Kein Ende im Schiefergas-Krieg

Rosa Winkler-Hermaden, 4. April 2012, 14:44
  • Betroffen von geplanten Probebohrungen sind die Gemeinden Poysdorf und Herrnbaumgarten. Später soll das gesamte Weinviertel unterirdisch gesprengt werden.
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    Betroffen von geplanten Probebohrungen sind die Gemeinden Poysdorf und Herrnbaumgarten. Später soll das gesamte Weinviertel unterirdisch gesprengt werden.

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  • Weinbauer Wolfgang Rieder deutet auf jene Stelle, an der es bereits Probebohrungen gegeben haben soll.
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    Weinbauer Wolfgang Rieder deutet auf jene Stelle, an der es bereits Probebohrungen gegeben haben soll.

  • Die Mitglieder der Bürgerinitiative bei der symbolischen Beerdigung des Weinviertels.
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    Die Mitglieder der Bürgerinitiative bei der symbolischen Beerdigung des Weinviertels.

  • Beispielhafte Darstellung der 50 Bohrplätze im Bezirk Mistelbach.
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    Beispielhafte Darstellung der 50 Bohrplätze im Bezirk Mistelbach.

  • Auf diesem Feld mit Blick Richtung Tschechien hätte der erste 60 Meter hohe Bohrturm errichtet werden sollen.
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    Auf diesem Feld mit Blick Richtung Tschechien hätte der erste 60 Meter hohe Bohrturm errichtet werden sollen.

  • So funktioniert der Abbau von Schiefergas.
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    So funktioniert der Abbau von Schiefergas.

  • OMV-Geschäftsführer Christopher Veit (Mi.) versucht das Publikum in Poysdorf zu beruhigen.
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    OMV-Geschäftsführer Christopher Veit (Mi.) versucht das Publikum in Poysdorf zu beruhigen.

  • Beitrag in der "ZiB 2": Minute 3:09 bis 3:27 - OMV-Boss trinkt Maisstärke.

  • Idyllische Weinberge im nördlichen Weinviertel.
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    Idyllische Weinberge im nördlichen Weinviertel.

  • In dem Dokumentarfilm "Gasland" beschäftigt sich Filmemacher Josh Fox mit den Auswirkungen des Fracking in den USA.

Geheime Bohrungen, gefährliches Fracking und ein Landeschef im Vorwahlkampf: Warum die Bürger dem Frieden mit der OMV nicht trauen

Das Trinkwasser ist verdreckt, die Landschaft verwüstet und das Wasser in den Leitungen mit Gas versetzt. Die Krebsraten sind gestiegen, Haustieren fallen die Haare aus, Menschen klagen über Kopf- und Magenschmerzen. Arbeiter haben Verätzungen im Gesicht und an den Händen, ganze Landstriche sind unbewohnbar geworden. Wolfgang Rieder will es nicht glauben. Es ist November und die Weinlese bereits abgeschlossen. Der Weinbauer sitzt vor seinem Computer im Poysdorfer Bauernhaus und ist fassungslos über die Konsequenzen, die der Abbau von Schiefergas im US-Bundesstaat Pennsylvania hatte. Das, was er gerade im Internet entdeckt hat, soll es bald auch im Weinviertel geben?

Als er wenige Stunden zuvor an den Info-Ständen am Poysdorfer Hauptplatz vorbeigegangen ist, hat Rieder noch den Kopf geschüttelt. Bürger protestierten gegen den Abbau von Schiefergas in ihrer Region, sie informierten darüber, dass die OMV in 6.000 Metern Tiefe zwischen den Ortschaften Poysdorf und Herrnbaumgarten Gasvorkommen entdeckt hat, die Österreichs Verbrauch von derzeit zehn bis elf Milliarden Kubikmetern auf bis zu 30 Jahre sichern könnten. Rieder war zunächst nicht negativ gestimmt und dachte sich nichts weiter.

60-Meter-Bohrturm statt schöner Weinberge

Nach seinen Internet-Recherchen schrillten aber auch bei ihm die Alarmglocken und der Weinbauer setzte sich zum Ziel, Fracking - so nennt man die Gewinnung von Schiefergas im Fachjargon - in seiner Heimatregion zu verhindern. "Es war fast wie eine Bekehrung, ich habe mir gedacht, jetzt muss ich aktiv werden", erzählt der 49-Jährige. Alle fünf Kilometer soll ein 60 Meter hoher Bohrturm errichtet und flächendeckend das ganze Weinviertel unterirdisch gesprengt werden. Ein Bohrplatz benötigt 30.000 Quadratmeter. Das entspricht der Größe von etwa vier Fußballfeldern.

