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Wien - Internationalen Banken drohen als Folge neuer EU-Regeln herbe Einbußen in einem ihrer ertragreichsten Geschäfte. Die Europäische Union plant eine strenge Regulierung der Derivatemärkte, was die Institute nach Einschätzung von Experten teuer zu stehen kommt. "Durch die neuen Vorschriften werden die Banken voraussichtlich 35 bis 40 Prozent weniger am Handel mit standardisierten außerbörslichen Derivaten verdienen", sagte Daniel Kapffer, Berater für Banken bei Accenture, in der "Financial Times Deutschland".
Derivate sind Kontrakte, mit denen sich die Vertragspartner der Banken - etwa Unternehmen - gegen Zins-, Kredit- oder Währungsrisiken absichern. Die Institute handeln diese Finanzinstrumente untereinander - bisher in einem weitgehend unregulierten Markt. Weil die Banken so viel Freiheiten in der Preisgestaltung haben und beim Handel bisher keine Gebühren an Dritte zahlen müssen, sind Derivate so lukrativ für die Finanzbranche.
Nach Schätzungen der Citigroup erreichen die Einnahmen aus dem außerbörslichen Derivatehandel global jährlich rund 55 Mrd. Dollar (41,4 Mrd. Euro) - das ist rund ein Drittel der Bankerträge insgesamt. Der gesamte Markt für Derivate umfasste zuletzt weltweit rund 708.000 Mrd. Dollar (533.000 Mrd. Euro). Nach einem Einbruch zum Höhepunkt der Finanzkrise war er in den vergangenen Jahren wieder deutlich gewachsen.
Abwicklung über zentrale Stelle
Die EU will die Institute zwingen, ihre Standardderivate künftig über eine zentrale Stelle abzuwickeln. Beim Handel mit den Papieren müssen den Plänen zufolge ab 2013 Börsen oder börsenähnliche Plattformen eingeschaltet sein. Direkt könnten die Banken untereinander nicht mehr mit diesen Derivaten handeln. Die entsprechende Verordnung, die European Market Infrastructure Regulation (EMIR), soll am Donnerstag im EU-Parlament verabschiedet werden.
Die strikten neuen Vorgaben sind Teil einer Regulierungswelle als Konsequenz aus der Finanzkrise. 2008 war der US-Versicherer AIG nach riskanten Derivatewetten fast kollabiert, was das gesamte Finanzsystem ins Wanken brachte. Ähnliche Fälle sollen die EU-Regeln verhindern. Wegen vielerlei neuer Vorschriften sind die Institute derzeit gezwungen, ihre Geschäftsmodelle neu auszurichten. So verlangt das internationale Reformpaket Basel III, dass sie mehr Eigenkapital vorhalten und größere Liquiditätspuffer aufbauen. Folge für die Banken ist, dass sie sich neue Erlösquellen suchen oder ihre Bilanz schrumpfen müssen.
Mit den neuen EU-Vorschriften müssen Börsenbetreiber wie die Intercontinental Exchange (ICE) und die Deutsche Börse künftig überwachen, dass der Käufer bei einem Derivategeschäft zahlt und der Verkäufer liefert. Einbußen für die Banken entstehen dadurch, dass sie Börsengebühren zahlen und Sicherheiten hinterlegen müssen. Allein rund 80 Mio. Euro kostet laut Berater Kapffer die technische Anbindung von Handel und Abwicklung.
Anders als Standardprodukte - die den Großteil des außerbörslichen Marktes ausmachen - sollen Banken komplexere Derivate auch weiterhin untereinander handeln dürfen. Das könnte Banken dazu verführen, Schlupflöcher zu nutzen: "Investmentbanken könnten durch die neuen Vorschriften in weniger standardisierte Produkte getrieben werden", sagte Kapffer. "Dem muss mit deutlich höheren Eigenkapitalanforderungen für nicht zentral abgewickelte Derivate entgegengewirkt werden." Dies sei aber bisher nicht geplant. (APA, 26.3.2012)
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...dass nur dadurch dass etwas kontrolliert wird autom. Milliarden verloren gehen. Derivate werden ja nicht verboten - nur soll das Geschäft kontrolliert werden in Zukunft. Da sieht man wie lupenrein Geschäfte sein müssdn wenn bloss durch Kontrolle plötzlich Milliardeneinbußen passieren! Verrückt.
wird ja auch Zeit. Die Regulierungen gehen aber noch keineswegs weit genug. Und eine Finanztransaktionssteuer für die anderen Investmentunternehmen tut auch not! (Auch wenn es die derzeit anscheinend wider besseres Wissen nicht geben wird.)
Die Macht der Banken ist mir schon lange ein Dorn im Auge. Die Banken springen mit unserem Geld herum wie es ihnen passt. Das ist ein seltsames System in dem wir leben.
Banken sollen wieder das sein als was sie ursprünglich gedacht waren. Sie sollen unser Geld verwalten.
Teilweise wissen wir nicht für was unser Erspartes verwendet wird. Oft investieren sie in Atomprogramme, Kriege , Lebensmittelspekulationen uvm.
Oh Danke liebe Bank dass du mir einen Kredit gibts und verherrende Zinsen dafür verlangst. Wenn ich dir liebe Bank mein Geld leihe, bekomme ich selbstverständlich auch die gleichen Zinskonditionen die du von mir verlangst.
Es tut mir leid ich finde kein Mitleid für die Banken, die einfach schon zu viel Macht in unserer Demokratie haben.
Banken im traditionellen Geschäft - Zahlungsverkehr, Einlagen, Kredite, Wertpapiere über die Börse und ähnliches - werden wegen dieser neuen EU-Regel keine Verluste schreiben. - Das Derivatgeschäft hätte schon vor 15 Jahren geregelt werden müssen. Nur waren halt die Politiker schon damals gekauft, bzw. saßen in den Aufsichtsräten der Banken und Kontrollbehörden.
"...Banken drohen...", "Die Europäische Union plant...", "...werden die Banken voraussichtlich...", "Die EU will die Institute zwingen..."
Also, ich glaub das Blabla erst dann, wenn es umgesetzt ist. Da rinnt noch viel Wasser die Themse runter, bevor da was passiert. Und auch wenn es die EU morgen beschließen sollte [!], vor 2016 wird da garnichts umgesetzt. Aber bis dahin stehen wir eh schon längst wieder im Dreck.
als das Gedeihen der Wirtschaft?
Daß Unternehmen und Banken Gewinne machen, ist doch das Ziel JEDER Regierungsmaßnahme.
Wenn wirklich den Banken was weggenommen wird, so deshalb, damit DER STAAT SICH SELBST FINANZIERT.
Zu glauben, davon hätten dann seine Bürger was, ist eher blauäugig – angesichts dessen, wie die staatlichen Gelder heute eingesetzt werden – was man ja den Medien täglich entnehmen kann.
... an jeder Ecke eine Bank steht.
So habe ich vor langer Zeit einmal gehört.
Denn in den Geschäftslokalen unserer Städte brauchen wir nicht viele Banken sondern:
Gasthäuser, Fleischhauer, Friseure, Blumengeschäfte, Gemüse- und Feinkostläden, Fachgeschäfte, Fachbetriebe, ...
Ist das alles nun in den "Super"märkten zwischen den Bankfilialen verschwunden?
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