Gentest soll Zahl der Chemotherapien senken

27. März 2012, 17:28

Informationen zu 16 für Brustkrebs verantwortlichen Genen

Mönchengladbach - Ein neues Diagnose-Verfahren auf Basis eines Gentests soll Brustkrebspatientinnen in bestimmten Fällen eine belastende Chemotherapie ersparen. Zwölf Brustzentren im Rheinland und in Hamburg bieten erkrankten Frauen in einem Pilotprojekt den US-Test Oncotype DX zur Bestimmung des Rückfallrisikos an. Der Test sei "Neuland" in Deutschland, sagte die Leiterin des Brustzentrums Niederrhein, Ulrike Nitz, in Mönchengladbach.

In den medizinischen Leitlinien werde bisher nur empfohlen, den Test innerhalb von wissenschaftlichen Studien anzuwenden. Eine Analyse der Westdeutschen Studiengruppe (WSG) soll in etwa drei bis vier Jahren weitere Erkenntnisse zur Effektivität des Verfahrens bringen. Die Kosten für den Test in Höhe von 3.000 Euro übernimmt die soziale Krankenkasse AOK Rheinland/Hamburg für ihre Versicherten.

Im Gegensatz zu dem seit Jahren in Deutschland verwendeten uPA/PAI-1-Eiweiß-Test könne Oncotype DX Informationen zu 16 Genen liefern, die für Brustkrebs verantwortlich seien, sagte der wissenschaftliche Koordinator der WSG, Oleg Gluz. Ziel sei, den Anteil der Patientinnen, die auf eine Chemotherapie verzichten könnten, erheblich zu steigern. (APA/red, 27.3.2012)

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