Tyrolean-Crew protestiert gegen Gewerkschaft

27. März 2012, 09:21
  • Protest gegen die Gewerkschaft - ein Novum in Österreich.
    foto: derstandard.at/sussitz

    Protest gegen die Gewerkschaft - ein Novum in Österreich.

Die Crew der AUA-Tochter protestiert heute vor der Gewerkschaftszentrale in Wien gegen die Kündigung des Tyrolean-KV durch die Gewerkschaft

Wien - Dass wegen der Kündigung ihres Kollektivvertrags die Tyrolean-Crew am Dienstag gegen die Gewerkschaft demonstriert, gilt als einzigartig. Damit wurde im Streit zwischen Gewerkschaft und AUA eine neue Eskalationsstufe gezündet. Der Luftfahrtverband sprach von einem Stellungskrieg der Gewerkschaften. AUA-Boden-Betriebsratschef Alfred Junghans fühlte sich am Montag zu einem Aufruf zu sachlichen Verhandlungen gezwungen. Er hofft, dass ein "tragbarer Ausweg" gefunden werden kann. Genannt wird der Samstag (31. März) als eine Art interne Deadline im Konzern, um zu einer Lösung zu kommen, die nicht Betriebsübergang auf Tyrolean heißt.

"Von dem vielzitierten Modewort der 'Augenhöhe' sind wir kilometerweit entfernt", kritisierte Thomas Blaska, Vorsitzender Tyrolean Board bei der heutigen Protestveranstaltung vor der ÖGB-Zentrale im 2. Wiener Gemeindebezirk. vor rund 120 Tyrolean-Mitarbeitern. Seine Frage "habt ihr noch Vertrauen in den ÖGB" wurde mit Buhrufen und Pfiffen beantwortet.

Für Mittag ist einen Pressekonferenz mit ÖGB-Chef Erich Foglar angesetzt, bis dahin bringen sich die Tyrolean-Beschäftigten mit Rockmusik in Stimmung. Zu "Highway to Hell" wurden Plakate mit Sprüchen wie "Keine Machtspiele mit Tyrolean", "Demokratie auch bei KV" und "KV für Tyrolean mit Tyrolean" in die Höhe gehalten. Und Blaska stellte in seiner Rede an die Kolleginnen und Kollegen Richtung ÖGB klar: "Unter Kollegenschaft verstehe ich etwas anderes. (...) Kollegen tun so etwas nicht, was die Gewerkschaft mit uns macht".

Die Gewerkschaft vida hatte hingegen am Dienstagvormittag davon gesprochen, dass bei einem Gespräch am späten Montagabend Einigung erzielt worden sei, dass das fliegenden Personal von Tyrolean und AUA einen gemeinsamen Konzern-Kollektivvertrag anstrebt.

Bures optimistisch

Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) ist trotz des heftigen Streits optimistisch, dass es zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern eine Einigung gibt. Sie ist aber gegen eine Politik der Zurufe. Die AUA gehört seit drei Jahren nicht mehr dem Staat, sondern der deutschen Lufthansa. Befürchtungen, die wieder verlängerten Landerechte der Golf-Airline Emirates wären ein "Todesstoß" für die AUA, hält die Ministerin für "maßlos übertrieben", davon rede nicht einmal die AUA selbst.

Der österreichische Luftfahrtverband unter seinem Präsidenten, dem Ex-AUA-Vorstand Mario Rehulka, sprach von einem "ordentlichen Absturz eines sogenannten Sozialpartners" und einem "Wettbewerb der Gewerkschaften am Rücken aller Konzernmitarbeiter": Von den 6.000 Mitarbeitern des AUA-Flugkonzerns sind in Österreich rund 1.200 bei der GPA und nur rund 850 bei der vida Gewerkschaftsmitglieder. Tyrolean Airways hat einen firmenspezifischen Kollektivvertrag mit eigenem GPA-Betriebsrat, verhandlungsberechtigt für fliegendes Personal ist dort jedoch die Gewerkschaft vida.