"Auf lange Sicht könnte das heißen, dass die Region entvölkert wird. Das müssen sich die Politiker einmal überlegen", sagt Rieder. Das Weinviertel habe sich in den vergangenen Jahrzehnten viel aufgebaut, "der sanfte Tourismus, die schönen Weinberge". Das könne man mit den Gasbohrungen von einem Tag auf den anderen zerstören.

Gestein muss aufgebrochen werden

Was ist das Gefährliche am Schiefergas? Anders als herkömmliche Gasvorkommen schlummert es im Gestein, das man entsprechend präparieren muss. Die Förderung funktioniert, indem man künstlich Klüfte erzeugt. Es wird Wasser eingepresst und der Druck erhöht, so weit, bis das Gestein aufbricht. Damit die Klüfte offen bleiben, muss man das Wasser mit chemischen Zusätzen versehen. Bis zu 596 verschiedene Chemikalien wurden bei den Bohrungen in den USA verwendet. Jede Förderfirma hat ihren eigenen Chemie-Cocktail, darunter unaussprechliche Giftstoffe wie Thiocyanomethythio-Benzothiazole.

Gemeinsam mit Weinbauern-Kollegen aus Poysdorf schrieb Rieder einen offenen Brief an den Bundespräsidenten, Wirtschafts- und Umweltminister, den Landeshauptmann und an die Bürgermeisterin von Poysdorf mit der Aufforderung, vom Schiefergas-Abbau Abstand zu nehmen. Auslöser dafür war auch ein Zusammentreffen der Weinviertler Bauern mit der Firma Schlumberger, dem größten Sekthersteller Österreichs. Die Firma deutete an, nicht mehr an den Produkten aus der Region interessiert zu sein, sollte Fracking dort durchgeführt werden.

Dicke Ordner voller Studien und Artikel

Die Weinbauern sind nicht die Einzigen, die sich Sorgen machen. Gleich nach Bekanntwerden der Pläne der OMV formierte sich eine Bürgerinitiative mit dem Slogan "Weinviertel statt Gasviertel", um gegen die Schiefergas-Bohrungen Druck zu machen und die Bevölkerung zu informieren. Die Kunsthistorikern Susanna Machac aus Herrnbaumgarten zum Beispiel. Sie sammelt in dicken Ordnern Studien und Artikel über die Fracking-Methode und ist mittlerweile zur Schiefergas-Expertin geworden. Ihre Motivation für den Kampf gegen Fracking beschreibt die zarte Frau mit burschikosem Kurzhaarschnitt folgendermaßen: "Wir sind mündige Bürger und haben alle das Recht, informiert zu werden. Wir machen das für unsere Kinder, wir haben die Verpflichtung, ihnen eine intakte Natur zu hinterlassen."

Durch verschiedene Aktionen haben die Mitglieder der Bürgerinitiative bereits erreicht, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Als dann örtliche Medien aufdeckten, dass die OMV entgegen entsprechende Ankündigungen die Fracking-Methode bereits 20- bis 30-mal im Weinviertel angewandt hat, fühlten sie sich in ihrem Protest bestätigt. Die OMV gab zu, gefrackt zu haben, "allerdings nicht in Zusammenhang mit Schiefergas, sondern um herkömmliche Öl- und Gasfelder besser ausbeuten zu können", wurde OMV-Projektleiter Hermann Spörker zitiert. Dabei kamen laut dem Bericht der "Bezirksblätter" ähnlich grundwassergefährdende Stoffe zum Einsatz, die in den USA zu enormen Umweltschäden geführt haben.

Polen untersuchen Untergrund

Skeptisch machten die Bewohner auch die polnischen Arbeiter, die seit September in großen Teilen des Weinviertels mit wuchtigen Geländewägen die Straßen und Felder vermaßen und Kabel verlegten. Sie sind Mitarbeiter der polnischen Firma Geofizyka Krakow, und ihr Job ist es, mit speziellen Methoden die Wahrscheinlichkeit von Erdgasvorkommen zu erkunden. Sie führten geowissenschaftliche Untersuchungen durch. Etwa mit der Methode der 3D-Seismik, die es ermöglicht, den Aufbau des Untergrundes bis in Tiefen von 5.000 bis 6.000 Meter dreidimensional zu erfassen.

