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Immer mehr junge Leute sehen ihren Körper als "Kapital", und das senkt den Altersschnitt im Fitnessstudio zunehmend - das zeigt auch ein Lokalaugenschein des SCHÜLERSTANDARD bei John Harris.
Wien - Auf die Frage, warum er ins Fitnessstudio gehe, gibt Giovanni (17) eine prompte Antwort: "Um schön zu werden." Im John-Harris-Fitnessstudio, welches er zweimal pro Woche besucht, herrscht ein angenehmes Klima. Während manche schwitzend an den Geräten trainieren, plaudern und relaxen andere im Chill-out-Bereich. Dieses Ambiente und die modernen Geräte locken eine besonders junge Kundschaft an. Sie kann sich hier neben der sportlichen Betätigung einen Film anschauen, oder im Internet surfen.
Der junge Körper als Kapital
Egal ob jung oder alt, heutzutage achten immer mehr Menschen auf ihren Körper. Das zeigte auch die Studie "Jugend und Zeitgeist", die Ende letzten Jahres vom Institut für Jugendkulturforschung durchgeführt wurde. Sie ergab, dass sich 38,2 Prozent aller Wiener zwischen 16 bis 19 der jugendkulturellen Szene "Fitness" zugehörig fühlen. Damit liegen sie deutlich vor Fußball, Hip-Hop und anderen Lifestyle-Gruppen.
Dies kann auch Harald Lechner, Marketing-Manager von John Harris Fitness im ersten Wiener Gemeindebezirk bestätigen: "Immer mehr junge Menschen sehen den Körper als ihr wichtigstes Kapital. Jeder eifert seinem Idealbild nach." Damit erklärt er sich, dass die Zielgruppe des Fitnessstudios immer jünger wird. Und abgesehen von der Schönheit: "Nur frühe Investition in den Körper sichert ein gesünderes und längeres Leben", meint Lechner dazu.
Der Boom reiche bereits so weit, dass täglich immer mehr Anfragen von unter 16-Jährigen eintreffen. Doch das gesetzliche Einstiegsalter liegt bei 16 Jahren.
Die meisten Jugendlichen treffen sich nicht in Gruppen im Fitnesscenter, sondern bevorzugen, allein oder zu zweit zu trainieren, wie ein Lokalaugenschein des SCHÜLERSTANDARD bei John Harris Fitness zeigte.
Schulbesuch im Fitnessstudio
Das Fitnessstudio gilt somit nicht als jugendkultureller Treffpunkt. Dennoch herrscht Zusammengehörigkeit unter den Trainierenden. Hauptsächlich bekommen die Fitnesscenter ihren Neuzuwachs dadurch, dass Jugendliche ihre Freunde anwerben, auch Mitglied zu werden.
"Teilweise entsteht schon ein richtiger Gruppenzwang", meint die 20-jährige Mirella, Stammkundin von John Harris. Ihr Hauptziel war es abzunehmen, doch fand sie nach einiger Zeit Spaß am Krafttraining. Mittlerweile geht sie drei- bis viermal in der Woche je eine Stunde trainieren.
"Heute gilt in der Jugend: 'Lieber schön aussehen als gescheit sein'", sagt Johann Klepp, Inhaber der Fitnesskette Club Danube. Der Vereinssport werde durch diesen Boom aber nicht bedroht, meint er. Die meisten Mitglieder gingen zusätzlich zu ihrer Hauptsportart in Fitnesscenter.
Häufig bekommt der Club Danube neue jugendliche Mitglieder durch Schulbesuche, denn das Fitnessstudio bietet sowohl Krafttraining als auch Ballsportarten an. Trotzdem würden nur ungefähr fünf Prozent der Mitglieder beide Angebote nutzen, sagt Klepp. Was Geschlechtertrends unter den Trainierenden betrifft, sieht er den Club Danube in einer Sonderstellung: "In günstigeren Fitnesscentern ist die Verteilung von Männern und Frauen 80 zu 20", erzählt er, im Club Danube überwiege der weibliche Anteil. Grund dafür sei die größere Anzahl an Angeboten in den Bereichen Gymnastik, Yoga und Tanz. Bereits circa jedes dritte Mitglied ist unter 18 Jahren - Tendenz steigend. Auch hier bestätigt sich das Ergebnis der Studie "Jugend und Zeitgeist". Eine Schattenseite der steigenden Jugendbeteiligung im Fitnessstudio sei die höhere Verletzungsquote der jungen Trainierenden, meint Klepp. Dies lasse sich auf mangelnde Disziplin und Überheblichkeit zurückführen. Fehlende Geduld und zu viel Ehrgeiz würden oft zu fatalen Verletzungen führen. (Valentin Karner, Elena Kubina, Lisa Rosskothen, Jakob Wasshuber, DER STANDARD, 28.3.2012)
Dieser Artikel entstand im Rahmen des SCHÜLERSTANDARD-Seminars "2 Tage Journalist" mit Julia Grillmayr.
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Natürlich behaupten die Fitnesszentren, es gehe um Gesundheit.
Leider übernimmt der Standard diese einseitige Darstellung.
Doch sie ist grundfalsch.
"Egal ob jung oder alt, heutzutage achten immer mehr Menschen auf ihren Körper"
Nein genau das tun sie nicht. Sie wollen ihn formen auf Kosten der Gesundheit.
Den meisten Jugendlichen geht es nicht um Gesundheit, sondern ausschließlich um's Aussehen. Neben dem Sport werden Alkohol, Nikotin und andere Drogen konsumiert und mit katastrophaler Ernährung verbunden.
