit. In einer demokratischen Gesellschaft hat Bildung zwangsläufig auch eine volkswirtschaftliche Komponente, wer das nicht sieht, ist weltfremd.
Was uns zur eigentlich dringenden Frage bringt:

Gibt's auf dem Planeten ÖH auch Sauerstoff?

Ich finds auch toll, wenn die derzeitige ÖH nämlich noch eine Periode an der Macht sein sollte, dann bekomm ich mein Studium glaub ich geschenkt!

Vielleicht wäre "Selbstbenotung" überhaupt der Gipfel der "Selbstermächtigung".

*rofl!*

entschuldigung...

aber haben sie dieses "manifest der öh" gelesen? das ist von vorne bis hinten ein Schwachsinn, der nicht einmal das Papier wert ist auf dem er geschrieben ist. Ich frage mich WAS man rauchen muss um auf solche zu 90% schwachsinnigen ideen zu kommen (ein zwei körnchen vom blinden huhn sind vl dabei, aber das wars dann auch schon).
und vermutlich hat dieser Gegenentwurf wieder 400k gekostet.
linke ÖH abwählen und auf eine Waldorf-Universität schicken!!!

Waldorf Uni kostet doch etwas, das is nix

für die Kummerln

Was braucht man echte Konzepte,...

...wenn man feministisch und links ist?
Das reicht doch völlig.
<zynismus aus>

;0) und morgen gehen wir mit Mama in die Hüpfburg hüpfen

Österreich hat immer mehr "andersdenkende", weltfremde? Akademiker (mit einem nach oben offenen Budget bauen wir uns als erstes ein Luftschloss) und immer weniger gut ausgebildete Handwerker. Man sollte Handwerksberufe wieder fördern (vor allem das Image), dann müssen eigentlich dafür geeignete Personen nicht mehr an Hochschulen durchgefüttert werden für die sie tw. gar nicht geeignet sind. Sie lukrieren früher Steuereinnahmen und für Gedankenarbeiter ist an den Unis mehr Freiraum. - Nicht mal eine A4 Seite übrigens.

Klingt sehr nach Cafe Rosa

Mit einer "nach oben offene Budgetskala" ist natürlich schön anders denken, das haben wir alle schon inder Volksschule gelernt und sehen jeden Tag in der Lottowerbung.

Leider ist das reale Wissenschafts und Lehr-Leben halt ein anders.

Gegen Gefangenendillemmata

"Leider ist das reale Wissenschafts und Lehr-Leben halt ein anders (sic)."

...Es geht wohl eher um dessen emanzipatorische Veränderung als um die klassischen Tautologien bzw. Imperative der Macht - á la "es ist so wie es ist, weil es so ist wie es ist und weil es immer so war wird es auch immer so sein"...

Na hoffentlich ist der Plan auch...

...antiX, antiY, antiZ und überhaupt anti, wie das Erfolgsprojekt Cafe Rosa.

Sieht sehr

nach Ablenkungsmanöver vom Cafe Rosa aus. Die 400k sind immer noch relativ spurlos verschwunden.

Und der angefügte Link (bitte lesen sie v. a. die hervoragenden PosterInnenkommentarInnen) zeigt, dass es sich in erster Linie um Schaumschlägereien handelt.

http://derstandard.at/133232402... abschaffen

Das Andere denken ist ein souveräner Akt der Selbstermächtigung ...

Das andere zu denken ist noch lange nicht souverän. Selbst zu denken hingegen auf jeden fall.

Es geht auch anders...

Wo doch die Nationalratsabgeordnete Mag. Karin Haklauf 35 Seiten alle Universitätsprobleme gelöst hat !

http://tinyurl.com/cz4h58a

Warum wurde die bloß Telekom/Informatik-Sprecherin der ÖVP ?

köstlich :D

tja

ich bin wahrscheinlich schon zu desillusioniert aber

"Das Andere denken ist ein souveräner Akt der Selbstermächtigung, selbst wenn der schöne Traum von der nach oben offenen Budgetskala an der Realität zerschellen wird."

und was hat es dann alles gebracht, außer viel arbeit?

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