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Unheilbar witzige Virtuosität zwischen Jazz und stilisierter Folklore: Bassist und Komponist Georg Breinschmid mit Duo-Partner und Trompeter Thomas Gansch.
Wien - Beide Herrn sind extrem versierte Jazzer, gestählt auch durch die Teilnahme am mittlerweile verblichenen Big-Band-Projekt Vienna Art Orchestra. Allerdings ist das Wörtchen Jazz, so man die neue CD Fire oder Bassist Georg Breinschmid wie auch Trompeter Thomas Gansch hört, keinesfalls im Zentrum ihrer Interessen. Auf Fire durchstreift Breinschmid mit seinem Trio Brein's Café - es sind Roman Jánoska (Violine) und Frantisek Jánoska (Klavier) - gerne "balkanesische" Stilwelten. Und im Duo mit Gansch setzt er auch wienerliedhaft-boshafte Grantlkünste ein und rechnet in Form von "Jazz-Gstanzln" quasi mit intoleranten akademischen Attitüden ab - "die es natürlich nicht nur im Jazz gibt, vielmehr in jedem Genre", so Breinschmid. Musikphilosophisch gesehen, geht es dabei um Offenheit, auch den Drang zur Vielfalt. Allein, da wäre auch Ökonomisch-Pragamatisches, so Gansch, der mit seiner Hauptband, Mnozil Brass, seit Jahren riesiger Publikumsmengen sicher sein kann: "Sobald bei einem Projekt Jazz draufsteht, geht eigentlich keiner hin. Ist ein großes Problem für mich, da ich diese Kunstform verehre. Oft kommen Leute nach einem Konzert und sagen: , Wissen Sie, sonst mag ich keinen Jazz, aber das war super!' Der Jazz hat ein Vermarktungsproblem, es wird etwas Anstrengendes damit verbunden."
Ende der Symphonik
Breinschmid sieht das irgendwie ähnlich, hat sich aber auch "nie wirklich einer Szene zugehörig gefühlt", was sich wiederum gut belegen lässt: Er war Mitglied der Wiener Philharmoniker, die er verließ, um sich dem Jazz zu widmen, den er, wie gesagt, auch mit dem Art Orchestra praktizierte. Aus der Edel-Jazzcombo stieg er aber ebenfalls aus, um nur noch eigene Ideen weiterzuverfolgen.
Die Klassik-Phase und deren abruptes Ende verbindet übrigens Breinschmid mit Gansch, der zwar nie Mitglied der Philharmoniker, aber in der Wiener Klassikszene als Substitut heftig unterwegs war. Gemeinsam trainierten sie - nach dem "Bruch" mit der Symphonik - in den späten 90ern auf Jazzkönnerschaft hin; Gansch hebt aber hervor, dass in dieser Intensivphase das gemeinsame Studieren der Komikertruppe Monty Python bedeutungsvoll war. "Breinschmid hat es gern, wenn wir vor dem Konzert genau ausmachen, was wir spielen sollen. Dann aber kann es auf der Bühne passieren, dass eine ganz andere Richtung eingeschlagen wird. Ich glaube, das kommt von gemeinsamen Monty-Python-Erfahrungen. Die waren unsere Philosophielehrer, in dem Sinne, dass alle Ordnung plötzlich komplett zerbrechen kann." Nun, ja. Breinschmid hat das mit Monty Python noch nie so gesehen, das war ihm "jetzt gar nicht so bewusst". Für ihn ist jedenfalls im Bezug auf das gute Arbeitsklima signifikant, dass "wir manches zusammen komponieren und dass es für mich das erste Mal ist, dass so etwas mit jemandem klappt".
Was dabei herauskommt, ist so witzig wie mitunter schwer einzuordnen. Und Breinschmid vermutet, dass es "in dieser Form eigentlich etwas Neues darstellt". Gansch untermauert die These mit der Erwähnung, wie er versucht habe, das Projekt einerseits im Bereich des Kabaretts unterzubringen, aber als Antwort bekommen hätte, " es würde zu viel Musik gespielt. Andererseits: Den Jazzpuristen ist es oft zu lustig. Das ist mir übrigens egal. Ich mag das Verkrampfte einer bestimmten Jazzmentalität nicht."Breinschmid pflichtet bei. Man versteht sich. Wenn es Zores gibt, dann wohl nur im Auto. Gansch: "Ich habe kein Navi, da kann es schon Streit geben. Breinschmid, der jetzt den Führerschein macht, darf das Wort ,Navi' jedenfalls nicht mehr aussprechen." Breinschmid zu seiner Verteidigung: "Wir waren unterwegs von Wien nach Innsbruck, und 30 Kilometer vor München haben wir uns gedacht, dass irgendwas nicht stimmen kann ..." (Ljubiša Tošić, DER STANDARD, 27.3.2012)
29. 3.: Brein's Café, Wiener Musikverein
26. 6.: Duo Breinschmid & Gansch beim Jazzfest Wien im Porgy & Bess
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oh pardon, da ist ja ein hörchef dabei, dem die gaaaanz feinen ohren gewachsen sind. das sie sowas überhaupt über ihre sicher auch edelaugen drüberlassen. einfach chin. affe spielen. gelingt sicher ausgezeichnet aus dem stand.
schade, dass solche hochgezüchteten ohren keinen spass verstehen. da entgeht ihnen was.
Sie und andere hier ja offensichtlich furchtbar treffen, dass ich die künstlerischen Hervorbringungen der beiden Herren für plattes Virtuosengedudle im intellektuellen und ästhetischen Leerlauf halte.
Und wenn Ihnen die beiden schon lustig vorkommen, was müssen Sie dann erst etwa bei der EAV gelacht haben, wenn S' die gekannt haben...!
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