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Wien - Lange galt sie als "das" Zukunftsmodell: die Flat Tax. Jörg Haider ging ebenso mit der Idee schwanger wie Erste Bank-Chef Andreas Treichl und - in Ansätzen - Exbundeskanzler Wolfgang Schüssel (VP). Sie alle zeigten sich von den Vorzügen eines einheitlichen Steuersatzes überzeugt. Die Slowakei, das 2004 einen 19-Prozent-Satz für Einkommen-, Körperschafts- und Mehrwertsteuer eingeführt hat und als Vorbild galt, will davon nun wieder abrücken.
Der designierte Regierungschef Robert Fico von der linksgerichteten Partei Smer erwartet sich von gestaffelten Steuersätzen höhere Einnahmen, um so das Budgetdefizit besser in den Griff zu bekommen. Ist die Flat Tax damit endgültig Geschichte? Das kommt drauf an, was man unter dem Modell überhaupt versteht. Die Prinzipien Einheitlichkeit, Einfachheit und Vermeidung von Doppelbesteuerung, auf die die Erfinder der Flat Tax, die US-Ökonomen Robert E. Hall und Alvin Rabushka, setzten, wurden nämlich nirgends zur Gänze in die Realität umgesetzt. Darauf macht eine Studie der rumänischen Uni Cluj-Napoca aufmerksam.
Lediglich Hongkong habe ein einigermaßen simples und transparentes Flat-Tax-Modell, heißt es darin. Ansonsten gilt: Die Modelle weisen große Unterschiede auf, was auch der Internationale Währungsfonds in einer Analyse im Jahr 2006 betonte. In manchen Ländern gilt der Einheitssteuersatz für alle Einkommensarten, in anderen gilt er nur für unselbstständig Beschäftigte. Sonderregeln variieren von Land zu Land.
Esten waren die Ersten
Als erster Staat hat übrigens 1994 das damals gerade erst entstandene Estland eine Flat Tax eingeführt. Der ursprüngliche Steuersatz von 26 Prozent wurde rasch auf 18 gesenkt. Lettland, Litauen, aber auch Russland folgten bald. Serbien führte 2004 einen Steuersatz von 14 Prozent auf Individual- und Unternehmenseinkommen ein. 2005 zogen Georgien und Rumänien nach, auch Tschechien, Weißrussland, Albanien, Bulgarien und Ungarn haben heute Flat-Tax-Modelle.Dass die Slowakei nun wieder davon abgeht, wundert den Steuerexperten Hans Zöchling von der Beratungsgesellschaft KPMG nicht. "Das war absehbar", sagt er im
Standard-Gespräch. Er spricht von "Incentives", die nötig waren, um ausländische Investoren nach dem Zusammenbruch des Ostblocks anzulocken. " Das konnte aber nur temporären Charakter haben", erwartet er ähnliche Schritte in anderen osteuropäischen Ländern. Auch in diesen Staaten gelte das "Diktat der leeren Kassen". Die Regierungen bräuchten mehr Mittel, um ihre Sozial- und Bildungssysteme erhalten zu können.
Die Frage sei auch, ob die Flat Tax gerecht sei, meint KPMG-Vertreter Zöchling. Die These der Optimisten, dass niedrige Einheitssätze die Wirtschaft beleben und so zu höheren Steuereinnahmen führen, ist nämlich nicht unumstritten.
Auch der IWF fand in seiner Studie keinen Beleg für diese Theorie, fügte aber hinzu, dass die Datenlage nicht sehr gut ist. Ähnliches gilt für die vermuteten positiven Auswirkungen auf den Jobmarkt. Das allgemeine politische und wirtschaftliche Umfeld spielt eine wesentlich größere Rolle als die Frage des Steuersatzes.