Die Gewerkschaft, so der Luftfahrtverband, fordere nun Solidarität für gewerkschaftliche Ansprüche, die von den meisten Mitarbeitern abgelehnt würden - und gefährde damit 6.000 AUA-Arbeitsplätze, ja sogar 50.000 Jobs auf den österreichischen Flughäfen, wie die Verbandsgeneralsekretärin Alexandra Slama in einer Aussendung meinte.

Darüber hinaus werde auf diese Weise der Wirtschaftsstandort gefährdet, "da die Eigentümergesellschaft Lufthansa unter diesen Zuständen den Kapitalzuschuss nicht vollziehen und sogar das Unternehmen Austrian Airlines in die Insolvenz führen könnte".

Zukunft des Luftfahrtstandortes

AUA-Bodenbetriebsrat Junghans rief zur Besonnenheit auf: "Allen an der Diskussion Beteiligten sollte klar sein, dass es jetzt nicht nur um die Zukunft des Unternehmens AUA geht, sondern um die Zukunft des gesamten Luftfahrtstandortes Österreich. Es ist der Zeitpunkt gekommen, wo alle Beteiligten wie die Wirtschaftskammer, die Lufthansa als Eigentümerin, das AUA-Management, die zuständigen Gewerkschaften und die Belegschaftsvertreter an einem Tisch zusammenkommen sollten, um gemeinsam tragbare Auswege zu beraten."

"Wirtschaftskammer und AUA-Management haben es selbst in der Hand, die Diskussion wieder in geordnete Bahnen zu lenken", so Junghans. "Statt Kollektivverträge zu kündigen und ständig mit einseitigen Verschlechterungen zu drohen, sollten die Zukunft des Standorts und das Wohl der Beschäftigten wieder im Vordergrund stehen", findet Junghans. Was die Beschäftigten am Boden betrifft, so führe man mit vida und GPA "seit geraumer Zeit erfolgversprechende Verhandlungen über eine Reform des Kollektivvertrages, mit zukünftigen Formen der Entgeltfindung und nachhaltigen Lösungen für das Bodenpersonal".

Bis zu den kommenden AUA-Sonderaufsichtsratsberatungen am 5. April will die Lufthansa bei der österreichischen Tochter eine Einigung mit der AUA-Belegschaft über das Personalkosten-Sparpaket auf dem Tisch liegen haben. Andernfalls erfolgt der Betriebsübergang auf die Regionaltochter Tyrolean mit deren billigerem Kollektivvertrag. Die Lufthansa - die die schwer defizitäre AUA gerade mit 140 Mio. Euro rekapitalisieren muss - will nicht mehr weiter zuwarten. (APA, 27.3.2012)

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BR Kasperl

Ein BR packelt mit dem Vorstand und liefert seine Angestellten an das Messer! Welcom Air produziert bereits billiger für Tyrolean!
Die nächste Personalverschiebung steht schon vor der Tür aber die Airbus und Boeing Geilheit trübt offensichtlich den Blick für die Tatsachen!
Eigentlich sollte der BR froh sein, eine Chance zu bekommen einen Konzern KV zu erreichen. 2 mal wurde dies schon von Tyrolean versemmelt. Jetzt wird es Zeit einmal etwas über den Tellerrand zu blicken, um es nett auszudrücken!

Gekaufte BR?

finde es eine Sauerei was der BR der Tyrolian aufführt. Packelt der mit der GF?

Der Tyrolean-Betriebsrat hat sich laut eigenen Angaben dafür die Unterstützung von AUA-Chef Jaan Albrecht gesichert, der ja mit der Gewerkschaft und dem AUA-Betriebsrat im Clinch liegt.

Anstatt um besseren Lohn zu kämpfen wird eine Verschlechterung der AUA befürwortet. bin gespannt wie die Tyrolian reagiert, wenn die Lufthansa mit einem schlechteren KV als die Tyrolian daherkommt?
das die Aua minus Schreibt ist die alleine Schuld der GF. gespart wird aber bei den Beschäftigten.

