Tyrolean darf nicht AUA werden

Hermann Sussitz
27. März 2012, 17:03

Die Tochter ist mehr AUA, als der Mutter lieb ist. In der Sache ist die KV-Kündigung schlecht, die Tyrolean hat es besser verdient

Ein Kollektivvertrag (KV) ist eine gute Sache. Weniger als klassenkämpferisches Element, mehr als Gradmesser. Neben der Teuerung bietet es sich alle paar Jahre an, die Mitarbeiter an den Produktivitätsgewinnen, so es denn welche gibt, zu beteiligen. Benutzt man den KV, um Machtpoker zu betreiben, dann reduziert man dessen Wert ganz schnell. Die Kündigung des Tyrolean-KVs war jedenfalls ein Schritt in die falsche Richtung - die Stamm-AUA muss mehr Tyrolean werden, nicht umgekehrt!

1:1 wird 0:2

Die Gewerkschaft denkt nun 1:1, wie du mir, so ich dir. Auf Ebene der Sozialpartner ist das richtig, nicht aber in der Sache. Der Tyrolean-KV bildet in seiner Basis einen guten KV für den AUA-Konzern. Dass die AUA einen neuen KV braucht, man denke an automatische Gehaltssteigerungen und unzeitgemäße Pensionsregelungen, steht außer Frage.

Aber es geht gar nicht so sehr darum, auf welchem Weg man zu einem konzernweiten KV kommt. Es geht um die Einstellung der AUA-Personalvertreter gegenüber ihren Kollegen der Tyrolean. Vor Jahren noch wollten sie nichts von einem für beide Unternehmen gültigen KV wissen. Jetzt, wo Feuer am Dach ist, stört man sich nicht daran, dass eine mit ihrem KV zufriedene Tyrolean auch noch verheizt wird.

Tyrolean ist AUA

Dabei erfüllt die Tyrolean schon jetzt mehr Kriterien für ein einheitliches AUA-Erscheinungsbild, als der AUA lieb ist. Sie fliegt nicht nur unter AUA-Flugnummern, sondern bald auch in Maschinen, wo AUA draufsteht (und nicht Austrian Arrows). Und vor allem sehen ihre Betriebsräte im Management einen Partner und kein Feindbild.

Apropos Management: Dass die Vorstände der letzten zehn Jahre zu einem Großteil für die AUA-Misere verantwortlich sind, auch weil in diesem Zeitraum die Liberalisierung des Luftverkehrsmarktes voll eingeschlagen hat, steht auch außer Streit. Denn an den Mitarbeitern liegt es nicht. Ob formell AUA oder formell Tyrolean, die Flugbegleiterinnen und Piloten machen für die rot-weiß-rote Airline einen ausgezeichneten Job. Betriebsräte und Gewerkschaft dürfen aber Maß und Ziel nicht aus den Augen verlieren. (Hermann Sussitz, derStandard.at, 28.3.2012)

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Und vor allem sehen ihre Betriebsräte im Management einen Partner und kein Feindbild.

Alles klar, solche Betriebsräte braucht der Mensch, dann erlebt er zumindest die Pension nicht mehr!

Möchte Herrn Sussitz für diesen ausgezeichneten Bericht gratulieren, da er die Tyrolean Sichtweise in diesem KV Konflikt wirklich sehr gut erklärt.
Tyrolean Mitarbeiter wurden schon immer als AUA Konzern Mitarbeiter 2. Klasse behandelt und jetzt sogar von der sogenannten Gewerkschaft als Arbeitnehmer 2. Klasse.
So etwas geht in keinem Konzern auf Dauer gut! Es geht nur miteinander um in eine gute Zukunft zu fliegen.

Wo war die AUA wenn es um Belange der

Tyrolean ging?

Die Tyrolean wurde und wird von der AUA Belegschaft immer belächelt, aber wenns um Kämpfe für AUA Privilegien geht sind sie anscheinend gut genug...

Die Tyrolean wurde und wird von der AUA Belegschaft immer belächelt, aber wenns um Kämpfe für AUA Privilegien geht sind sie anscheinend gut genug...

Interessante Sichtweise, der Tyrolean Betriebsrat kämpft mit dem Vorstand gegen den AUA BRB und die durch diesen vertretene Belegschaft, das wiederum nennen sie Kampf FÜR AUA Privilegien? Leicht verquere Ansicht!?!

ist der von der Gewerkschaft eigentlich

der gleiche Kaske, welcher schon einmal die Republik brennen sehen wollte? Wenn ja, na Sewas! Ein ÖGB Nomenklaturaapparatschik.