Ein Schluck Maisstärke

Die OMV bekam langsam Wind davon, dass sich Unmut in der Bevölkerung regt, und versuchte zu beruhigen. Im Jänner wurden Informationsveranstaltungen abgehalten, die Ängste der Bevölkerung sollten ausgeräumt werden. OMV-Österreich-Boss Christopher Veit stellte sich im Poysdorfer Kolping-Haus den Fragen der Bevölkerung. Um die Bürger von seinem Projekt zu überzeugen, ging er sogar so weit, dass er Maisstärke, die dem Schiefergestein in 6.000 Meter Tiefe beigemengt werden soll, aus einem Glas trank, um zu zeigen, wie umweltfreundlich die OMV in Poysdorf arbeiten wolle. "Schmeckt wie Haferschleim", kommentierte Veit das bräunliche Gemisch. Die Reaktion der Zuschauer war verhalten.

Zweifel an Forschungen der Montanuni

Bei den Bohrungen im Weinviertel sollen umweltverträgliche Stoffe eingesetzt werden. Ein Forscherteam der Montanuni Leoben wurde beauftragt, das sogenannte "Clean Fracking" weiterzuentwickeln. Eine Methode, bei der statt Chemie auf Maisstärke gesetzt wird, um die Klüfte im Schiefergas unterirdisch offen zu halten. Schiefergas-Gegner und Experten trauen der angeblich sauberen Methode nicht, mokieren, dass die OMV ein großer Auftraggeber der Montanuni sei, und ziehen die Unabhängigkeit der Forschung in Zweifel. Herbert Hofstätter, jener Professor der Montanuni, der mit der Entwicklung des "Clean Fracking" beauftragt wurde, sagt zu derStandard.at: "Es handelt sich um die ausschließliche Anwendung umweltverträglicher und absolut problemloser Stoffe." Er gibt aber zu, dass die Erforschung noch nicht abgeschlossen ist: "Wir brauchen noch ein wenig Zeit, ich schätze, etwa zwei Jahre. Mir ist noch keine Anwendung des Clean Fracking in der Praxis bekannt."

Werner Zittel, Experte aus Deutschland, kann sich nicht vorstellen, dass es eine saubere Fracking-Methode geben kann. Er warnt davor, dass es bei den Bohrungen zu undichten Stellen kommt und Gas und Chemikalien ins Grundwasser entweichen. Der Physiker sieht in der zunehmenden Schiefergas-Förderung ein Eingeständnis der Firmen, dass es die leicht zu erschließenden Gasfelder einfach nicht mehr gibt. "Man kommt jetzt in eine neue Stufe der Gaserschließung." Der Abbau von Schiefergas sei "extrem aufwendig", sagt er im Gespräch mit derStandard.at, gleichzeitig sei die Ausbeute geringer als bei der herkömmlichen Gasgewinnung. Für ihn ist Fracking ein Tropfen auf den heißen Stein: "Die Mengen sind zu klein, um von großen Gasimporteuren unabhängig zu werden."

700 Beschäftigte

Das Image der OMV ist im Weinviertel derzeit am Boden. Bei einer Umfrage der regionalen Website meinbezirk.at gaben 86 Prozent an, kein Vertrauen mehr in die OMV in Sachen Schiefergas zu haben. Dabei ist der Energiekonzern seit jeher ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Bereits in den 1930er Jahren wurden erste Öl- und Gasvorkommen in der Region entdeckt und sukzessive abgebaut. Dadurch entstanden über Jahrzehnte viele Arbeitsplätze und die Ortschaften profitierten. Heute beschäftigt die OMV Austria Exploration & Production GmbH noch rund 700 Personen im Weinviertel.

Sollte es zu Schiefergas-Bohrungen kommen, würden die Aufträge allerdings großteils an ausländische Firmen vergeben werden, da die OMV nicht über die entsprechenden Geräte und geschultes Personal verfügt. Nichtsdestotrotz legt sich die OMV nach wie vor ins Zeug, um in den Erdölgemeinden gut anzukommen. Zum Beispiel vergibt sie ein Stipendium von monatlich 350 Euro für junge Frauen aus den Gemeinden, die ein technisches Studium absolvieren.

