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Die Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) unterstützt Pläne von EU-Industriekommissar Tajani.
Wien/Brüssel/Lugano - Die europäischen Krebsspezialisten wollen, dass neue Medikamente schneller durch die Gesundheitssysteme der einzelnen Staaten bezahlt und so den Patienten mit bösartigen Erkrankungen auch schneller zur Verfügung stehen. "Die Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) begrüßt die jüngsten Vorschläge der EU-Kommission für effizientere und verkürzte Zeitspannen bis zur Etablierung von Preisen und Erstattungsregelungen für Arzneimittel", hieß es jetzt in einer Aussendung der ESMO. Die Gesellschaft wird Ende September/Anfang Oktober 2012 ihren Jahreskongress in Wien abhalten.
Der Hintergrund: Derzeit befinden sich Hunderte neue Krebsmedikamente weltweit in klinischen Untersuchungen. Das dürfte in der nächsten Zukunft im Rahmen der "zielgerichteten" beziehungsweise "personalisierten" Therapie zu einer immer schnelleren Zulassung neuer Arzneimittel gegen bösartige Erkrankungen kommen. Innovative Krebsmedikamente, zum Beispiel aus der Biotechnologie, werden in Europa über die zentrale Zulassung der EMA (European Medical Agency) in London registriert. Doch nach der Zulassung und Marktfreigabe durch die EU vergeht oft lange Zeit, bis Preisfestsetzung und Bezahlung in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten erfolgen. Der Nutzen für die Patienten bleibt zunächst aus.
Neue Pläne mit Strafandrohung
Industriekommissar Antonio Tajani hat Anfang März dazu neue Pläne vorgelegt: Demnach sollen die EU-Mitgliedsländer bei Strafandrohung verpflichtet werden, bei innovativen Medikamenten nationale Preise und Erstattungsregelungen binnen 120 Tagen nach Zulassung zu bestimmen, bei Nachahmepräparaten (Generika) binnen 30 Tagen.
Christoph Zielinski, Leiter des Comprehensive Cancer Center der MedUni Wien und des AKH, als Sprecher der ESMO in dieser Angelegenheit: "Es wäre zu hoffen, dass die alten Tagen mit Wartezeiten auf die Erstattung bei innovativen Krebsmedikamenten von bis zu 700 Tagen und bei Generika von bis zu 250 Tagen bald vorüber sind. Der Vorschlag der EU ist die logische Konsequenz des dynamischen Wissenswachstums bei Krebs, der in die Entwicklung von neuen Medikamenten umgesetzt wird."
Zahl der Neuerkrankungen steigt
Die Pläne der EU sind für Millionen Menschen wichtig: In diesem Jahr werden in der EU fast 1,3 Millionen Menschen an Krebs sterben. Während die Zahl der Neuerkrankungen ständig steigt, sinkt offenbar die Mortalität. Seit dem Jahr 2007 betrug diese Reduktion bei den Männern zehn Prozent, bei den Frauen sieben Prozent. Das war zu einem beträchtlichen Teil auf in den vergangenen Jahren deutlich verbesserte medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zurückzuführen.
Die Angelegenheit rund um die Prozesse, die zur Erstattung innovativer Medikamente führen, ist keine theoretische Diskussion. Ein Beispiel aus Österreich: Im Juli 2011 hat die EU die Marktzulassung für das innovative und im Vergleich zu herkömmlichen Therapien in klinischen Studien wirksamere Medikament gegen Krebs-Knochenmetastasen, Denosumab, für alle EU-Mitgliedsländer zugelassen. Frei aus der "Grünen Box" in Österreich verschreibbar wird es laut dem US-Biotech-Konzern Amgen jetzt mit erstem April. Denosumab ist ein monoklonaler Antikörper, der gegen krankhaften Knochenabbau wirkt. Die Basis für die Entwicklung legte der österreichische Biotechnologieforscher Josef Penninger ehemals mit in Kanada durchgeführten Forschungsarbeiten.
