"Data Dealer": Legal, illegal, scheißegal?

  • Möglichst hemmungslos die Daten der Internet-NutzerInnen an sich reißen: Das Ziel von "Data Dealer".
    grafik: data dealer

    Möglichst hemmungslos die Daten der Internet-NutzerInnen an sich reißen: Das Ziel von "Data Dealer".

Online-Spiel aus Wien will auf satirische Weise Datensammelwut von Facebook, Google und Co. thematisieren

Nicht nur das Internet und die dort angebotenen Services haben sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt, mit diesem Boom geht auch eine rasante Aushöhlung der Privatsphäre der NutzerInnen einher: Regierungen geben ihren Repressionsorgangen - etwa in Form der ab 1. April auch in Österreich aktiven Vorratsdatenspeicherungen - immer weitere Möglichkeiten zum Ausspähen der Online-Aktivitäten der Bevölkerung zur Hand, Unternehmen üben sich im ungehemmten Datensammeln - und dem Verkauf der dabei erstellten Profile.

Ungehemmter Datenhandel

Mit "Data Dealer" hat nun ein kleines Entwicklungsteam aus Wien ein Online-Spiel entwickelt, das auf satirische Weise die erwähnte Datensammelwut von Google, Facebook und Co. thematisieren will. Das Spielprinzip orientiert sich ganz offen an Facebook-Hits wie Mafia Wars oder Farmville, allerdings geht es hier darum persönliche Daten zu hamstern - und das möglichst hemmungslos.

Die SpielerInnen übernehmen dabei die Rolle eines Daten-Händlers, der sich an den privaten Informationen der NutzerInnen zu bereichern versucht. Ein Besuch am Daten-Schwarzmarkt gehört hier ebenso dazu wie das Ausspionieren mithilfe von Parnterbörsen, Social Web und Online-Psychotests. Dabei gilt es natürlich gleichzeitig "lästige Störfaktoren" wie Datenschutzbeauftrage, Bürgerinitiativen oder kritische Medien zu umschiffen.

Creative Commons

Vom Start weg gibt es zunächst einmal eine Demo-Version für den deutschen Sprachraum, eine internationale Variante soll später folgen. Die EntwicklerInnen betonen, dass man keinerlei kommerzielle Interesse verfolge, entsprechend hat man das Spiel auch unter eine "Creative Commons"-Lizenz gestellt. Dass Data Dealer auch einen eigenen Facebook-Auftritt hat, darf übrigens durchaus als Teil eines subversiven Konzepts begriffen werden. (red, derStandard.at, 27.03.12)

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