"Lieber Fidel, zeig ihm, wo Gott wohnt"

Blog | Rubina Möhring, 28. März 2012, 15:41
  • Der Papst in Kuba.
    foto: reuters/osservatore romano

    Der Papst in Kuba.

Benedikt XVI. auf medialer Erfolgstour in Havanna

Ciao Havanna. Heute noch Kurzbesuch beim Máximo Líder und Abschiedsmesse auf dem Platz der Revolution, dann geht's wieder heimwärts in den Vatikan. Drei Tage lang hat Papst Benedikt XVI. Kuba besucht, brav gerierten sich die Medien als verlässliche Hofberichterstatter. Die PR-Abteilung des Vatikans freut sich, die der Regierung in Havanna ebenso.

Kuba machte zur Abwechslung politisch unverfängliche Schlagzeilen, das kurbelt den Tourismus an. Promi-Tourist Benedikt konnte gewissermaßen mit einem Heimspiel rechnen: Jede zweite Kubanerin, jeder zweite Kubaner ist Mitglied der katholischen Kirche. Einen menschenliebenden Sidestep zum neben Kuba gelegenen US-Hochsicherheitsgefängnis Guantanamo machte er auch in seinen Reden nicht. Warum auch. Dort sind vor allem Andersgläubige untergebracht.

Benedikts Mission ist zielgerichtet. Den "geschätzten Einwohnern dieser schönen Insel" versicherte der oberste Hirte auf der päpstlichen Website Vaticanista, dass er die "berechtigten Anliegen und legitimen Wünsche" aller Kubaner im Herzen trage. Er bete für diejenigen, die sich benachteiligt fühlten, die Ausgegrenzten und alle, die an Leib und Seele litten.

In der aktuellen Rangliste von Reporter ohne Grenzen hält Kuba Platz 167, nur zwölf Ränge vom Schlusslicht Eritrea entfernt. Kritische Stimmen werden auf dieser "schönen Insel" seit je mundtot gemacht, kritische Intellektuelle in Gefängnisse verbannt. Dementsprechend vorsorglich wurden auch vor dem Papstbesuch zahlreiche Repräsentanten der kritisch-intellektuellen Szene noch schnell hinter Gitter gebracht. Ob vorübergehend oder langfristig, ist nicht bekannt.

Der Papst hat anderes im Kopf. Ihm liegen vor allem seine kubanischen Glaubensschäfchen am Herzen. In diesem Sinne könnte auch der Ratschlag an die Gebrüder Castro zu verstehen sein, den Karfreitag zum Feiertag umzufunktionieren. In Österreich ist dies übrigens ein ganz normaler Arbeitstag, für Katholiken lediglich ein Fasttag. Nur den Protestanten ist der Kreuzigungstag Christi einer ihrer wenigen hohen Feiertage. Da hat wohl die deutsche Vergangenheit des obersten Hirten zugeschlagen. Denn in Bayern wird an beiderlei christlichen Feiertagen blaugemacht.

"Lieber Fidel, zeig ihm, wo Gott wohnt!", postet ein derStandard.at-Leser. Buena vista in Havanna, schöne Aussichten für das Treffen der beiden betagten Herren jenseits des Social Clubs.

Ansonsten verkauft sich der Papst blendend, und die Medien ziehen mit. Sehr charmant, nahezu bübisch hübsch schaut in den derStandard.at-Ansichtssachen Benedikt XVI. alias Joseph Aloisius Ratzinger mit seinem in Weiß und Gold gehaltenen Sombrero aus. Bilder des Papstes bei seinem Mexiko- und Kubatrip gibt es inzwischen im Überfluss. Keines jedoch zeigt seine Füße. Offen bleibt damit die Frage: Trägt er noch immer dieselbe Marke wie Meryl Streep in dem Film "Der Teufel trägt ..." - eh schon wissen? (Rubina Möhring, derStandard.at, 28.3.2012)

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OK, Frau Möhring mag also den Papst nicht,

und gibt's sonst noch was?

Ich werde das Gefühl nicht los, dass Frau Möhring mit diesem Artikel irgendwem was madig machen will. Bissl grenzwertig die Pressefreiheit.

Warum sollte der Papst Guantanamo in seiner Predigt

in Cuba ansprechen? Nur weil das Lager auf Cuba ist? Aber es ist doch nicht unter Cubanischer Verwaltung?
Das ist ein US Amerikanisches Thema.
Was die Kath. Kirche von der Behandlung von Kriegsgefangenen hält, lässt sich zB hier nachlesen:

http://salt.claretianpubs.org/sjnews/20... 0607e.html

Da ist die Cubanische Mediengeschichte schon spannender - was hat der Papst zu den Cubanischen Zuständen in Cuba gesagt?
Das fände ich viel interessanter!