Und auch einfacher sind Flat-Tax-Systeme nicht zwingend, so der Währungsfonds. Das bestätigt auch KPMG-Experte Zöchling. Es sei oft kompliziert, die Bemessungsgrundlage für den dann einfachen Steuersatz zu ermitteln. Der diesbezügliche Verwaltungsaufwand sei im Osten "nicht ohne". (Günther Oswald, DER STANDARD, 29.3.2012)
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sie hätten auch die flat-tax anheben können, aber das wäre dann wohl zu transparent gewesen. also lieber ein kompliziertes model in dem keiner mehr merkt, wie er abgezockt wird.
egal welches model: der Staat will ans geld seiner Staatsbürger
in der diskussion wird übersehen, dass bei den hohen einkommen der reale grenzsteuersatz de facto wieder nach unten geht.
spitzenverdiener haben eher dienstwägen, spesenkonten, stiftungen und kaufen sich aus der portokassa auch mal einen landwirtschaftlichen betrieb, für den man dann bergbauernförderung beziehen kann. oder sie operieren überhaupt in der dunkelgrauen zone und laufen mit bargeldkuverts herum.
leute mit niedrigeren einkommen haben meist viel weniger spielraum für solch kreatives steuerverhalten. so zahlt der kleine angestellte oft einen höheren grenzsteuersatz als der millionenschwere wirtschaftskommunikationsnetworkingconsulter.
eine ECHTE flat-tax wäre daher eher ein erster schritt in richtung soziale gerechtigkeit.
...das wird hier im Forum halt leider gerne übersehen. Der Staat wird vom Mittelstand finanziert und nicht von irgendwelchen Superreichen die dank kreativer Buchhaltung und Stiftungen ohnehin so gut wie keine Steuern zahlen - dasselbe gilt für Großkonzerne.
Bei einer Flat Tax mit vernünftigen Freibeträgen sehe ich ehrlich gesagt nur Vorteile. Dafür darfs dann aber keine Ausnahmeregelungen jeglicher Art geben.
Was da allein an bürokratischen Aufwand eingespart werden könnte...
sind leider sinnvoll.
besserer standortvorteil durch absicherung des sozialen friedens und bessere infrastruktur.
klar der staat ist ein gewachsener und deren probleme sind massiv aber im vergleich zu globalen unternehmen noch immer effektiver und erfolgreicher.
man beachte nur das der staat dinge übernehmen die ein privater konzern schon längst abgestossen hätte....
Flat-tax auf Einkommen hat eine Berechtigung — aber nur bei deutlichen Vermögenssteuern. Nur so fördern sie Leistungswillen.
Ohne deutlichen Vermögenssteuern ist das progressive System eine annehmbare Annäherung.
Das Problem in der Slowakei, in Ungarn (neuerdings) ist halt, dass sie Flat Tax aber keine nennenswerte Vermögenssteuern haben...
Schön das Sie das "finden", aber eine Flat-Tax hat weder logisch (d.h. das Konzept an sich), noch theoretisch, noch empirisch eine Berechtigung. Es handelt sich um nichts Anderes als um einen Trick von ein Paar reichen Leuten. Was Anderes ist die Frage nach geringen (Flat- oder nicht-flat) vs. hohen Steuern. Hier zeigt sich empirisch, dass geringe Steuern isoliert betrachtet schädlich sind und sie nur dann und insoweit funktionieren können, als man im betr. Land DEUTLICH geringere Steuern hat als bei allen Nachbarn und sonst alle anderen Bedingungen im Land stimmen. Sowas nennt sich dann aber Steuerdumping und funktioniert nur solange bis d Nachbarn nicht reagieren. Am Ende verliert dann jeder u. genau das ist "dank" Estland in Eur. passier
Theoretisch gibt es eine Grundlage.
Ich werde nicht motiviert statt 20h 40h zu arbeiten (detto 50h statt 40h), wenn ich — wegen der Steuer!, nicht wegen des Arbeitgebes — weniger mit nach Hause nehme. Mein Grenznutzen nimmt sowieso (wg. der Abnehmender Freizeit, die man auch braucht) ab, wieso noch zusätzlich mit einer *progressiven* Einkommenssteuer belasten. Die eigentlichen Ungerechtigkeiten kommen nicht vom Einkommen, sondern vom Vermögen her (Erbschaft...). Denn — tendenziell — erarbeitet man sich das Mehreinkommen (sei es durch Fleiß oder Investition in Ausbildung).
Sie finden also, dass Menschen bei progressiver Besteuerung weniger arbeiten, nur weil das Mehr das sie kriegen kleiner ist als vorher? Und diese geniale Idee glauben Sie auch wirklich?? Sie glauben wohl auch, dass das Einkommen (insbesondere von reichen Leuten) von der "Arbeitsleistung" abhängt und das Personen bei mehr Einkommen mehr arbeiten usw.? Ich kann Ihnen stolz mitteilen, dass ihre Glauben nicht umstritten, sonder schlicht falsch ist und sämtlichen Fakten widersprechen. Und ein kleiner Tipp, wir schreiben nicht mehr das Jahr 1780 und Angebot = Nachfrage und Grenznutzen = Preis "und fertig" ist heute Kindergartenökonomie, die mit der Realität nicht das geringste zu tun hat.
