Tierquälerei und Sklavenarbeit in der Lederproduktion

27. März 2012, 12:14

Ein Test europäischer Verbraucherorganisationen zeigt, dass der Großteil der Markenschuhhersteller nichts über die Lederherkunft sagen kann

Die Ledererzeugung von 16 Markenschuhherstellern haben europäische Verbraucherorganisationen - unter anderem der VKI - einem Ethiktest unterzogen, das Ergebnis ist wenig zufriedenstellend. Keiner der 16 Hersteller kann nachweisen, dass die Produkte frei von Tierquälerei und Sklaverei sind. Der Schwerpunkt des Tests lag auf der Lederbeschaffung, hierbei zeigte sich, dass die Markenkonzerne keine Auskünfte über die Herkunft des Leders für ihre Schuhe machen konnten. Nur wenige Hersteller - Timberland, Ecco und Clarks - treffen nennenswerte Vorkehrungen um faire Verhältnisse in ihrem Einflussbereich zu schaffen.

Dabei herrschen in den Lederindustrien Brasiliens und Indiens katastrophale Zustände. Die dänische Organisation DanWatch berichtet von Sklavenarbeit und Tierquälerei auf brasilianischen Rinderfarmen, in Indien gibt es zwar strenge Tierschutzgesetze, durch die verbreitete Korruption ist die Umsetzung aber praktisch nicht gegeben.

Die extrem umweltschädliche Chromgerbung wird noch immer zu 80 bis 85 Prozent angewendet, obwohl es bessere Alternativen gäbe. In Indien, Bangladesh und Nepal leiden 40 Prozent der Gerbereiarbeiter an Hautkrankheiten, Asthma oder anderen durch Chemikalien bedingten Leiden, das Grundwasser in der Umgebung von indischen Gerbereibetrieben ist mit Chrom kontaminiert.

Überwachung beginnt erst bei der Produktion

Die Überwachung der Hersteller beginnt, wenn überhaupt, bei der Erzeugung, nur zwei Hersteller überprüfen zumindest die Umweltstandards der Gerbereien.

Das Ausfüllen des Fragebogens verweigerten mehr als die Hälfte der Hersteller, auch der Branchenprimus Timberland. Trotzdem wurde die Firma positiv bewertet, da sie via Homepage und Nachhaltigkeitsreport umfangreich über seine Aktivitäten berichtet.

Die Konsumentenschützer empfehlen, sich nicht von Werbesprüchen wie "wir verwenden nur Leder als Nebenprodukt der Fleischindustrie" blenden zu lassen. Dies treffe nämlich auf alle Leder mit Ausnahme von Krokodilleder zu, falls angegeben sollte zumindest zu Schuhen gegriffen werden, für deren Produktion keine Chromgerbung angewendet wurde.

Der vollständige Bericht ist auf konsument.at abrufbar, sowie ab 29. März im April-Heft von "Konsument". (red, derStandard.at, 27.3.2012)

Befragt wurden: Timberland, Ecco, Clarks, Kickers, Geox, Pikolinos, Vagabond, El Naturalista, Scholl, Gabor, Birkenstock, Bata, Tod's, Camper, Hush Puppies, Mephisto

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hat die pornoabteilung heute den lederschwerpunkt?

Wann demonstrieren Tierschützer endlich vor Biker-Shops?

Dieses alte Oma vorm Kleiderbauer belästigen ist irgendwie keine große Heldentat.

Die Chromgerbung kann bei gut ausgestatteten und modernen Gerbereien, wie wir sie mittlerweile auch in der EU haben, vergleichsweise umweltschonend hergestellt werden.

Trotzdem bleibt die Naturgerbung wie Fettgerbung (Waldviertler Schuhe), Lohgerbung mit Eichenrindenwasser (orthopädische Schuhe) etc. sicher die schonendste für Umwelt und Natur. Außerdem Ist das Leder durch die Bank schöner, riecht besser und altert auch wesentlich cooler.

Dem Artikel ist hinzuzufügen, dass in dem genannten Ländern auch noch Kinderarbeit und die Rodung von Regenwald (Weideflächen) für die Ledererzeugung hinzu kommt.

Nur die Konsumenten prägen den Markt. Menschen, die sich für Leder entscheiden, sollten daher unbedingt auf die Herkunft achten!

Sollte man gesehen haben, BITTE nehmen sie sich Zeit für den kurzen Film

http://www.youtube.com/watch?v=NZOeOtaWyIg

es ist alles immer eine frage des wie... und wenn tierschutzbestimmungen, dazu führen, dass die tiere noch mehr leiden, dann haben sie ihr ziel verfehlt.

