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Taschentücher können verbinden.
Was dem Hochsommer die Getränkebranche ist dem Frühling die Taschentuchindustrie. Man sollte ja meinen, jetzt ist alles gut. Luftig und duftig strömt sich's endlich durch die Wälder und Auen, die neue gute starke Sonne genießend. Aber nein, am auffälligsten sind die Triefnasen, die sich durch die Pampa stützen müssen, geschwächt vor lauter Allergie, halb blind durch Bindehautentzündungen und dergleichen.
Ich kann mich nicht erinnern, dies in meiner Kindheit so krass beobachtet zu haben, das liegt aber vielleicht daran, dass es in Tirol auf 1000 m wenig Pappeln gibt. Oder wogegen man hier so reagiert.
Wie auch immer, mir ist aufgefallen, letztens auf der Wiener Praterwiese, dass dieses kollektive Gieren nach Sonne und in Kauf nehmen der unangenehmen Begleiterscheinungen was Bindendes hat.
Verbindend
Wildfremde Menschen bieten sich Taschentücher an, ähnlich wie abends an der Bar Zigaretten. Und sie kommen so ins Gespräch. Pollen werden diskutiert, die neuesten Histaminwitze werden ausgetauscht, neue Allergietherapien besprochen und, was wirklich am auffallendsten ist, das Schönheitsbild ändert sich drastisch.
Die geschwollenste Nase bekommt die mit den wässrigsten Augen. Der Gesichtsausschlag wird besonders umworben, einerseits von der Dame mit den halbgeschlossenen Schwellaugen, andererseits von deren dauerniesenen Freundin.
Ausgeschlossen aus der Allergiker-Community
Und wenn sich die Pärchen gefunden haben, dann gehen sie miteinander heim. Schließen sich dort wahrscheinlich ein, für ein paar Wochen, weil draußen ist es ja ungemütlich, und außerdem braucht man ja nichts mehr zu suchen. Man hat einander gefunden im gemeinsamen Leid.
Da sitzen wir nun und schauen uns das an, wir paar wenige, die frei sind von jeder Allergie - und haben gar keinen Auftrag in der neuen Allergiker-Community, aber null. Wir fragen uns, ob sich deren Begeisterung füreinander nach Abklingen der Symptome hält. Hoffentlich nicht. Dann werden wir wieder bemerkt mit unseren faden schmalen Nasen, klaren, öden Augen und unserer langweiligen röchelfreien Art zu atmen. (Heidi List, derStandard.at, 26.03.2012)
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ist kein Schicksal. Ich habe die "Freude" seit rund 20 Jahren, habe das allerdings mit Hilfe von gut wirksamen Produkten der pharmazeutischen Indutrie recht passabel in den Griff bekommen ... und ... man muss sich als Allergiker ja nicht wirklich unbedingt während der Pollenhochsaison mitten im Grünen Prater in der Wiese wälzen
ur lustig heidi. ur. magst meine allergie haben? hm? nie wieder sport im freien bis juli? so spaßig. und man schaut so gut aus. so gut wie man sich fühlt. schminken geht nämlich aich gaaanz toll. als kind wars auch super. wennst keine 2m durch eine wiese laufen kannst, ohne dass du das gefühl hast du musst dir jetzt dann die haut vom unterschenkel reissen, weils so juckt.
na echt heidi. das nächste mal machst dich über behinderte lustig, weil die lustig zucken und dus den rhythmus nicht checks aber gern dabei sein würdest?
ich hoffe sie können sich bald mal wieder im lichte des scheinwerfers sonnen ... irgendwie scheint es ihnen an interesse an ihrer person zu mangeln, dass sie schon eine allergie herbeisehnen um ein taschentuch eines hilfbereiten mitbürgers zu erlangen. seit über zwei jahrzehnten quäle ich mich mit allergien durch die frühjahre ... pillen, hypersensibilisierung, hypnose, ernährungsumstellung, akupunktur, etc. alles probiert und nichts geholfen ... vielleicht kommt es ja bei ihnen auch mal durch, dann wirds ihnen besser gehen. aber was man dann hat schätzt man dann meistens auch nicht so sehr.....
Auch als definitiver Nicht-Allergiker find ich mich nur schwer in Frau Lists Blödsinn hinein.
Ich seh weder, dass "Pollen diskutiert werden , die neuesten Histaminwitze ausgetauscht oder Allergietherapien besprochen werden - oder dass sich am Schönheitsbild drastisch was ändert."
Alles was ich sehe sind Menschen, denen der Anbruch der schönen warmen Jahreszeit gründlich versaut wird.
Sich darüber lustig zu machen ist arm.
Richtig. Man kann viele Themen (halbwegs) lustig verpacken, aber in dem Fall ist das gründlich daneben gegangen. Die Allergiker, die ich kenn, sind froh, wenn der Frühling vorbei ist, für einige zieht sich das Ganze bis in den Herbst. Und ein paar besonders Unglückliche haben neben Heuschnupfen noch andere Allergien, z.B. gegen Tierhaare. Die finden den Artikel garantiert nicht lustig, sondern einfach nur blöd.
Sie können gerne meine Pollenallergien haben und sich an rinnender Nase, heftigem Niesen, juckenden Augen und all den anderen Symptomen erfreuen.
Ich freu mich dann, dass ich allergiefrei durch den Frühling gehen kann...
Schließe mich dem Poster "Der Biber" an - wirklich ein sehr selten dämlicher Artikel.
Die lustige Dame sollte aber bei ihrer Suche nach Provokation doch ein paar Grenzen des guten Geschmacks einhalten. Die Verächtlichmachung von Krankheiten zählt meiner Meinung nach dazu. Und, btw, Allergien sind uU mehr als ein laufendes Naserl.
Was kommt als nächstes, bei dem sich die xxx leider ausgeschlossen fühlt?
- Krebskranke mit Glatze
- Behinderte beim Rollstuhltreff
- achja, Judenwitze funktionieren in gewissen Kreisen auch immer
Ich bin schon gespannt und hoffe, Sie nehmen meine Vorschläge nicht auf.
selten dämlicher Artikel
Jeder Allergiker wäre heilfroh und würde seine Seele dafür verkaufen wenn er von dieser lästigen Krankheit befreit würde.
Würde Ihnen gerne mal meine brennenden Augen die verstopfte Nase oder die nächliche Atemnot für eine Saison zur Probe überlassen... dann sehen Sie was sie tolles verpassen.
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