Es ist eben nicht bloß Angebot und Nachfrage, etc.
Der Nutzen ist ein ganz wesentlicher Punkt. Und dass es vom Netto, das Übrigbleibt abhängt, wie viel ein Einzelunternehmer oder ein Arbeitnehmer arbeitet ist ja evident, Sie können's vielleicht auch, ich auf jeden Fall, im persönlichen Umfeld beobachten.
Sie reden von "reichen Leuten", und deren Einkommen. Sie wissen's eh, dass "reich" ein Attribut ist, das sich nicht auf das Einkommen, sondern auf das Vermögen bezieht? (Wer viel verdient, aber alles konsumiert, hat am Ende auch nur nichts). Und genau da setzen die vorgeschlagenen Vermögenssteuern an. Aber ich kann's ja aus Ihren Postings schon ablesen, sie sind ja nicht an Argumenten interessiert, sondern an Streit...
Gegen eine Vermögenssteuer habe ich nichts. Aber sie haben kein gültiges Argument für eine Flat-Tax gebracht. Ich weiß nicht, wie alt Sie sind, aber, was Sie hier schreiben ist einfach nur technischer Unsinn. Man kann diskutieren, wenn brauchbare Argumente kommen...Und ich reagiere gereizt, weil Sie nicht die Einzie sind, der diesen Müll glaubt. Denken Sie doch ein bißchen nach und plappern nicht leere Phrasen nach.
ist bloß ein mathematisches problem des geldsystems - mit einer niedrigen flattax kann der zinsdienst nicht bedient werden - die effektive abgabenquote MUSS mathematisch zwingend zwischen 75% und 100% liegen um das system aufrecht zu erhalten - und selbst das reicht nicht mehr aus, also muss man die abgabenquote durch "zins-rettungsschirme" abermals erhöhen bzw. die ausgabenseite umschichten - vom sozialstaat in richtung kapitalhalter.
österreich, abgabenquote irgendwo durch die decke, staatsverschuldung >70% des bip.
estland, flat tax 18%, staatsverschuldung 7,5% (!!!) des bip. seit der einführung der flat tax gibts fast nur überschüsse.
du bist ein schwachsinns-spammer.
Schauen Sie sich vielleicht an, was in Estland vor cca. 2 Jahren passiert ist. Mehr oder weniger eine Art Staatsbankrot. Die Verschuldung war zwar auch vorher schon gering, aber das war sie genauso in den anderen Ostblockländern (weil man innerhalb von 10 Jahren noch nicht so viel Schulden ansammeln kann). Nach dem nächsten Staatsbankrott - dessen Datum ich nicht abzuschätzen waage - werden auch Österreich, Deutschland usw. plötzlich sehr geringe Schulden vorweisen können.
Die Flat Tax hat aber sicherlich nichts mit der Staatsverschuldung zu tun ! Estland existiert seit ca 20 Jahren Oesterrreich seit 1945 + Alt Schulden und diverser Zahlungen fuer die Kriegsschaeden ins Ausland, ausserdem zahlen bei einer Flattax von 18 % nur die kleinen Einkommen "viel", waehrend die Grossverdiener "nichts" zahlen. Siehe auch Slowakei, wo bereits ab 300 Euro Einkommen 19 % zu zahlen sind.
Also wer ist hier der schwachsinns-spammer ???
ist ja flauschig - wie lange sind die esten schon mit der euro-wohlstandswährung zwangsbeglückt?
ein jahr?
keine sorge, die werden bei der staatsverschuldung kräftig aufholen und auch ihre flattax nicht lange halten können - die sind nur einen schritt hintennach, bei unserem wohlstand-frieden-eierkuchen projekt;-)
des weiteren dürften sie noch über staatsvermögen und eigene infrastruktur verfügen, von dem man sie demnächst befreien wird.
es handelt sich um eine simple mathematische entwicklung bei der die griechen den ersten platz einnehmen, und estland wohl das schlusslicht miemt - die entwicklung kennt aber nur eine richtung und es ist nur eine frage der zeit.
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