Politik gibt nach

Der Druck der Bevölkerung war diesmal allerdings zu groß, und die Politik lenkte schließlich ein. Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) ordnete eine Umweltverträglichkeitsprüfung an, die OMV verzichtete auf einen Projektantrag. Für die Bürgerinitiative und die Weinbauern zunächst ein Grund zur Freude. Die Augen von Weinbauer Rieder leuchten, er sagt, es sei eines der schönsten Erlebnisse in seinem Leben gewesen, als er vom Projektstopp erfahren habe. "Es ist schön zu erleben, dass die Demokratie in Österreich doch noch besser funktioniert, als man annehmen würde."

Ein Sieg auch für Erwin Pröll? Rieder ist vorsichtig und traut den Ankündigungen noch nicht ganz. "Es mag sein, dass es ein politischer Schachzug ist", spielt er auf die Landtagswahl im nächsten Jahr an, bei der Pröll wieder zum Landeshauptmann gewählt werden will. "Warten wir einmal ab, bis die Wahlen vorbei sind." Hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, das Projekt könnte nach der Wahl weitergeführt werden.

Offiziell werden diese Gerüchte allerdings zurückgewiesen. Kurt Hackl, Landtagsabgeordneter der ÖVP und selbst Weinviertler, hat das Thema Schiefergas in den letzten Monaten zu seinem Steckenpferd gemacht. "Fakt ist, dass durch den Einsatz von Erwin Pröll die OMV einen Rückzieher gemacht hat. Sein Statement war entscheidend. Die Damen und Herren, die solche Gerüchte unter die Leute bringen, sollen ihren Beitrag damit vergleichen", sagt er zu derStandard.at.

Vorauseilender Gehorsam

Die Grünen bleiben skeptisch. Ein Indiz ist für sie das Verhalten der Gemeinde Zistersdorf, wo jahrzehntelang Erdöl und Erdgas abgebaut wurde. Eine Resolution gegen Schiefergas-Bohrungen fand dort keine Mehrheit, der Antrag der Grünen wurde abgelehnt. "Die Leute sehen den Schiefergas-Abbau nicht so dramatisch", sagt Landtagsabgeordnete Amrita Enzinger. "Die OMV hatte einen guten Ruf, war jahrzehntelang ein guter Arbeitgeber in der Region", mutmaßt sie im Gespräch mit derStandard.at. Zudem spiele vorauseilender Gehorsam eine Rolle: Sollte der Energiekonzern das Projekt doch umsetzen, wolle die Gemeinde nicht als Buhmann dastehen.

OMV verweigert Gespräch

Die OMV-Spitze war zu einem Interview nicht bereit. Auf die Frage, ob das Projekt nach den Umweltverträglichkeitsprüfungen wieder aufgenommen werde, lautete die lapidare Antwort aus dem Konzern: "Ich kann keinen genauen Zeitlauf nennen. Es ist uns wichtig, die notwendige Zeit zur Beantwortung sämtlicher Fragen einzuräumen." Den Grünen reicht das nicht. Sie halten fest, dass der Energiekonzern trotz der momentanen Verzögerungen noch immer im Zeitplan liege. Die eigentliche Produktionsphase sei für die Jahre 2030 bis 2040 geplant.

Die Öko-Partei hat auch dafür gesorgt, dass die Schiefergas-Thematik in der Zwischenzeit das Parlament erreicht hat. Sie brachte einen Entschließungsantrag ein und fordert Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) auf, die Schiefergasvorkommen nicht Dritten zu überlassen. Sämtliche Gasvorkommen befinden sich im Besitz der Republik, und laut Mineralrohstoffgesetz entscheidet das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit dem Finanzministerium, ob und zu welchen Konditionen die Schiefergasvorkommen Firmen überlassen werden. Außerdem fordern die Grünen einen Gesetzesentwurf für ein Verbot der Schiefergasförderung in Österreich nach dem Vorbild von Frankreich und Bulgarien.

