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Der LifeCycle Tower zeichnet sich auch dadurch aus, dass die tragende Holzkonstruktion innen nicht verkleidet werden muss. Das verspricht positive Auswirkungen auf das Raumklima in einem Hochhaus.
Zwei Entwicklungen zum nachhaltigen Bauen erzielten immerhin Achtungserfolge.
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Das höchste Holzhochhaus der Welt wollen Vorarlberger bauen. Durch die erste Realisierung eines achtstöckigen Referenzobjekts am Dornbirner Firmenstandort will die Cree GmbH beweisen: Wer mit Holz an Wolken kratzt, tut das nicht nur ökologischer, sondern auch viel rascher. Im Vergleich zu konventionellen Bauweisen kann mit dem LifeCycle Tower genannten Fertigteilsystem die Bauzeit von Hochhäusern nahezu halbiert werden. Trägt die Konstruktion die hohen Erwartungen, soll bald auf 20 Stockwerke oder 90 Meter aufgestockt werden.
An die Bauwirtschaft, die rund 40 Prozent des weltweiten Ressourcenverbrauchs und des CO2-Ausstoßes verursacht, richten die Entwickler dieses Systems zudem eine klare Botschaft: Modulare Holzkonstruktionen verbessern die Kohlendioxidbilanz einer Gebäudehülle um bis zu 90 Prozent. Der energieeffiziente Passivhaus- und sogar der Plusenergiestandard von Hochhäusern sind durch diese Bauweise leicht erreichbar. Das fand die Cree GmbH zuvor im Rahmen eines Forschungsprojekts heraus, an dem unter anderem die TU Graz beteiligt war. Entwickelt wurden auch die entsprechenden Sicherheitsstandards, die ein Hochhaus aus Holz selbst brandschutztechnisch und statisch makellos dastehen lassen.
Viele Ökoleuchttürme
Der Vorarlberger LifeCycle Tower ist somit eigentlich ein echtes Leuchtturmprojekt für mehr Ökoeffizienz - auch im Wortsinn: Die äußerliche Form des Turms wahrend, wird seine Signalwirkung für nachhaltiges Bauen wohl weithin sichtbar sein - sogar international. National, so scheint es, sind die Leuchtfeuer umweltfreundlicher Ideen aber schon so zahlreich, dass Wolkenkratzer aus Holz nicht zwangsläufig den Staatspreis Innovation gewinnen. So betonte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner als Stifter dieses Preises am vergangenen Donnerstagabend: "Die vielen Einreichungen sind ein Indikator für den Strukturwandel der Wirtschaft. Immer mehr Projekte drehen sich um Ökoinnovationen."
Es hätten also ebenso gut die Entwickler des neuen Werkstoffs Compacfoam sein können, die den aktuellen Innovationsstaatspreis entgegennehmen, weil die Vorsilbe "Öko" von Jahr zu Jahr mehr mitschwingt bei dieser Auszeichnung. Denn mit der verbesserten Variante von "Styropor" gelingt es jetzt immerhin, ein klassisches Dilemma der thermischen Sanierung zu lösen: So war Polystyrol als effiziente Kältebrücke zwar schon bisher gefragt, seine geringe Stabilität reduzierte allerdings seine Einsatzmöglichkeiten. Der Leichtbaustoff Compacfoam ist nun allerdings nahezu so belastbar wie Beton. Dadurch ergibt sich eine völlig neue Anwendung als tragendes Element, das zwar selbst nicht ökologisch ist, aber die höhere Energieeffizienz sehr günstig ermöglicht.
Biegen schlägt Bauen
Doch auch das "Superstyropor" hat es - so wie schon der Holzwolkenkratzer - nur auf die sechs Projekte umfassende Shortlist der Nominierungen für den Staatspreis geschafft. Was hingegen der Gewinner des Staatspreises Innovation 2012 letztlich alles leisten musste, beschrieb die Jury sinngemäß so: Bei der Biegemaschine TruBend Cell 7000 handelt es sich um eine Weltneuheit, die sehr rasch und mitten in der Wirtschaftskrise entwickelt wurde. Dabei ist sie nicht nur eine ökologische, sondern auch eine ökonomische Antwort auf die aktuellen Herausforderungen der Industrie.
Innovationen zum effizienten Produzieren toppen demnach in einer Krise solche für das nachhaltige Bauen. Oder wie es Mitterlehner ausdrückte: " Wenn sich zuletzt Metallerabschlüsse in der Höhe von rund vier Prozent ausgingen, ist das unter anderem deshalb möglich, weil es in Österreich innovative Unternehmen wie den aktuellen Staatspreisträger gibt." Und tatsächlich ist ein Zusammenhang nicht zu leugnen.
Die automatische Biegezelle des oberösterreichischen Maschinenbauers Trumpf schafft folgendes: Zunächst bestimmt ein Bilderkennungssystem dieses Roboters, um welche Blechteile es sich handelt, die in der Folge gebogen werden sollen. Danach ermöglicht ein intelligentes Wechselsystem, den passenden Werkzeugtyp für diese Arbeit auszuwählen. Und zu guter Letzt sorgt die sogenannte Pick-and-place-Fördertechnik dafür, dass fertige Blechteile sogar am richtigen Ort abgestellt werden.
Roboter gegen den Stillstand
Entlastet werden dadurch vor allem Arbeiter in der Nachtschicht, die bei kleinen Stückmengen unterschiedlicher Blechteile sehr häufig manuell die Werkzeuge wechseln mussten. Zudem werden jetzt Maschinenstillstände von bis zu einer halben Stunde vermieden. Insgesamt arbeitet diese Biegezelle laut Herstellerangaben nun bis zu 300-mal schneller als bisherige Systeme. Durch den Einsatz der speziellen Torquemotoren können die Energiekosten überdies um bis zu 65 Prozent gesenkt werden - Öl benötigen diese Roboter nicht.
Dass die Automatisierung generell wie ein Schmiermittel für die stockende industrielle Produktion wirkt, soll offensichtlich auch die Vergabe des Ecovinus belegen: Dieser von der Wirtschaftskammer an KMUs vergebene Sonderpreis ging an FerRobotics. Mit dessen aktivem Kontaktflansch können Standardroboter nun so umgerüstet werden, dass sie ein nahezu menschliches Kontaktgefühl bekommen. Komplizierte oder gefährliche Arbeitsschritte, die bisher nur in Handarbeit durchführbar waren, sollen dadurch nun Roboter verrichten können.
Die erstmals im Rahmen des Staatspreises Innovation verliehene Auszeichnung des Verbunds, Verena, unterstrich abermals den Ökotrend unter heimischen Innovatoren: Der Motorenhersteller BRP-Powertrain löst mit seiner Auxiliary Power Unit (APU) zumindest teilweise Reichweitendefizite von Elektroautos. Solange deren Akkus nicht effizient genug sind, könnte weiterhin ein kleiner Hilfsverbrennungsmotor, die APU, zum Einsatz kommen. Allerdings arbeitet diese schon so effizient, dass Spritverbrauch und Emissionen drastisch abnehmen. (Sascha Aumüller, DER STANDARD, 28.3.2012)
=> Wissen: Auffälligkeiten der Innovationen 2012
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