Thielemann zwischen Neuem und Bewährtem

Stefanie Ruep, 28. März 2012, 17:40

Die Osterfestspiele 2013 mit Wagner, Brahms, Henze und reduzierten Kartenpreisen

Salzburg - Drei Tage, bevor Sir Simon Rattle die ersten Takte der Neuinszenierung von Georges Bizets Carmen zum Auftakt der Salzburger Osterfestspiele 2012 dirigiert, wurde schon das Programm für das nächste Jahr präsentiert. Doch den Taktstock schwingt ab 2013 ein anderer: Christian Thielemann leitet mit der Sächsischen Staatskapelle eine neue Ära ein.

Den großen Auftakt macht 2013 die Neuinszenierung von Richard Wagners Oper Parsifal, mit Johan Botha in der Titelrolle. Kleine Besonderheit: Der Wagner-Bariton Wolfgang Koch wird auf besonderen Wunsch zwei Rollen übernehmen, jene des Amfortas und jene des Klingsor. Inszeniert wird die Oper von dem deutschen Regisseur Michael Schulz. Alexander Polzin wird für die Bühnenbilder und die Kostüme verantwortlich zeichnen.

Neben der Parsifal-Neuinszenierung wird es auch eine Uraufführung bei den Osterfestspielen 2013 geben. Hans Werner Henze schreibt das Stück Isoldes Tod, in Anlehnung an das Ende der Wagner-Oper Tristan und Isolde . Das Wagner-Jahr 2013 zieht sich bis in die Gestaltung des Programms hinein, die in die Farbe Lila getaucht wird. Angelehnt an die in Lila geschriebene Partitur des Parsifal von Richard Wagner.

Auch geistliches Konzert

Thielemann will das Programm "wohltuend davon absetzen, was man bisher gesehen hat", obwohl auch Altbekanntes wieder Einzug hält. Der neue künstlerische Leiter will die Tradition des geistlichen Konzerts am Karfreitag wiederbeleben, mit dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms. Die Mischung zwischen Neuem und Bewährtem mache es aus, betont Thielemann. Die Auswahl der Stücke sei aber sehr pragmatisch abgelaufen: " Wenn ich bestimmte Sänger bekomme, dann entscheide ich, welche Stücke für sie geeignet sind."

Die größte Neuerung im Programm bildet das Konzert für Salzburg, das dem Salzburger Publikum die Sächsische Staatskapelle näherbringen soll. Das Konzert richtet sich in erster Linie an die Bevölkerung und soll, mit Kartenpreisen zwischen 30 und 70 Euro (Studenten 15 Euro), den Zugang zu den Osterfestspielen erleichtern. Christian Thielemann und Gastdirigent Myung-whun Chung werden sich bei den Werken von Richard Wagner und Giuseppe Verdi am Pult abwechseln. Auch für die Abo-Vorstellungen werden die Kartenpreise um durchschnittlich 6,5 Prozent gesenkt. Karten für die Oper liegen zwischen 70 und 490 Euro, für ein Orchesterkonzert zwischen 30 und 220 Euro. (Stefanie Ruep, DER STANDARD, 29.3.2012)

Neues?

Der Parsifal war zwar schon vor Thielemann geplant, von daher kann man schon davon sprechen, dass es Neues gibt; siehe Henze.
Ansonsten ist die Überschrift etwas hoch gegriffen.
Auch das Chorkonzert ist nämlich nicht neu, war in den letzten Jahren auch meist im Programm, nur die konsequente Platzierung an Karfreitag ist eine Wiederaufnahme
Interessant wäre auch zu wissen, wie viele Karten zu 70€ erhältlich sind - 2 Reihen, 3 Reihen?

gurnemanz und kundry

nennt man dem leser nicht?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.