Obama kalmiert nach Mikrofonpanne

27. März 2012, 12:02
  • Obama, das Raketenabwehrsystem und der US-Wahlkampf.
    foto: reuters/yuriko nakao

    Obama, das Raketenabwehrsystem und der US-Wahlkampf.

US-Präsident hatte russischem Staatschef bei vermeintlich ausgeschalteten Mikrofonen versprochen, "mehr Flexibilität" in Rüstungsfragen zu zeigen

Seoul - Die US-Regierung hat auf Kritik nach einer versehentlich bekanntgewordenen Äußerung von Präsident Barack Obama am Rande des Gipfeltreffens zur atomaren Sicherheit in Südkorea reagiert. Nachdem die US-Republikaner Obama ein Einknicken vor Russland vorgeworfen hatten, versicherte das Weiße Haus, es sei entschlossen, trotz russischer Widerstände das geplante Raketenabwehrsystem in Europa umzusetzen. Allerdings sei Zeit notwendig, um mit Russland zu einer Vereinbarung zu kommen.

Obama hatte dem scheidenden russischen Staatschef Dmitri Medwedew am Montag in Seoul bei vermeintlich ausgeschalteten Mikrofonen versprochen, dass er künftig "mehr Flexibilität" in Rüstungsfragen und Raketenabwehr in Europa an den Tag legen werde. Erst einmal müsse er aber bei der US-Präsidentschaftswahl im November im Amt bestätigt werden. "Das ist meine letzte Wahl. Nach meiner Wahl werde ich mehr Flexibilität haben." Die Äußerungen hatten für erheblichen Wirbel gesorgt.

Obamas möglicher republikanischer Herausforderer Mitt Romney sagte, das Volk habe das Recht zu wissen, in welchen anderen Fragen Obama im Falle seiner Wiederwahl beabsichtige, "flexibel" zu sein. Obamas Wahlkampfsprecher Ben LaBolt warf Romney vor, die Worte des US-Präsidenten zu verdrehen. In Sachen Außenpolitik habe Romney lediglich "leere Worthülsen" anzubieten, "keine konkreten Pläne zur Verbesserung unserer Sicherheit oder Stärkung unserer Bündnisse".

Die US-Regierung versichert, dass der von ihr vorgesehene Raketenschild der Abwehr von Mittelstreckenraketen etwa aus dem Iran dienen solle. Russland hegt aber massive Vorbehalte gegen den Schild.

Atomgipfel ruft zu Kampf gegen Nuklearterrorismus auf

Die internationale Gemeinschaft will verstärkt dafür sorgen, dass Nuklearmaterialien nicht in die Hände von Terroristen gelangen. Zum Abschluss eines zweitägigen Gipfeltreffens zur Atomsicherheit in Seoul bekräftigten die Vertreter aus 53 Ländern größtenteils die vor zwei Jahren verabredeten Ziele. Dazu gehören eine bessere Sicherung von Nuklearmaterialien, die Verhinderung des illegalen Nuklearhandels und die Verminderung des Gebrauchs von hochangereichertem Uran (HEU) in Reaktoren. Nordkorea beharrt weiter auf seinem für Mitte April geplanten Start einer Langstreckenrakete.

Zu den Gipfelteilnehmern zählten unter anderen Vertreter der USA, Chinas, Russlands, Japans und Südkoreas, die gemeinsam mit Nordkorea die Runde der Sechsergespräche über das nordkoreanische Atomprogramm bilden. Auch US-Präsident Obama, der chinesische Staatschef Hu Jintao und Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle nahmen an dem Gipfel teil. Vertreten waren außerdem die UNO, die Europäische Union, die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) und Interpol. Der erste Gipfel zur atomaren Sicherheit hatte 2010 in Washington stattgefunden, das dritte Treffen ist für 2014 in den Niederlanden vorgesehen. (APA, 27.3.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 141
1 2 3 4
klamieren

grün: hab gewusst was das Wort bedeutet
rot: hab nicht gewusst was das Wort bedeutet

...und ich kann's auch schreiben ... ;)

Verirrter Stimme

Der lustige Versprecher

Obama - ein großer Blender

.

Das "Lustige" daran: Europa braucht man anscheinend eh nicht zu fragen

In den USA wird drüber gestritten, die Russen streiten mit den USA drüber. Europa hat ihn halt dann und ist somit nolens volens in US-amerikanische Weltkonflikte an die Seite der USA getackert, denn wer gegen diese Krieg führen will, wird auch den Raketenabwehrschild in Europe zerbomben müssen. Mitsamt "Kollateralschaden".