Dieser unglaubliche Druck gut auszusehen ist schrecklich und mit Sicherheit nicht begrüßenswert.
Wenn Sie alles richtig machen geht das Formen nicht wider die Gesundheit.
Dass die meisten Fitnesstrainer, gelinde gesagt, keine Ahnung haben steht auf einem anderen Blatt...
Dann fang damit an, dass man einen Satz nicht losgelöst vom restlichen Text interpretieren sollte.
Man kann aus unterschiedlichen Gründen Sport betreiben.
Gesundheit ist einer davon.
Das kann natürlich mit besserem Aussehen einhergehen.
Bei vielen (nicht bei allen) Jugendlichen ist aber die Gesundheit nicht der Beweggrund, Sport zu betreiben, sondern die Angst, dass ihr Körper nicht irgendwelchen Vorstellungen entspricht.
Neben Sport wird das auch mit Drogen, Mangelernährung etc zu erreichen versucht.
Mit Gesundheit hat das nichts zu tun.
...waren Ihre offenbar auf subjektiver Beobachtung beruhenden, Pauschalierungen wie "den meisten Jugendlichen....", die ich schon aufgrund persönlicher Erfahrung nicht teilen kann. Ihr Posting erweckt somit von vorne bis hinten den Eindruck des undifferenzierten Geschimpfes.
Und wie man mit Mangelernährung, Drogen (meinen Sie illegale leistungsteigernde Substanzen) und übermäßigen Alkoholkonsum "seinen Körper formen will" müssen Sie auch erst erklären.
Jedenfalls zu begrüßen, wenn es denn wirklich ein Trend in nennenswerten Ausmaßen ist (wenn man nahe des John Harris auf der Mariahilfer Straße in die U-Bahn einsteigt bekommt eher einen anderen Eindruck).
Der bewegungsarme aber oft stressige Lebensstil den die Wissensgesellschaft für die meisten mit sich bringt ist physiologisch nicht unbedingt ideal - der Körper ist auf regelmäßige Belastung ausgelegt, sonst verbleiben Stresshormone viel zu lange im Körper und Muskulatur und Knochen bauen ab. Das lässt sich aber leicht verhindern, indem man sich regelmäßg körperlich verausgabt, sei es nun im Fitnesscenter oder im Fußballverein. Wer sich so einen Lebensstil früh angewöhnt erhöht die Chancen auf ein gesundes Leben jedenfalls deutlich.
... allerdings lässt sich die "Wissensgesellschaft" mit den Ergebnissen der Pisa Studie nicht vereinbaren. Gut, die kann man anzweifeln, aber wenn den Jugendlichen die Schönheit wichtiger ist als ihr Wissen (und darum geht es in dem Artikel), dann ist es mit der Wissensgesellschaft tatsächlich nicht weit her :-(
Bei allen Klischees, die hier verbreitet werden ("schön aber dumm"):
Ich finde, es ist viel dümmer, überhaupt nicht auf seine Fitness zu achten. Es geht ja nicht nur um Gesundheit (Kreislauf, Potenz, usw...), Schönheit (so ein dezenter, aber definierter Achterpack hat schon was) und den sich ergebenden Elan, sondern vor allen Dingen um die seelische Befriedigung, die aus dem durch die eigene Selbstdisziplin hervorgebrachten Einklang von Geist und Körper erwächst. Dazu sollte man natürlich auch nicht die Bildung vernachlässigen, also an zwangsfreien Ruhetagen zumindest ein paar Wikipedia-Artikel lesen. ;)
Schön sind davon bisher nur wenige geworden.
zur geistigen fitness: ich glaube, da wäre es sinnvoller wenn man sich tatsächlich VOM FLECK BEWEGT. auf einer fixierten maschine, auf irgendeinen bildschirm glotzend die geistige kraftsteigerung zu erwarten finde ich höchstens lächerlich.
Bevor ich mich im Fitnessstudio schönschwitze um mich am Wochenende in der Disco schön blöd zu saufen setze ich mich lieber auf mein Mountainbike und geniesse die frische Luft fernab permanent kameraüberwachter schwitzender Fettleiber und Silikontussis, baue stressfrei und unbehelligt von brüllenden HipHop Videoclips mein Fett ab und meine Kondition auf. Das geht bei nehezu jedem Wetter, jeder Jahreszeit und an jedem Ort.
Erstens ging es hier nicht um Krafttraining um ambitioniert Sport betreiben zu können - das brauchen Leistungssportler aber sicher niemand, der "schön aussehen" möchte wie die oben beschriebenen Jugendlichen.
Und bezüglich der 30km 300hm in 4 Stunden. Mich können Sie damit nicht beleidigen, meine Leistungsdaten sehen ein wenig anders aus und mir ist egal, ob das jemanden interessiert - aber ich hätte gerne gesehen, ob die obigen Jugendlichen wenigstens diese Zahlen erreichen können.
Meinen Erfahrungen nach können sie das nämlich nicht. Die jugendlichen Freunde meines Sohnes - allesamt Fitnesscenterbesucher - stecke ich im Gelände immer noch locker in die Tasche
Tun sie sportlich nix, heisst es die bladen Computerjunkies vereinsamen vor Facebook und Games und schädigen unser Gesundheitssystem.
Gehen sie hingegen trainieren leiden sie gleich unter Gruppendruck und bösartigsten Verletzungen.
Was mir hier immer mehr fehlt ist eine dialektische Betrachtungsweise. In diesem Sinne -> schlechter Artikel.
Was für eine dumme Aussage!
Als ob das eine das andere ausschließen würde.
Vielmehr ist es doch so, dass man auch geistig leistungsfähiger ist, wenn man körperlich fit ist ...
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