Keine Stellungnahme von Fekter

Doch die Antworten, die man von den Verantwortlichen auf Regierungsebene erhält, sind alles andere als eindeutig. Egal wo man anruft, keiner fordert dezidiert ein Ende der Schiefergas-Bohrungen im Weinviertel. So ist Mitterlehner auf Nachfrage von derStandard.at nicht bereit, von einem Projektstopp zu reden. Ein Sprecher zeichnet in einer Stellungnahme das Bild eines drohenden Gasmangels: "Die aktuell hohen internationalen Energiepreise und der Engpass der Gaslieferungen vor wenigen Wochen unterstreichen, wie wichtig Maßnahmen zur Versorgungssicherheit im Inland sind. Daher müssen alle Optionen für eine höhere Versorgungssicherheit sorgfältig geprüft werden."

Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) wollte kein Statement abgeben, in ihrem Büro verwies man auf die ÖIAG, den größten Einzelaktionär der OMV. Aber auch dort heißt es: "Im Moment werden die Ergebnisse der entsprechenden Projektstudien abgewartet."

Ist die Ankündigung der Umweltverträglichkeitsprüfung von Landeshauptmann Erwin Pröll also nichts anderes als eine Hinhaltetaktik? Klingt ganz danach, auch wenn man ein aktuelles Interview mit OMV-Generaldirektor Gerhard Roiss im "Kurier" liest. Die USA hätten schon vor Jahren begonnen, das Schiefergas-Potenzial zu entwickeln, hält er fest. Der Gaspreis habe sich in der Folge im Gegensatz zu Europa halbiert: "Wenn Europa sagt, es ist wichtig, eigenes Gas zu haben, dann muss man sich auch dem Thema Schiefergas nähern."

Anketten am Bohrturm

Die Bürgerinitiative will jedenfalls weiterkämpfen, und auch Weinbauer Rieder schöpft Hoffnung: "Ich glaube, jetzt haben wir ein bisschen Zeit, wo wir die Leute weiter informieren können." Dass sich die Politik die Meinung der Bewohner nicht zu Herzen nimmt, will Rieder nicht glauben: "Ich vermute, dass es ähnlich sein wird wie in Hainburg oder Zwentendorf. Man wird sagen: Es wäre unklug, gegen den Willen der Bevölkerung zu agieren. Auch wenn es vielleicht inhaltlich von der OMV oder von Politikern nicht eingesehen wird."

Er ist gerüstet, sollte die OMV doch noch Ernst machen. Der Weinbauer will sich notfalls anketten lassen und hat eine Liste von Personen erstellt, die ihn in seinem Protest unterstützen würden und die alle jederzeit abrufbar und per E-Mail und Handy erreichbar sind: "Man hat doch ein gewisses Misstrauen", begründet er diese Maßnahme. Wie viele Personen auf dieser Liste stehen, will Rieder nicht verraten: "Es sind schon viele, da werden die Politiker schauen." (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 4.4.2012)

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das glauben sie hier alle, warte ab, morgen steht der Thread bei ca 350 Postings in jedem 10 steht irgendwas von "bezahltem OMV Postern, in jedem 5 steht irgendwas von "brennenden Trinkwasser plus Link (moment den geb ich schon mal aus, kann man dann copy&pasten http://www.youtube.com/watch?v=U... 1EK76Sy4A) und in jedem 2. Posting irgendwas mit "Gasland".

das ist das Schwachmatenagrument schlechthin. man muss ganz schön paranoid oder naiv sein, wenn man hinter jedem User mit gegensätzlicher Meinung einen bezahlten Kampfposter vermutet, aber bitte, jeder wie er will!

bezahlte Kampfposter

Ja, die bezahlten Kampfposter der OMV!! Die kennen wir schon! Wie heisst es doch so schön: "Dessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe!" Aber unsere Heimat ist uns wichtiger als deren Profit, und daher werden wir unsere Heimat schützen. Daher können diese Kampfposter sogar bezahlte Überstunden machen, wird ihnen das auch nichts nutzen! ;-)

ich mach schluss für heute, ist ja schon 17:05, mit dem heute erposteten Gehalt, nebenbei poste ich auch noch für die Austria Tabak in den Raucher Threads, geh ich mit meiner 19j aufgeblasenen willigen Blondine ins Fabios, nach Speis und Trank, gönnen wir uns noch eine Flasche Roederer in der Skybar, abgetanz wird in der Passage, die Party daheim feiern wir dann zu zweit die ganze Nacht. morgen ab 10:00 bin ich wieder hier um Geld zu machen!