STREIK!!!!!

Die einzig wirkvolle Waffe gegen die Gewerkschaft

Euer gekotze ist ja echt das letzte.

Ich sag jetzt schon danke.

www.derunterschied.at

Was ist nun mit dieser Website?!

ÖGB - Parteipolitik geht vor Arbeitnehmerinteressen - traurig

Bei dem Präsidenten kein Wunder

Ein Mann der immer nur Gewerkschafter war und nie wirklich gearbeitet hat.
Es nach 30 Jahren Gewerkschaft bis heute nicht geschafft zu haben einen geraden deutschen Satz zu sprechen ist eigentlich eine riesen Schande.
Der hat mich damals bei Philips zwangsrekrutiert zu dem Verein, mit dem selben schlechten Deutsch wie heute.
Komisch nur dass man in der normalen Wirtschaft in dieser Zeit genug lernt um sich mit Gott und der Welt auf Deutsch (Hochdeutsch) und Englich unterhalten zu können aber der D...del nicht!
Ich will von solchen Menschen nicht vertreten werden!

Da reden's alle über Solidarität - aber in wirklichkeit will keiner reinbuttern und alle nur immer sofort Vorteile für sich.

die Struktur der ÖGB...

als Gewerkschaft mit zeitweise weltweit (!) höchster Zentralisierung hat nicht nur positive Aspekte. In den letzten 15 Jahren haben sich die Fachgewerkschaften zwar gegenüber den Dachverband etwas emanzipiert, dass z. B. GPA vs VIDA agiert, oder zwei Betriebsräte unterschiedliche Interessen wahrnehmen, überfordert den ÖGB wie den österreich-stämmigen Beobachter.

Es darf aber niemanden wundern, wenn int. Konzerne genau das beliebte Arbeitnehmer-aufeinander-hetzen-Spiel nun auch hier spielen. In Frankreich und Italien, wo politische Gewerkschaften gegeneinander um jeden einzelnen Betriebsratssitz konkurrieren, wurden tragbare Verfahren entwickelt, damit das Gegeneinander-Ausspielen seitens der Arbeitgeber weitgehend unterbunden wird.

genau solche Verfahren...

... mit innergewerkschaftlichen Konflikten konstruktiv umzugehen, müssen in Österreich entwickelt werden. Vielleicht eine der letzten großen Aufgaben des ÖGB als zunehmend dezentraler Dachverband!

Es ist aber ein erheblicher Unterschied, ob es einen Einheitsgewerkschaftsverband gibt, oder Richtungsgewerkschaften. Das war z.B. in Frankreich seit den 90er-Jahren gut zu sehen, wo das Auftauchen von Solidaires, SUD, CNT-F und anderen Basisgewerkschaften auch die bürokratischen Riesen zu einem kämpferischeren Auftreten zwang. Persönlich bin ich der Meinung, dass der Bratwurstsozialpartnergewerkschaftsverband uns gar nichts mehr bringen wird, sobald (mangels Sozialpartnerschaft) mehr kämpferisches Auftreten notwendig wird.

Was jetzt bei der AUA abgeht, ist zudem ein Armutszeugnis für den ÖGB. Zentralistisch von oben herab über Mitglieder hinweg - demokratisches Agieren ist etwas anderes. Läuft beim DGB halt auch nicht anders...

man sollte die gewerkschaften mal wieder für

1000 jahre verbieten. den arbeitnehmern geht es einfach zu gut, die wissen nicht mehr wer der schef ist und nehmen sich zu viel heraus. jeder sollte täglich beten und gott danken, dass er arbeiten darf. die linkslinken gewerkschafter bringen nichts als unfrieden und unglauben in die welt der ordentlichen und anständigen.

Auf derstandard.at dürfen Sie nie die Ironietags vergessen

Dann klappt's auch mit den grünen Strichen.

noch ist es nicht soweit aber ich sag jetzt schon R.I.P.