Die Themen von Qualitätsstandards und von möglichst gleichem Zugang der Krebspatienten zu medizinischen Leistungen in der EU werden auch im Mittelpunkt der Diskussionen des Jahreskongresses der ESMO vom 28. September bis 2. Oktober im Austria Center Vienna stehen. Es werden bis zu 18.000 Experten erwartet. (APA, 27.3.2012)
Lagerungshinweise auf dem Beipackzettel beachten - Angebrochene Medikamente sind trotz Kühlschranklagerung nur begrenzt haltbar
Vernetzung für klinische Studien geplant
2012 war die medizinische Berichterstattung gespickt mit zahlreichen Meldungen über die personalisierte Medizin
Wissenschaftler haben epigenetischen Marker gefunden, der das Therapie-Ansprechen bei Depressionen prognostiziert
Der Mediziner Wolf-Dieter Ludwig hält den Weg von der Standardtherapie zur "personalisierten Medizin" für richtig, erkennt aber keinen Durchbruch
Kontrolluntersuchungen der Patienten sind erforderlich
Rohypnol und Somnubene werden als Begleitmedikation künftig strikter verschrieben - Risiko der Überdosierung soll gesenkt werden
Im Internet sind vier von fünf Pillen gefälscht - Der Pharmakonzern Pfizer will mit dem Angebot unter anderem seinen Ruf schützen
Das Generikum Budeprion ist therapeutisch nicht äquivalent zum Originalpräparat
Entzündungshemmende Substanzen stehen im Fokus des Forschungsnetzwerkes "Drugs from Nature Targeting Inflammation"
Die Antibiotika-Skepsis bei viralen Erkältungen steigt mit höherer Schulbildung - Eine Alternative liegt in amtlich registrierten Phythotherapeutika
Eine EU-Neuregelung für Medikamentenforschung sorgt für kontroversielle Diskussionen unter Experten
Die personalisierte Medizin möchte vor allem den Prozentsatz der Patienten verringern, die unnötig belastende und ineffektive Arzneimittel bekommen
Zum Fortschritt in der Medikamentenentwicklung tragen auch die Patienten bei - Wer an Studien teilnehmen darf, ist streng geregelt
17 Postsendungen enthielten 792 gefälschte Pillen - Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitsweisen warnt Konsumenten vor dem Kauf aus dubiosen Internetquellen
Forscher des Pasteur-Instituts und des CNRS haben gezeigt, dass auch der Einsatz von niedrig dosierten Antibiotika das Auftreten von Resistenzen bei pathogenen Bakterien erhöhen kann
Österreichische Hämatologen sind überzeugt, dass das wirksame Arzneimittel "Alemtuzumab" aus kommerziellen Gründen vom Markt genommen wurde
Fußball: Der Missbrauch von Schmerzmitteln ist auch im Jugendbereich immer stärker verbreitet
Ein Lipid-Überzug soll die Einnahme unangenehm schmeckender Medikamente erleichtern
Ein Medikamentenpatent läuft aus, billigere Generika ersetzen es - Diese Dynamik nutzen Krankenkassen, um Preise zu drücken - Sind die Billigprodukte wirklich gleich gut für Patienten?
Medikamente müssen strengen Richtlinien entsprechen, um in Österreich zugelassen zu sein. Das vermeintliche Krebsmittel Ukrain erfüllte diese Kriterien nicht
Spironolacton ist ein aussichtsreicher Kandidat für die Behandlung einer diastolischen Herzinsuffizienz
Sildenafil lässt "Hüftgold" eventuell schmelzen und senkt vermutlich das Risiko für Folgeerkrankungen der Fettleibigkeit. Experten warnen vor vorschneller Anwendung
Placebos und Nocebos werden in ihrer Wirkung oft unterschätzt - Ärzte sollten dafür mehr Bewusstsein entwickeln, so Experte Kress vom AKH Wien
Neue Substanz verliert im Magen-Darm-Trakt nicht seine Wirkung - Zulassungsverfahren in den USA und Europa läuft
alles klar!
http://www.youtube.com/watch?v=xWDsYinl0-4
Schwan:Er beschrieb die Frustration nicht nur der Pharmaindustrie, sondern auch von Patientenvertretungen in ganz Europa. Zahlreiche bürokratische Hürden sorgten dafür, dass sich der Beginn der Studien ebenso verzögere wie ihr Abschluss, dass Marktzulassungen länger dauern und die Patienten wertvolle Zeit verlieren
In die falsche Richtung
John Dalli stellte klar: «Ich will keine weitere zentralistische Bürokratie im Zusammenhang mit klinischen Studien.» Schwan konterte prompt und verlangte gerade mehr Zentralisierung, um Zulassungsverfahren zu beschleunigen
Wir brauchen in Europa einfach weniger Ethikkommissionen – wozu brauchen wir tausend?» Schwan meinte, die Politik «geht in die falsche Richtung».
usw usw
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