PS: Osterurlaub hab ich schon gebucht...drei Wochen 5* Mauritius, drei mal darfst raten wer das bezahlt. was interessiert mich da ein Wein4tl

ironie off

... man erkennts am stil ...

achso...na dann.

das ist gut, denn dann wird mich niemand als OMV bezahlter Poster abkanzeln, wenn ich schreibe: ich bin nicht per se gegen Schiefergasbohrungen und -förderung.

Gasland (2010)

Jeder der zum Thema Fracking mitsprechen möchte sollte Gasland (2010) HBO gesehen haben. Es gilt mittlerweile als Standardwerk in diesen Thema. Es wird Studenten in Lesungen vorgeführt und gilt als schneller einstieg ins Fracking.

Der Erfinder des Frackings Professor Zimmer ist zum größten Feind von Fracking geworden. Er habe einen Frankenstein kreiert meint er.

ein ehrlicher Mensch!

Dann möchte ich diesem Professor meine Hochachtung aussprechen, und er dürfte ein ehrlicher Mensch sein. Schon oft haben Forscher es später bereut einen "Geist aus der Flasche" gelassen zu haben. Muss ein arges Gefühl sein, wenn man sieht, wie viel Leid und Gefahren durch seine Erfindung ausgelöst wurde. Aber viel beklagenswerter sind die Menschen, deren gesunde Heimat und Umwelt dadurch auf dem Spiel steht.

in Lesungen, soso, in der Kirche oder meinen sie gar Vorlesungen?

bitte greifen sie erst wieder in die tasten, wenn sie ihren geistigen durchfall auskuriert haben.

soll man dazu lachen?

Soll man dazu lachen, oder war das nur ein deplazierter und entbehrlicher (geistiger kann man hier ja nicht sagen) Erguss?

also wenn die OeMV das gesamte Weinviertel aufkauft und alle

Ein/Aus-ziehbereiche der Grundwasser und moeglicherweise auch der Fluesse kann sie ruhig Bohren. In die Luft einweicht soweit ich weiss nichts.
Natuerlich muesste sie auch ueber jahrzehnte den Zugang zu dieser Region schuetzen sonst vergiften sich unbedafte Besucher.

Dazu muessen sie/Regierung natuerlich auch einen neuen rechtlichen Rahmen schaffen, da bei einem Konkurs alle zukuenftigen Verpflichtungen nicht mehr eingeklagt werden koennen.

Wenn das erfuellt ist, muessen nur mehr die Eigentumer der Landstriche zustimmen. Schliesslich haben wir ja ein AGBG.

... in Nigeria hat das auch funktioniert und die haben auch bananen

agbg

Das gute alte allgemeine gürgerliche besetzguch .. ;-)

na na na

ich kann gar nicht zum ausdruck bringen wie mich dieses posting aufregt.

man verkauft intakte natur nicht für geld!!!!!
das macht keinen sinn
das ist krank

stimmt

Stimmt, mehr braucht man dazu gar nicht sagen.

wie sie sagen, das ist der punkt:

wie kann man den kauf/ablöese-preis (in Euro?) von diesem landstrich (und Auszugsgebiet) ermitteln?

du weißt schon daß es sowas wie einen wasserkreislauf gibt???

das verseuchte wasser bleibt nicht im weinviertel!

und die dürfen das nicht kaufen und verseuchen, was ist denn mit dir los??
auf ideen kommen die leute...

stimmt auch!

Stimmt auch, und Gas entweicht auch bei jeder Bohrung!

politiker und industrie verheimlichen bohrungen, vermutlich wieder zick aktenkoffer voll geld herumgeschoben ... wo bleibt der mafiaparagraph?

Mafiaparagraph

... gilt nur für Tierschützer ;-)

Um wieviel Geld geht es denn wirklich? Wieviel Einnahmen erwartet sich die ÖMV, der Staat, wieviel erspart sich ein Haushalt? Bevor es keine Zahlen gibt kann man das Für und Wieder nicht abschätzen.

die OMV erwartet sich einnahmen, einige bolidiga im weiten land werden wohl auch das handerl aufhalten, die aktionäre werden verdienen.
die bürger werden blechen - wie immer.

Gottseidank...