Bravo!

das Vorgehen der Gewerkschaft versteht ja wirklich niemand mehr , nicht einmal ihre eigenen Mitglieder

Da werden die Privilegien von einigen gut verdienenden mit Klauen und Zähnen auf dem Rücken anderer schlechter gestellter Mitglieder verteidigt.
Und bitte wo war die Gewerkschaft, als bei den Uni-Assistenten der Kollektivvertrag um 30% gekürzt wurde?

das Vorgehen der Gewerkschaft versteht ja wirklich niemand mehr , nicht einmal ihre eigenen Mitglieder

Da werden die Privilegien von einigen gut verdienenden mit Klauen und Zähnen auf dem Rücken anderer schlechter gestellter Mitglieder verteidigt.
Und bitte wo war die Gewerkschaft, als bei den Uni-Assistenten der Kollektivvertrag um 30% gekürzt wurde?

Gewerkschaft zeigt ihr wahres Gesicht

Wirklich überraschend ist, dass die Gewerkschaft mittlerweile gar nicht mehr versucht ihre Bereicherung und Machtspielchen zu verstecken. Das ist schon lange keine Interessensvertretung mahr, sondern ein Haufen egoisitischer Privilegienritter.

diese Entwicklungen zeigen exemplarisch, in welch fatale Richtung sich die Gewerkschaften entwickeln. In vielen Betrieben gibt es gute und konstruktive Betriebsräte, welche sich der wirtschaftlichen Situation nicht verweigern sondern einen gangbaren Kompromiss suchen (sowas wurde früher im Wort "Sozialpartnerschaft" zusammengefasst).

Es ist an der Zeit zu überlegen, ob die Gewerkschaften wirklich geeignet sind, die KV Verhandlungen zu führen - auch deshalb, weil es viele Betriebe gibt, in denen nicht einmal 10% Mitglied in der Gewerschaft sind. Obs mit der Zwangsvertretung (z.B. AK) besser wird ist ungewiss, aber zumindest ist da jeder dabei und wahlberechtigt.

so wars ja auch mal gedacht...

an sich sollte die AK als vertretung ALLER angestellten der sozialpartner sein, der die KVs federführend aushandelt. aber irgendwie hat sich der ögb als mächtigerer teil, derpraktisch ein spö-bund ist/war, da in führende position reinreklamiert und so ists eben geblieben...

Gute Idee: Gewerkschaften auflösen, KV's abschaffen - jeden selbst verhandeln lassen.

GEMEINSAM stärker verhandeln heisst eben nicht immer nur, dass die anderen für einen selbst da sind, sondern auch mal, selbst für die anderen beizutragen, obwohl's unbequem ist. Sonst gibt's eben dann für einen selbst auch keine Anderen.

KVs abschaffen halte ich für Blödsinn - obwohl ich nicht ganz verstehe, dass es für einen Branche (Luftfahrt) anscheinend mehrere KVs gibt, wozu?
Warum aber unbedingt der ÖGB als Sozialpartner der Arbeitnehmer die KVs verhandelt (als "privater" Verein) und nicht die AK (als Pflichtvertretung) geht mir aber genausowenig ein.

Weil die AK eine staatlich aufgezwungene Organisation ist, und der ÖGB eine freiwillige Interessensvertretung der Mitarbeiter.

Ich halte mehrere KV's auch nicht für so sinnvoll - Solange die Gewerkschaft eine breitere Zustimmungsbasis der Betroffnene hat als die AK, ist sie wohl besser geeignet, die Interessen der AN zu vertreten.

Die Aufgabe ist aber eben nicht, die Interessen Einzelner zu vertreten, sondern basierend auf ihren Prinzipien generell die AN-Rechte zu schützen.

Einigkeit scheint nur so weit zu herrschen,...

...dass es den beteiligten Seiten mittlerweile egal zu sein scheint, ob die Fluglinie krachen geht, Hauptsache, man hat seinen Schädel durchgesetzt.

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