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In einer aktuellen Studie warnen Ökonomen vor einem "Strukturbruch" an den Rohstoffbörsen. Statt wirtschaftlichen Daten würden Spekulationen die Preise für Öl oder Mais seit 2008 deutlich stärker beeinflussen.
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Wien - Die Rohstoffmärkte haben in den vergangenen Jahren eine wilde Achterbahnfahrt hingelegt. In einer aktuellen Studie warnen zwei Ökonomen der UNCTAD, der Welthandels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen, dass der Hochfrequenzhandel (HFT) die Preisbildung bei Rohstoffen deutlich verzerrt. HFT-Händler kaufen und verkaufen Wertpapiere im Takt von Millisekunden. David Bicchetti und Nicolas Maystre schreiben in der Studie von einem "Strukturbruch" im Jahr 2008. Rohstoffpreise seien immer stärker von ihren Fundamentaldaten losgelöst und verhalten sich ähnlich wie andere Wertpapiere, etwa Aktien.
Zuvor hätte es statistisch keinen Zusammenhang zwischen den Rohstoff- und den Aktienmärkten gegeben. Seitdem sei die Korrelation deutlich gestiegen. Diese Kennzahl gibt an, wie ähnlich sich Wertpapiere bewegen. Bicchetti und Maystre untersuchten US-Daten, den S&P 500 Aktienindex und die Preise von Rohstoffen wie Öl, Mais oder Zucker. Die beiden Ökonomen analysierten Daten im Intervall von einer Sekunde bis zu einer Stunde.
Der Hochfrequenzhandel, der bereits einen großen Teil der gehandelten Aktien in den USA und Europa ausmacht, sei ein wichtiger Treiber für den Rohstoffmarkt, glauben die Autoren. "Strategien des Hochfrequenzhandels, insbesondere die Trendfolger, spielen eine entscheidende Rolle", sagen die UNCTAD-Ökonomen. Trendfolger kaufen Wertpapiere, die zuletzt im Preis gestiegen sind, und verkaufen die Loser. Im Hochfrequenzbereich arbeiten Computer-Algorithmen mithilfe von Preisdaten in Millisekunden Handelsstrategien aus, immer stärker auch über verschiedene Anlageklassen hinaus.
Investoren sollten daraus ihre Schlüsse ziehen, schreiben Bicchetti und Maystre. Ob sich Rohstoffe zur Diversifikation eines Aktienportfolios eignen, sei etwa infrage zu stellen. Doch die Folgen sind auch außerhalb der Finanzwelt zu spüren. Das stärkere Engagement von Finanzakteuren bei Rohstoffen mache "plötzliche und scharfe Korrekturen" wahrscheinlicher und habe "destabilisierende Effekte", befürchten die Forscher. (sulu, DER STANDARD, 27.3.2012)
Die vollständige Studie finden Sie als PDF unter http://goo.gl/SYaVD
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statt der bereits zu Grabe getragenen Steuer im europäischen Raum den Hochfrequenzhandel zu untersagen - der übrigens private (Klein)Anleger grundsätzlich ausgrenzt und als Verlierer zurückläßt.
24 Stunden Mindestdifferenz und das Theater hört sich blitzartig auf.
…Lesenswert!
"Financial black swans driven by ultrafast machine ecology"
http://arxiv.org/ftp/arxiv... 2.1448.pdf
Der Report untersuchte 600 unterschiedl.Märkte rund um die Welt und documentierte gezählte 18.520 "Schwarze Schwäne" (Crashes) in der Zeitperiode zwischen 2006 und 2011.
Ergibt 14,7 Manipulationsversuche per Tag und 2,26 per jeder Stunde, an denen die Börsen offen halten.
visual demonstration illustrating all the trading days since 2007, named "The Rise of the HFT Machines"
http://www.nanex.net/aqck/2804.HTML
Ursprünglich waren Aktien dazu gedacht, dass man Anteile an einem Unternehmen erwirbt, als langfristige Geldanlage aus der man eine Dividende erhält. Mittlerweile interessiert die Dividende niemanden mehr, sondern es geht nur noch um (kurzfristige) Kursgewinne.
Ein Anfang zur Lösung dieses Problems wäre eine Mindestbehaltefrist. Um den Hochfrequenthandel einzuschränken würde wahrscheinlich schon 1 Tag reichen. 10 Tage würden wahrscheinlich auch einigen Spekulanten die Rechnung ordentlich verderben.
Eine solche Regelung würde nicht viel kosten, das System aber um vieles stabiler machen.
Im Artikel geht es um Rohstoffbörsen, und nicht um Aktien.
Gerade bei Aktien ist Hochfrequenzhandel ja kein besonderes Problem. Denn Aktien muss man nicht kaufen (im Gegensatz zu Rohstoffen) - wenn man nicht will, dann kauft man die Aktie eben einfach nicht.