...das Thema wieder aufgewärmt. Hier ein paar Berichtigungen, ohne Partei für die eine oder andere Seite zu ergreifen.

- Die Chemikalien sind NICHT verantwortlich dafür, dass sich die Klüfte nicht schliesse. Dafür wird Sand verpumpt. Mit den Chemikalien wird die Viskosität der Fluids und damit die Fähigkeit den Sand zu transportieren erhöht.
- Der Bohrturm steht nur solange es dauert die Bohrung abzuteufen und ist dann wieder weg. Es wird hier ein falsches Bild gezeichnet.
- Die Behörden haben vom Fracking usw. sicher gewusst, nachdem dies im Rahmen des normalen betriebs in einem Betriebsplan zu bewilligen war, bevor es durchgeführt wird.

Bohrtürme stehen mindestens 10 Jahre!

Da von jeder Borhstelle bis zu 25 Bohrungen gemacht werden (laut OMV) wurde von der OMV auch bestätigt, daß JEDER Bohrturm mindesten 10 Jahre stehen wird, und das FLÄCHENDECKEND ÜBER´S GANZE WEINVIERTEL. Das wird es nicht geben, denn wir werden unsere Heimat schützen. Außerdem geht es nicht nur um das was hinunter gepumpt wird, sondern viel mehr um das was dann herauf kommt, und dieses Bohrwasser ist dann mit sovielen gefährlichen Stoffen kontaminiert, daß man dadurch die ganze Umwelt schädigen kann. Und es handelt sich um keinen geschlossenen Kreislauf. Diese Angst bzw. vor dieser Gefahr hat sogar ein Experte bei der OMV-Werbeveranstaltung gewarnt. Also bitte bei den Fakten bleiben!

Gas wird gerne als Brückentechnologie vom bald unleistbaren Diesel und Benzin

zum Elektroauto gesehen und würde auch für einen Teil des Stroms für letzteres sorgen. Daher sollte man hier nicht nur Politik und OMV angehen, sondern ein jeder sollte sich selbst fragen: Bist Du bereit, Deine Autofahrten um bis zu 50% zu reduzieren, mehr zu Fuß und mit dem Rad zurückzulegen, Öffis und Fahrgemeinschaften zu nutzen, so dass es gar nicht nötig sein wird, auf Gas zurückzugreifen? Wenn nein, ist klar: Im Weinviertel wird gefrackt, und zwar bald.

gerade weinviertlern zu raten, auf öffis oder rad umzusteigen ist ein hohn. die öffentlichen verkehrsmittel sind ausgehungert, nebenbahnen gibts nicht mehr, der busverkehr aus wien richtung norden eingestellt.
die mehrheit der bevölkerung ist gezwungen, nach wien zu pendeln. ohne auto geht da garnichts.
infrastruktur - keine. supermärkte ausserhalb der ortschaften, postämter - meist aufgelassen, postkastln abmontiert.

Für all dies ist die in NÖ regierende Partei verantwortlich zu machen. Ich fürchte nur, dass sie der Bevölkerung beim Thema Fracking genauso in den Rücken fallen wird!!!

Die Tschechen werden sicher anfangen das Gas abzubauen und dann is das Weinviertel auch verseucht.

Widerstand

Irrtum, auch in Tschechien gibt es schon genug Widerstand.

Wenn es geheime Bohrungen gibt sind die verantwortlichen "Politiker" sofort zu verhaften.

dann bring Anzeige ein! los, los, geht sich mit 04.04.2012 noch aus, wennd schnell bist!

vielleicht kommt´s noch?

Vielleicht kommt´s noch? Auf jeden Fall hat OMV-GD Dr. Roiss bisher keinen der 4 offenen Briefe von Betroffenen aus dem Weinviertel beantwortet, und DAS SAGT AUCH GENUG AUS.

Ich seh schon schräge Bohrtürme an der Landesgrenze stehn.

gar nicht nötig, man kann eh schon lange horizontal bohren, die Türme können als ruhig senkrecht hingestellt werden ;)

was du jetzt in weinviertel siehst (die meisten waren ja überhaupt noch nie dort):

ein grausliches windkraftwerk neben dem anderen. nabenhöhe 100m (!!!), da sind ein paar bohrtürme harmlos im vergleich dazu.

großer Irrtum

Das ist ein großer Irrtum, denn wenn man sich mit Fracking auseinander gesetzt hat, dann weiß man, von wo mehr Gefahr ausgeht. Und wir alle brauchen Energie, und da ist mir Erneuerbare Energie (auch von Windrädern) allemal lieber.

