Euroschlacht um eine Billion für Rettungsschirm

Thomas Mayer aus Brüssel
27. März 2012, 19:12

Der Euro-Schutzschirm soll technisch und materiell erneut ausgeweitet werden

Am Freitag werden die EU-Finanzminister beim informellen Treffen in Kopenhagen zur Zukunft des provisorischen wie des künftigen ständigen Rettungsschirmes (EFSF bzw. ESM) beraten. Die sind von den Eurostaaten mit 440 bzw. 500 Milliarden Euro garantiert bzw. dotiert. Davon werden Hilfen an überschuldete Eurostaaten finanziert (bisher 192 Mrd. aus dem EFSF).

Nach einem Beschluss des EU-Gipfels Anfang Februar sollten insgesamt 500 Mrd. als Obergrenze für zu vergebende Kredite und Hilfen gelten. Aber genau dieses Limit steht nach -Informationen jetzt wieder zur Disposition. Die Minister werden die Obergrenzen anheben, nachdem die skeptische Kanzlerin Angela Merkel vom Hauptzahlerland Deutschland ihr Nein aufgab.

"Man wird sich vermutlich auf eine Zahl zwischen 700 und 940 Milliarden Euro einigen", heißt es in Ratskreisen in Brüssel. Technisch wäre das kein Problem. Man lässt den beschlossenen EFSF bis 2013 über die volle Laufzeit weiterlaufen, wie in den nationalen Parlamenten beschlossen. Und startet den ESM, wie vorgesehen, ab 1. Juli 2012 um ein Jahr früher, wobei der EFSF vorläufig nicht in den ESM übergeführt wird. Das ist insofern leicht machbar, als es dafür keine EU-Beschlüsse braucht.

Bilaterale Verträge

Es geht um einen bilateralen Vertrag der Eurostaaten, der in den nationalen Parlamenten mit einfacher Mehrheit zu beschließen ist. Macht ein Land nicht mit, können die anderen Eurostaaten nicht daran gehindert werden, den ESM zu starten.

Da die Fraktionen im deutschen Bundestag Dienstag übereinkamen, den Euro-Fiskalpakt, der eine Schuldenbremse vorsieht, getrennt vom ESM zu behandeln, scheint der Weg für den aufgestockten Euroschutz frei.

Zu den Überlegungen gehört, dass das Weiterlaufen des EFSF den zusätzlichen Vorteil bringt, mögliche künftige Hilfen für Griechenland zeitlich strecken zu können. Athen sollte eigentlich 2015 wieder an die Märkte zurückkehren: Gelingt das nicht, könnten fällige Kredite erneut relativ einfach umgeschuldet werden. Im Hintergrund drängen die USA, aber auch der Währungsfonds oder China seit längerem, dass die Europäer den Euroschutzschirm selbst stärken. Die Zielgröße: eine Billion Dollar. Das wären nach derzeitigem Kurs rund 830 Milliarden Euro.  (red/Thomas Mayer, DER STANDARD, 28.3.2012)

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Da gehen gleich mal einige Mrd. an die spanischen Banken

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/03/40806/

Euroschlacht...

wie darf man sich so eine Euroschlacht vorstellen? :)

bald werden für den Rettungsschirm Quadrillionen benötigt....

danke lieber standard für die umfassende und kritische berichterstattung! wieder einmal beschränkt sich die berichterstattung auf das wesentliche und unwichtige details werden weggelassen...
(wer ironie findet darf sie behalten)

Aber immerhin, es gibt eine Volksvetretung.

http://www.oe24.at/welt/Pros... n/60968447

die mutter aller schutzschirme ?

oder einfach nur das letzte verzweifelte aufgebot.

Erinnert an den Volkssturm.

Aber je mehr Geld in den einarmigen Banditen, desto lieber die FI.

Wer dafür ist, kennt offensichtlich die Inhalte nicht!

Der Entwurf zum "Rettungsschirm" kann in voller Länge hier nachgelesen werden: http://www.peter-bleser.de/upload/PD... ag_ESM.pdf

Eine kurze Zusammenfassung der "wichtigsten" Punkte daraus (die erwähnten Punkte sind alle im Entwurf nachlesbar): http://www.youtube.com/watch?v=d6JKlbbvcu0

Wer nach dem Lesen / Hören dieser Punkte des Vertrags noch dafür ist, der ist meiner Meinung nicht mehr ganz bei Trost. Kein Mensch würde freiwillig einem solchen Knebelvertrag zustimmen, aber mit dem dummen Stimmvolk kann man es ja machen!