Immerhin hat er das US-Embargo gegen Kuba kritisiert.

Ich hoffe, B16 hat seine roten Schucherl dabei...

"Lieber Fidel, zeig ihm, wo Gott wohnt!"

Der liebe Fidel wird vermutlich auch vor dem Papst dort sein..

Sie glauben doch nicht etwa, dass der Papst in den Himmel kommt?!

War er da nicht bereits? Oder reist er nie mit dem Flugzeug?

@anders and

kein mensch ist vollkommen!
jeder mensch der buße tut, findet vergebung und gnade vor dem HIMMLISCHEN VATER!

Wenn Du den biblischen Despoten meinst, muss ich dich enttäuschen. Der hat sicher noch einige sadistische Überraschungen fürs Jenseits in petto. Aber zuim Glück er existiert nur in deiner Phantasie.

ok, wenn du vor IHM stehen wirst, wiederholst du dann deine aussagen?
meister yoda1,wird den wahren MEISTER finden!
ob ER dir SEINE Gnade schenken wird, wird sich herausstellen.

Nicht mal, wenn es einen "Himmel" geben würde.

ich dachte fidel ist wie che: unsterblich

zum artikel: wieso soll gerade auf kuba dieser papst plötzlich so etwas wie zivilcourage zeigen? jemand, der in seiner eigenen organisation ständig wegschaut, wenn kleine kinder missbraucht werden, macht das beim besuch einer diktatur quasi aus routine... also - alles nach protokoll

Ist eh schön, seinen Vor-Verurteilungen freien Lauf

zu lassen, möglichst ohne sich von Fakten verwirren zu lassen.

ZB: http://www.tagesschau.de/inland/pa... ch164.html

"Papst Benedikt XVI. hat sich am Abend überraschend mit einer Gruppe von Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester und kirchliche Mitarbeiter getroffen."

Klingt das nach Wegschauen?

Guantanamo ist kein cubanisches Problem sondern eines der USA.

Die dortige Bischofskonferenz hat sehr deutlich für die Beachtung der Genfer Konventionen für Kriegsgefangene Stellung bezogen.

Das Treffen Papst Benedikts sieht nicht nach Wegschauen aus, sondern nach: dem großen Druck ,den vielen Austritten der Katholiken und der Negativpresse e t w a s entgegenzukommen. Es sind sowieso nur einige salbungsvolle Worte, die der Papst dafür findet.

Eine mögliche Interpretation. Aber eben nur eine,

nur eine mögliche und nur eine Interpretation.
Ich kann in den Papst nicht hineinschauen und kenne daher seine innere Motivationslage nicht.
Er erscheint Ihnen nicht glaubwürdig - ich hingegen bin mir nicht sicher, wie glaubwürdig er in diesem Punkt ist, auch wenn ich ihn sonst für sehr glaubwürdig halte.

Sicher kann ich nur sagen, dass es jedenfalls kein Wegschauen, Betroffene zu treffen und genau das wollte ich sagen. - Eben als Antwort auf meinen Vorposter.

lieber watchdog

dass der papst keine parada an den füßen trägt, hätte google Ihnen schneller enthüllt als Sie "thanks-that-you-googled-that-for-me" sagen können...

http://www.sueddeutsche.de/leben/die... r-1.199741

gern geschehen

Dürfte eine Fehlinformation sein, denn

der Teufel trägt Prada

und der Teufel hat sich noch nie als solcher geoutet, nicht einmal durch das Eingestehen von Details seiner Schuhmode - da lügt er lieber.

...und wann kommt Fidel in den Vatikan um Revolution zu machen?

Das wäre aber eine müde Revolution.

Ratzi denk mal über Ausbeutung nach !

Als ordentlicher Professor für Philosophie (em.) dürfte Dir ja der Begriff Ausbeutung nicht fremd sein und als Chef und Besitzer der una sancta eglesia ja auch ganz und gar nicht.

"Ratzi denk mal über Ausbeutung nach !"

.
ich glaub', das hat er schon:

http://www.welt.de/wirtschaf... el-zu.html

"Ansonsten verkauft sich der Papst blendend, und die Medien ziehen mit. Sehr charmant, nahezu bübisch hübsch schaut in den derStandard.at-Ansichtssachen Benedikt XVI. alias Joseph Aloisius Ratzinger mit seinem in Weiß und Gold gehaltenen Sombrero aus."

Und das im Pressefreiheits-Watchdog derselben Zeitung.

*rofl!*

ich glaube, der kernsatz ist "er verkauft sich gut". es geht also um das bild, das er transportieren WILL.

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