Schiefe(r) Bohrtürme

Zwei Euro in die Wortwitzkasse :-D

Der Landeshauptmann schwarz, die ÖMV schwarz, der Bürgermeister schwarz,

jetzt könnt ihr Euch ausrechnen wie ernst ihr genommen werdet. Im Kampf gegen das Großkapital habt ihr schon verloren, noch lange bevor ihr Attacke gerufen habt.

Das kommt davon wenn man als Pimperl-Bauer mit ein paar hundert Hektar glaubt, das die ÖVP einem die Interessen vertritt. Für die ÖVP sind erst Unternehmen mit mehreren zehntausend Hektar interessant. Aber die kleinen Grabler sind völlig uninteressant. Die werden über Euch drüberfahren, so schnell könnt ihr gar nicht schauen.

Ich kann von Glück reden, daß in unserer Region kein Erdgas und kein Schiefer vorkommen.

man wird sehen

Man wird sehen! Und vielleicht kennen manche Leute die WeinviertlerInnen noch nicht. (Aber dann werden sie uns schon noch kennen lernen). Und wir sind sicher nicht alleine!! In diesem Zusammenhang fällt mir unweigerlich Hainburg ein.

Glaub mir, das wird eine andere Dimension. Und heute kann man praktisch keine Leute mehr motivieren. Schau Dir an wieviele Leute gegen die Vorratsdatenspeicherung auf die Straße gegangen sind. Es ist einfach traurig wie faul die Leute geworden sind. Soetwas wie Hainburg wird es nicht mehr geben. Und wer fährt schon da rauf in den Norden? Hainburg war da ja praktisch ums Eck.

Ich wünsche euch viel Spaß und Glück. Die brauchen das ganze nur im Winter durchziehen und schon geht keiner hin.

So wie die Kastortransporte nur bei minus - 10 Grad fahren. Weil dann kaum noch Leute hingehen. Schau aufs Thermometer wenn die mit dem Bohren beginnen. Du wirst sehen, die sitzen am längeren Arm weil das Volk ist faul geworden. Leider.

Ich bin dabei!

Hoffentlich -

- ist das schiefergas bekömmlicher als der wein...

Aber im ernst: eine umweltfreundliche abbaumethode könnte ö. zu einer modernen energiegrossmacht machen - hoffentlich anders als im arabischen raum...

bitte zuerst informieren, und dann posten

Bitte zuerst informieren, und dann posten. Viele Experten sagen die Wahrheit über Schiefergas, und das steht in krassem Widerspruch zu dem was die OMV sagt. Und ehrlich gesagt schenke ich diesen unabhängigen Experten viel mehr Glauben.

Es gibt keine "umweltfreundliche" Methode da dies dann nicht mehr RENTABEL ist.

- ähnlich wie bei arbeitsplatzgestaltung u. sozialpolitik...

genau

Genau, das ist auch eines der Argumente dagegen!

1. Glauben sie wirklich den Schmäh der umweltfreundlichen Methode? Andere Konzerne arbeiten schon seit Jahrzehnten an dem Abbau von Schiefergas und haben hunderte von Milliarden Dollar investiert. Glauben sie nicht, dass irgendjemand mal auf die Idee gekommen wäre, dass man auch einfach billige Stärke runterpumpen könnte statt teure Chemiekalien, wenn es so einfach wäre? Oder muss die ganze Welt wirklich auf den Geniestreich der OMV warten?

2. Welche Großmacht? Indem wir für vielleicht drei Jarhzehnte den Eigenverbrauch decken können? Da wäre es sinnvoller das Geld in erneuerbare Energie zu stecken, denn die Sonne wird auch nach 30 Jahren noch scheinen und der Wind wehen - und das ganze ohne zusätzlichem CO2-Ausstoß.

- das thema kann auch mittels kabarettistischem zugang leichter fallen.
Mit energie sparen(!), zb. durch nassrasuren
u. sogar auch mittels zu fuss ("um himmels willen!") gehen statt im kreis zu fahren, könnten wir unsere energie-zukunft retten.
Warum nach schiefer bohren, wenn die energie ohnehin schon da ist...

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