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St. Pölten - Rheumatoide Arthritis (wird auch als chronische Polyarthritis bezeichnet) ist die häufigste entzündlich rheumatische Erkrankung. Weltweit sind 0,5 bis ein Prozent der Gesamtbevölkerung betroffen. Alleine in Niederösterreich leiden rund 10.000 Menschen daran. Frauen sind dreimal so häufig betroffen wie Männer. Die Erkrankung beginnt meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Ein zweiter Häufigkeitsgipfel tritt bei Menschen über dem 60. Lebensjahr auf (Alterspolyarthritis), aber auch die jüngere Generation ist betroffen. Schmerzhafte Gelenksschädigungen, die bis zur Arbeitsunfähigkeit und zu einer verkürzten Lebenserwartung von bis zu zehn Jahren führen, machen vielen Menschen das Leben zur Hölle.
Die Initiative "Arznei & Vernunft" hat eine neue Leitlinie für Fachleute sowie eine Patientenbroschüre entworfen. "Arznei & Vernunft" ist eine in Europa einzigartige Initiative, der namhafte Experten aus dem Gesundheitswesen (Ärzte- und Apothekerkammer, Sozialversicherung, darunter NÖGKK etc.) angehören und die zu speziellen Themen kompaktes Wissen für zielgenaue Diagnose und Behandlung zusammenstellt. Die aktuelle Broschüre liegt ab sofort in den niederösterreichischen Arztordinationen auf. Sie bietet umfassende Informationen - von der Früherkennung der Erkrankung über Therapiemöglichkeiten bis zu Tipps für den Alltag.
Symptome
Wie erkennt man rheumatoide Arthritis? "Häufige Symptome sind gesteigerte Müdigkeit, Abgeschlagenheit und starkes Schwitzen. Wer außerdem morgens mit steifen Gelenken kämpft oder schmerzhafte Schwellungen an den Finger-, Hand- oder Zehengelenken bemerkt, sollte zur Abklärung rasch einen Arzttermin vereinbaren", rät Ernst Wagner, Leiter der Rheuma-Sonderkrankenanstalt der NÖGKK in Baden und Mitglied von "Arznei & Vernunft", in einer Aussendung.
Bis vor wenigen Jahren hätte man eher eher die Symptome behandelt. Heute stehe eine Reihe von wirksamen Medikamenten zur Verfügung, die den Verlauf der Erkrankung im Idealfall stoppen können. Umso wichtiger sei es, die Symptome rechtzeitig zu erkennen und rasch hilfreiche Therapiemaßnahmen - vor allem Medikamente, Ergo- und physikalische Therapien - einzuleiten. "Der frühe Beginn einer sogenannten "Basistherapie" - das sind Medikamente, welche die krankmachenden Abläufe direkt beeinflussen können - ist für die Prognose der Erkrankung von wesentlicher Bedeutung", erklärt Wagner. Beginne man mit der Basistherapie in den ersten drei Monaten nach Ausbruch der Krankheit, verbessere sich der Verlauf der Erkrankung wesentlich. (red, derStandard.at, 27.3.2012)
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