Die Probleme bei Unternehmensbeteilungen sehe ich eher dann, wenn zu große Euphorie herrscht (die Aktienkurse steigen beständig). Dann investieren auch Banken und andere Institutionen, die in der Öffentlichkeit stehen, vermehrt. Und wenn es dann knallt, dann blutet die Allgemeinheit, die eigentlich gar nichts damit zu tun hat. Das ist dann aber auch langfristig, und nicht die Schuld des Hochfrequenzhandels.
Ich habe doch genau beschreiben, warum es eben nicht analog übertragbar ist (Rohstoffe muss man kaufen, Unternehmensbeteiligungen nicht). Wenn Sie das schon bestreiten (vielleicht ja zurecht), dann wäre ich für Argumente dankbar. Nur ein Halbsatz ohne Inhalt ist nicht sehr diskussionsfördernd.
1) Rohstoffe an Börsen in Form von Termingeschäften zu handeln hat eine Daseinsberechtigung für die Produzenten.
2) In der Privatwirtschaft gibt es Vertragsfreiheit, weshalb der Bereich schwer regulierbar ist.
3) Die (Investment-) Banken verdienen sehr viel Geld mit ihren Rohstoffprodukten.
4) Erst in den letzten Jahren wurde der Effekt so prononciert, vermutlich, weil der "weight-of-money" - also das Geldvolumen - der "spekulierenden" Marktteilnehmer nun so groß ist, dass er den Preis beeinflusst.
5) Es einmal geklärt werden muss, was denn nun die Gründe für die hohen Preisschwankungen sind - manche Autoren vermuteten die Einführung von Biosprit, manche wollen gar keinen Strukturbruch sehen - da ist natürlich auch Marktideologie dahinter!
"Es einmal geklärt werden muss, was denn nun die Gründe für die hohen Preisschwankungen sind"
Der große Zufluss spekulativen Kapitals. Auf gut Deutsch: Es wird gezockt, Termingeschäfte von ProduzentInnen sind längst im Hintergrund.
Als Beispiel Kaffee: durch den massiven Zufluss an Spekulationskapital ist es heute so, dass auf jeden Sack Kaffeebohnen, der geerntet und verschifft wird, neun virtuelle Säcke kommen, die nur in den Handelssystemen angeboten und gekauft werden... Von 2 Milliarden spekulativem Kapital im Kaffeemarkt ist das Volumen binnen der letzten Jahre auf 70 Milliarden gestiegen, Preisanstiege von bis zu 70% sind die Folge.
Reine Spekualtion auf Lebensmittel und Rohstoffe gehört verboten.
meiner meinung nach sollte die spekulation auf rohstoffe prinzipiell verboten werden (egal ob direkt auf güter oder risiko), denn sie bringt nur dieser geldgeilen mafia was und kosten den konsumenten unnötig geld. um nicht zusagen dass es so wäre, dass wir pro packerl mehl oder pro liter treibstoff einige cent an die spekulaten abliefern ohne dass die je ne leistung dafür erbracht haben. im gegenteil sie kontrollieren auch die märkte und durch die preistreiberei bzw. durh das aktive beeinflussen des marktpreises können sich viele dritte welt länder nen feuchten furz kaufen und müssen von der hand im mund leben. aber das wird es nie geben denk ich weil diese mafia auch die politik kontrolliert...
zusammenhängen. In der Krise vereinigen sich alle Börsen und Werte dieser Welt und springen gemeinsam über die Klippe. Das ist ein altes Börsengesetz.
Wenn dann die Panik vorüber ist, steigen die Werte wieder an. Nachdem zuerst alle (übermässig) stark gefallen sind, steigen nun auch die meisten wieder.
Aus der Korrelation zwischen Commodities und Aktien den Einfluss von HF-Trading nachzuweisen, ist ziemlich kühn. Korrelation hat allgemein nix mit einem kausalen Zusammenhang zu tun.
Auch das Konzept eines "Fundamentalen Wertes" ist ziemlich fraglich. Gold ist z.B. zu nix gut. Was ist der Fundamentale Wert eines nutzlosen Gutes?
Börsen handeln primär Risiko. Was ist der Fundamentale Wert von Risiko?
Es gibt eine hohe Korrelation zwischen Storchenpopulation und Geburtentrate.
Es war auch lange der S&P-500 mit der Butterproduktion in Bangladesh hoch korreliert.
Korrelation und Kausalität hängen nur in CoIntegretierten Zeitreihen miteinander zusammen.
Man spricht da von Granger-Kausalität.
…Silber (auch bei Gold geschehen!) in eine Richtung: HINUNTER.
http://derstandard.at/plink/133... 7/25384399
http://derstandard.at/plink/133... 7/25385847
Das Phänomen der "Phantasekunde" tritt hiebei auf, wenn das HFT-System jedesmal SCHNELLERE Verkaufsgebote in das System einspeist, als (reale) Kauforder um Bruchteile einer Sekunde NACHHER platziert werden. "Seltsamer" Weise geschieht dies aber immer nur dann, wenn besonders zahlreiche Kauforder drohen, den Preis zu sehr nach oben zu drücken…
…
War on 'error, Folge A1: "Der freie Markt ist nur für jene 'frei', die sich ihn leisten können"
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