Guter Kommentar

da liegt sehr viel Wahres drin - wird natürlich von den Besitzstandswahrern, die sich noch immer nicht als Teil eines Unternehmens sehen, ganz anders interpretiert. Wer 25 Jahre Steigflug hinter sich hat, muss halt den Sinkflug erst "lernen".

Frage an Spezialisten

Wäre es möglich, dass die Tyrolean-Mitarbeiter eine eigene Gewerkschaft gründen, and anschliessend den KV gemeinsam mit der Unternehmensleitung wieder in Kraft setzen?

Die Tyrolean eine Gewerkschaft gründen?

Die Tyrolean Angestellten haben vom Arbeitsrecht leider überhaupt keine Ahnung. Das wäre geradezu ein Festschmaus für die GL...

neoliberale hetzpropaganda

kein wort davon, dass die wirtschaftskammer den aua-kv zuerst gekündigt hat. die neoliberalen taliban sind erst zufrieden, wenn es den 99% gleich schlecht geht. wenn das management schon für die aua-misere verantwortlich ist, dann würde ich mir zuerst konsequenzen auf der ebene der "leistungsträger" erwarten. aber nein; der begriff leistungsträger steht ja scheinbar für "sich von der leistung anderer tragen lassen".....

und mit was rechtfertigen sie jetzt nochmal die tyrolean-mitarbetier als faustpfand zu nehmen?

und mit was rechtfertigen sie jetzt nochmal die tyrolean-mitarbetier als faustpfand zu nehmen?

Welcher Faustpfand? Deren KV wurde gekündigt um das AUA Personal nicht dort reinzwingen zu können. Verlust bei VO? Keiner! Der KV wirkt nach bis ein neuer ausverhandelt ist, den der VO BRB zu unterschreiben hat, bzw. die "böse" Gewerkschaft.
Einen KV als Bedrohung zu verwenden kann nur ganz perfiden Managertypen einfallen, aber keine Sorge, diese Sorte wird mehr je weniger sich die Betroffenen wehren!

Das AUA Personal wird seit 10 Jahren zum KV a la Tyrol umgeleitet..

Nun reisst der Lack von überzahlten weil nicht effektiv beschäftigten Piloten nach damaliger Proporzprozedur. Man handelte ständig egünstigende Verträge aus die den Zuständen bei der ÖBB ähnelten, ein Arbeitsrecht im Arbeitsrecht sozusagen. Sie können sich noch erinnern..? (Auch an die Proteste der "Gewerkschaft" damals?

Der Markt entscheidet, ob die AUA-Piloten zu teuer sind. Da diese offensichtlich keine Probleme haben, bei anderen Airlines zu guten Konditionen unterzukommen, wird Tyorlean eben weiterhin mit billigeren Piloten zweiter Wahl fliegen müssen.

Dann sollen sie doch gehen, die Tür ist offen.

Piloten zweiter Wahl? Hochachtung all jenen, die INN anfliegen! DLR hin oder her.

Die Schluchtenscheisser sind nicht die einzigen, die dort landen und starten, also tun'S da nix glorifizieren, nur weil die paar Berglein für Sie als Passagier hosenfüllend wirken.

Innsbruck als Flughafen

Wenn man Innsbruck anfliegt braucht man eine eigene Berechtigung, dementsprechend ist Innsbruck auch ein nicht ganz so einfach anzufliegender Flughafen wie viele andere.
Und das hat nichts mit Schluchtenscheissern oder anderem zu tun.

Bevor sie mit tollen Beleidigungen umherschmeissen sollten sie die Fakten studieren.

Und tschüss, ab zu Emirates,

oder Ryanair, oder Spantax, oder was-weiß-ich.

Sie sind schon vergessen.

Qatar Amiri Flight sucht A330-Kapitäne. Das wär doch was. ;)

Wenn Sie Emirates mit Ryanair vergleichen, dann sind Sie mit umfassender Ahnungslosigkeit gesegnet.

Stimmt

Bei Emirates hat man seine Homebase in einem muslimischen Land mit Scharia als Gesetz.
Frauen dürfen nicht Autofahren und und und...

Ist sicher schön dort zu wohnen...

Der Allmächtige hat gesprochen!

und kann dabei nicht einmal den Markennamen seiner Kollegen richtig schreiben - hoffentlich fliegen sie nicht so schlecht wie sie schreiben!

Mein Fehler. Air Schluchtenscheisser. Kommt nicht wieder vor.

realitätsverweigrung durch österreichs gewerkschafter löst das problem der AUA sich nicht.

Im TV für mich klar erkennbar, Foglar war es anzumerken, dass er "Kaskes Irrtum" mittragen muss, er tut mir leid.

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