Leder

Leder, Pelz, Daunen, Fleisch/Fisch, ja selbst Wolle und Honig - alles zu meiden. Nur dann wird die Industrie, Landwirtschaft, Politik (siehe Jagerei usw.) umdenken. Aber mit BilligBillig und blödsinnigen Wachstumsparolen (wohin wachsen?) werden "die Völker" blödgehalten - und vermehren den Reichtum derer, die's beauftragen - und genau wissen, was da los ist.

wenn man dies einhält, auf tierische produkte komplett verzichtet, dann kann man sich sicher sein, keine tiere gequält zu haben. wenn ich mir aber sicher sein möchte, keine menschen (zwar indirekt, aber dennoch durch den Kauf eines Produkts) gequält zu haben, dann muss ich quasi nackt durch die gegend laufen?
also ehlichgesagt: lieber tierische produkte bei denen ich mir sicher sein kann, dass die produktionsumstände "passen", als blos "auf die tiere schauen" und auf alles andere sch****en.

Gehts der Wiirtschaft gut....

....gehts uns allen gut! Ha!

Der Öko-Trend geht in Richtung pflanzlich (statt Chrom-) gegerbtes Leder. Sinnvoll wäre aber auch die Gerbung mit Inhaltstoffen der Olivenblätter (diese fallen bei der Olivenproduktion an) oder sogar den Rückständen von Biomüll. http://www.zeit.de/2011/18/G... erstellung

guter Artikel, danke für's posten

Es gibt so coole Alternativen, wer braucht schon Leder?

Für bestimmte Jobs müssen Sie tadellos angezogen sein und dazu gehören derzeit halt noch gute Lederschuhe. Ist halt so; Alternative wäre, nicht in einen solchen Job zu kommen.

müssen aber nicht aus leder sein

http://www.noharm.co.uk/shoes_1.php

Kommt wirklich drauf an, was Sie machen. Gibt Jobs, da kommen Sie mit den von Ihnen verlinkten Schuhen durch, bei anderen eben nicht.

Wenn Sie an einer gewissen Höhe angekommen sind, können Ihre Kunden und Geschäftspartner sehr, sehr genau beurteilen, wie gut und aus was Ihre Schuhe sind. Schuhe sind fast das Wichtigste dabei.

(Möchte nicht ausschließen, dass es auch echt gute Schuhe nach dem System gibt, doch die verlinkten sind eher einfache geklebte, was man nicht zuletzt auch am Preis sieht.)

„Wenn Sie an einer gewissen Höhe angekommen sind, können Ihre Kunden und Geschäftspartner sehr, sehr genau beurteilen, wie gut und aus was Ihre Schuhe sind. Schuhe sind fast das Wichtigste dabei.“

Sie drücken damit aus, dass die Qualität Ihrer Schuhe (Lederschuhe) das Maß der Dinge und fachliche Qualifikationen sowie andere Kompetenzen zweitrangig sind… leider haben Sie damit nicht ganz unrecht… Aber wollen Sie da mitspielen? Brauchen Sie diese Statussymbole auf Kosten anderer wirklich?

Bleibt zu hoffen, dass die Geschäftspartner nicht sehr, sehr genau beurteilen, wie gut Ihr Deutsch ist.

Bill Gates trägt oft Sneakers bei seinen Geschäftsverhandlungen

ich denke, er wird wohl in "höheren" einer Liga spielen.
Heute werden Millionenverträge in Converse-Sneakers abgeschlossen.

Selbstvertrauen braucht keine Tierhäute und rahmengenähte Maßschuhe machen aus einem Looser keinen Winner!

aus einem looser sicher nicht, aus einem loser vielleicht manchmal doch.

ich meinte natürlich

er wird wohl in einer "höheren" Liga spielen.

Tja ist halt noch sehr früh..........

Die werten Rotstrichler sind sicher auch diejenigen, die meinen, eine Analog-Armbanduhr ist unnötig.

Bitte zu akzeptieren, dass manche Menschen umständehalber eine gewisse Kleidung in bestimmter Qualität tragen müssen, und da kommt man um manche Sachen und Accessoires einfach nicht herum. 200-300-Euro-Fertigschuhe wie die verlinkten tun's da halt manchmal nicht. Fakt. Nicht falsch, nur weil es sich manche Leute nicht vorstellen können.

Und aus.

200 bis 300€ für Schuhe? Wer gibt für Schuhe soviel Geld aus?
Ich hab schon ein schlechtes Gewissen wenn es 50 € sind!

„Bitte zu akzeptieren, dass manche Menschen umständehalber eine gewisse Kleidung in bestimmter Qualität tragen müssen, […]“

Danke, das spiegelt deutlich den gegenwärtigen Reifezustand unserer Gesellschaft wider bzw. die soziale Ungleichheit und ihre Folgen…

für welche jobs gilt deine ansicht

für 0,1% der jobs oder doch nur für 0,01%?

ich weiß, daß es solche menschen gibt die andere nach der kleidung beurteilen - aber sympathisch macht sie das nicht gerade.

Wobei man um den genannten Preis schon für viele Situationen was Ordentliches bekommen kann, doch wenn's wie die verlinkten Exemplare sichtbar nicht rahmengenäht ist, ist der Einsatzzweck leider nach oben ziemlich beschränkt. Das macht extrem viel aus.

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