Europa

Ist ein uneiniger Haufen der die letzten 40 Jahre zufaellig die Insel der seligen wurde. (Balkan ausgenommen). Protektiert durch die Usa weis man gar nicht mehr wie man reale Politik macht.

Die USA sabotiert jede Selbstständigkeit Europas

sie betreibt ein Doppelspiel und ist an der Schwäche Europas selbst schuld

Es macht überhaupt keinen Unterschied wer in Amerika regiert. Demokraten Rebuplikaner alles nur korrupte Sklaven der Wirtschaft.
Ich kann mich noch erinnern was für eine Aufbruchsstimmung bei Obamas Wahl geherrscht hat, jetzt nach Ende seiner ersten Amtszeit kann man erkennen das auch MR. YES WE CAN nur eine Marionette ist.

Seit 120 Jahren posaunen Verschwoerungsmystiker wie sie nun schon diese 'Schlagzeile' in die Welt.....

'Es macht überhaupt keinen Unterschied wer in Amerika regiert. Demokraten Rebuplikaner alles nur korrupte Sklaven der Wirtschaft.'

Mehr muss man dazu wohl gar nicht sagen!

Hätten's noch ein paar Verweise …

… aus denen man deutlich hätte erkennen können DAS es sehr wohl einen Unterscheid macht wer dort gerade regiert? Dann wäre ihre Aussage in jedem Fall überzeugender gewesen als nur der bloße Hinweis auf Verschwörungstheorie, der ja reflexhaft kommt wenn man das amerikanische Einerlei in diese Richtung auch nur ansatzweise erwähnt … *g*

Der eigentliche Skandal ist doch,

dass Obama sich nicht vor der Wahl flexibler in Rüstungsfragen zeigen kann.
!!!

Kaum zu glauben

3 Obamaartikel laufen unde keiner behandelt die wichtigste Gerichtsverhandlund in den USA seit GENERATIONEN! Aber warum auch - es schaud gar schlecht fuer den Sozialismus hier in Amerika aus, und das wird auf gute alte Art verschwiegen ....

Mir ist nicht ganz klar wie sich die USA mit einer Raketenabwehr in Europa schützen könne. Wieso wollen sie nicht ihr eigenes Land schützen?
Falls Europa sich bedroht fühlen würde, warum bauen sie dann nicht eine Raketenabwehr gemeinsam mit Rußland?

Ist es nicht seltsam, daß ein ganz wesentlicher Satz IN die mitgeschnittene Unterhaltung EINGEFÜGT wurde? Ein Satz, der freundlicherweise von der Nach-Richt-Augentur im wahrsten Sinne des Wortes "nachgerichtet" wurde, und…

…der aber leider im Original-Gespräch nie vorkam.

Das FS3 berichtete:
http://derstandard.at/plink/133... 0/25426761

Der hinzugefügte Satz - "Erst einmal müsse er aber bei der US-Präsidentschaftswahl im November im Amt bestätigt werden" - führt den Leser in die Irre. Obama ist sich sicher - fast schon zu sicher - daß er wiedergewählt werden wird.

Bei dem ganzen Durcheinander und den aufgeblattelten Fixeleien bei den GOP-Vorwahlen ist das wohl nicht erstaunlich, oder?

Seit Monaten zweifelt kein Mensch mit gesundem Verstand an Obamas Wiederwahl!

Aufwachen, und Zeitung lesen.....

wer aufwachen will sollte keine Zeitung mehr lesen und sein Fernsehn aus dem Fenster werfen

?

welche Zeitung?
was ist das dann für ein Spektakel, das uns da präsentiert wird?

leidergottes hab ich den link verloren aber es gibt eine wunderbare doku in der ein ehem. deutscher general den raketenabwehrschild im "mit offenen karten" stil erklärt. weis hier jemand was ich meine und kann mir eventuell weiterhelfen?
würd das gern nochmal sehen

Oberstleutnant Jochen Scholz vielleicht? http://www.youtube.com/watch?v=x_KtLZ32-6U

Besten Dank

jop merci das is das interview dazu.
suche weiter nach der "animierten version" ;)

dk für link!
Frage: Ich weiß nie, wo ich nach dem Datum suchen kann der div. empf. YouTube Videos, kann jemand helfen?

Skandal, ein Politiker lässt sich abseits der Mikrofone zu ehrlichen und sinnvollen Äußerungen hinreißen.

war onkel tom vor 3 jahren nicht schwarz-haarig? jetzt sieht er irgendwie grau aus

Das passiert bei allen US-Präsidenten: Schau dir mal die Fotos von Clinton, Bush Sr. usw. vor den Wahlen und nach der ersten Amtszeit an. Vorher jung, danach total gealtert.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 141
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.