Gibt es eine petition

Die man unterschreiben kann, damit dieser wahnsinn verhindert wird?

Ja, gibt es ... hab gerade im Internet gesucht ...

Da gibt es schon einige Initiativen diesbezüglich: http://www.wien-konkret.at/politik/e... ngsschirm/ (wenn man nach unten scrollt, dann steht dort: Petition: "Wir zahlen nicht für EUROPAS Schulden" http://www.openpetition.de/petition/... -schulden)

In Deutschland hat es auch so etwas ähnliches gegeben: https://epetitionen.bundestag.de/index.php... tion=18123

Jetzt ist es nimmer weit zur Fantastilliarde!

Zahlen und haften, wie hoch die Summen? Kann mir das wer sagen?

1. Beteiligung Ö am IWF (über die Notenbank?)
2. Beteiligung an der Europäischen Entwicklungsbank.
3. Beteiligung am EFSM
4. Beteiligung am 1. GR-Paket (bilateral). 3 Mrd. Euro?
5. Beteiligung am 2. GR-Paket : 4 Mrd.?
6. Beteiligung am Schuldenschnitt (Banken, Private, ÖNB): 4 Mrd.?
7. Beteiligung am EFSF: 12 Mrd.?
8. Beteiligung am ESM 15 Mrd.?
9. Beteiligung an EZB: Kapitalbeteiligung 600 Millionen? Evtl. Verlustbeteiligung?
10. Target 2 gegenüber PIIGS?
11. Welche Haftungen kommen auf uns zu, wenn einzelne PIIGS als Kontributoren zum EFSF/ESM ausfallen? Müssen wir dann deren Quoten übernehmen?

Alles zusammen 50-70 Mrd. Euro? Wer weiß es?

wenn man den TARGET Saldo dazurechnet, ist Österreichs Beitrag negativ, denn dieser liegt bei -70Mrd€.

Davon profitieren aber nur die inländischen Banken, das Budget hat nichts davon.

Target

Vielen Dank! NUr eine Rückfrge: Haften wir nicht gegenüber der EZB, wenn Targetsalden von PIIGS nicht bezahlt werden (z.B. bei deren Ausscheiden aus EURO und Schuldenschnitt). Unabhängig von unserem Targetsaldo?

Ich bin für den ESM, weil er den Einfluss der Finanzmärkte einschränkt

Aber natürlich wird Österreich nicht mitmachen. Die Grünen sind ja dagegen.

Sie kennen alle Punkte des ESM?

Lesen Sie sich mal den Entwurf durch und dann möchte ich wissen, ob Sie noch immer dafür sind: http://www.peter-bleser.de/upload/PD... ag_ESM.pdf

Und wenn Sie nicht alles komplett lesen wollen / wirklich verstehen, dann kann ich Ihnen die kurze Zusammenfassung der heftigsten Punkte des Vertrags ans Herz legen: http://www.youtube.com/watch?v=d6JKlbbvcu0

nach dem Motto:

"Wer frei von Schuld(en) ist, werfe den ersten Schein!"

exxon, royal dutch shell, haliburton, procter&gamble, monsanto, gerneral dynamics, general electric, siemens, bayer, pfizer, basf, nestle, amaco oil, goldman sachs, die federal reserve......werfen schon mit genug steinen, politikern, rauchbomben und phosphorgranaten nach uns - und die sind nicht nur schuldenfrei sondern sogar schuldenverursachend, weil sie für ihre 500 milliarden durchschnittliches vermögen zinsen sehen wollen, die wir alle erwirtschaften müssen.

wie haben diese Firmen es geschafft, der Zinseszinsfalle zu entkommen ?

die zinsfalle ist für uns reserviert, die wir die zinsen bezahlen dürfen bzw. auf fremdkapital angewiesen sind - monoplisten haben da kein problem aufgrund ihrer kapitalausstattung und der tatsache, daß sie unsere gesetze machen - die sind teil der zinsfalle und werden daher niemals selbst reintappen

extrem dämliche Argumentation,

welche dieser Firmen war nicht auf Fremdkapital angewiesen ?
welche dieser Firmen hat als Monopolist begonnen?

Sie haben keinen Tau von Wirtschaft aber doofe Postings

Wer

bietet mehr?

warum nicht erhöhung auf eine Quadrillion

dann wären alle probleme gelöst

eines der vielen Vorteile von EU und Euro

sicher Alternativlos.

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