"Geldsystem führt zu Krieg, Crash oder Revolution"

Interview |
  • Margrit Kennedy: "Ich bin weder optimistisch noch pessimistisch. Ich bin possibilistisch. Ich sehe, da ist eine Möglichkeit."
    foto: margrit kennedy

    Margrit Kennedy: "Ich bin weder optimistisch noch pessimistisch. Ich bin possibilistisch. Ich sehe, da ist eine Möglichkeit."

  • In "Occupy Money" zeigt Margrit Kennedy mehrere Alternativen auf: Zinsloses, umlaufgesichertes Geld steht dabei im Zentrum.
    foto: verlag

    In "Occupy Money" zeigt Margrit Kennedy mehrere Alternativen auf: Zinsloses, umlaufgesichertes Geld steht dabei im Zentrum.

Die Geldexpertin Margrit Kennedy hält nicht viel vom derzeitigen Geldsystem. Alternativen gibt es schon, sie gilt es zu erproben

Die Krise ist keine Verkettung unglücklicher Umstände. Davon ist Margrit Kennedy überzeugt. Seit 30 Jahren beschäftigt sich die deutsche Kapitalismuskritikerin mit dem vorherrschenden Geld- und Wirtschaftssystem. Genau darin verortet Kennedy auch das Problem: Langfristig kann das nicht funktionieren, Wachstumszwang und Umverteilung vertiefen den Graben zwischen jenen, deren "Geld für sie arbeiten kann", und jenen, die "für ihr Geld arbeiten müssen". Krieg, Crash oder soziale Revolution seien unvermeidlich. Im Gespräch mit derStandard.at erklärt Margrit Kennedy, warum es schwierig ist, Wodka gegen Limonade zu tauschen, welche (bereits funktionierenden) Alternativen es zu unserem Geldsystem gibt und warum das Geld wieder dem Menschen dienen muss und nicht umgekehrt. 

***

derStandard.at: Die jüngste Krise hält uns seit einigen Jahren fest in der Hand: Ausgehend vom US-Hypothekenmarkt krachte erst der Finanzmarkt, dann die Staaten, langsam rücken wieder die Banken ins Zentrum. Ist die Krise einfach Teil des vorherrschenden wirtschaftlichen Systems oder ist sie Ausdruck dessen, dass das System eigentlich nicht funktioniert?

Margrit Kennedy: Das derzeitige Wirtschaftssystem beruht auf einem brüchigen Fundament, einem Geldsystem, das zwei große Fehler hat von insgesamt etwa 30. Wenn man diese zwei Fehler nicht verstanden hat, kann man nicht verstehen, warum das, was im Moment passiert, immer wieder passieren wird, bis wir das Geldsystem ändern.

derStandard.at: Was sind die zwei großen Fehler?

Kennedy: Erstens beruht unser Geldsystem auf dem Prinzip von Zins und Zinseszins. Der weitaus größte Teil unseres Geldes wird dadurch kreiert, dass Schulden gemacht werden, und diese Schulden müssen verzinst werden. Der Zins allein wäre noch nicht so dramatisch. Doch mit Zins auf Zins, also Zinseszins, wachsen Schulden und Guthaben immer exponentiell, und diese Art von Wachstum ist im materiellen Bereich nur begrenzt möglich. Deswegen kann unser herkömmliches Geldsystem nur kurz- und mittelfristig funktionieren, langfristig aber nie. Es gibt drei "historische" Lösungen für dieses Problem: Krieg, Crash oder soziale Revolution. Wenn ich mir ansehe, was im Nahen Osten passiert, dann haben wir dort eine soziale Revolution, den Krieg mit dem Irak haben wir gerade hinter uns, jetzt geht es im Iran möglicherweise weiter. 

derStandard.at: Das alles liegt nur in unserem Wirtschaftssystem begründet?

Kennedy: Natürlich ist das Geldsystem nicht der einzige Grund für all das. Aber das exponentielle Wachstum verursacht einen enormen Wachstumszwang. Wenn Sie nicht mindestens den Zins für eine Investition wieder herausbekommen, dann investieren Sie erst gar nicht. Mit anderen Worten: Der Zins, den die Bank verlangt, wird zur untersten Marge für das, was Sie als wirtschaftlich betrachten. Dazu muss noch ein Gewinn kommen, damit man weiter investiert. 

derStandard.at: Was ist der zweite Fehler, den Sie angesprochen haben?

Kennedy: Der zweite Fehler ist die Umverteilung. Über den Zins wird ständig Geld umverteilt von 90 Prozent der Bevölkerung zu zehn Prozent, nämlich zu jenen, die "ihr Geld für sich arbeiten lassen" können. Wobei wir natürlich wissen, dass Geld nicht arbeitet, sondern nur Menschen und Maschinen. Das ist eines der kleinen "Nebelbömbchen", die Banken benutzen, um die Menschen davon abzuhalten, wirklich hinter das Phänomen Geld zu gucken.

Fast jeder, der Produkte erzeugt, muss der Bank Zinsen zahlen, die er dann wieder in die Preise weitergibt. Der Zinsanteil in allen Preisen für das, was wir zum Leben brauchen, beträgt durchschnittlich zirka 40 Prozent. Nun könnte man natürlich sagen: Das ist doch ein gerechtes System. Jeder zahlt Zinsen über die Preise, jeder bekommt Zinsen, wenn er spart. Doch wenn man genauer hinsieht, zahlen 90 Prozent dauerhaft über die Preise mehr Zinsen, etwa doppelt so viel, wie sie an Zinsen einnehmen, und zehn Prozent bekommen alles das, was diese 90 Prozent mehr zahlen, zu ihrem Einkommen aus Zinsen hinzu. Diese Summe, die von denen umverteilt wird, die für ihr Geld arbeiten, zu jenen, die ihr Geld für sich arbeiten lassen können, beträgt in Deutschland etwa 600 Millionen Euro pro Tag.

derStandard.at: Kritiker der Zinskritik behaupten, sie sei keine echte ökonomische Kritik und Lösungen würden auch nie angeboten. Haben Sie konkrete Vorschläge, wie unser Geldsystem anders funktionieren könnte?

Kennedy: In meinem neuen Buch "Occupy Money" finden Sie sieben bis acht Beispiele, wie man es anders machen kann. Eines, das seit 1965 in Schweden funktioniert, ist die sogenannte JAK-Bank (Jord (Land) Arbete (Arbeit) Kapital, Anm.). Es ist eine Mitgliedsbank, wo sich die Mitglieder quasi zinslos Kredite geben, dann aber auch zinslos sparen. Außerdem gibt es zahlreiche Komplementärwährungen wie zum Beispiel den WIR-Ring in der Schweiz, der 1934 von kleinen und mittleren Unternehmen gegründet wurde und bis heute funktioniert und etwa 60.000 Mitglieder hat. Diese bezahlen sich gegenseitig mit ihrer zinsfreien Parallel-Währung und regen damit den Umsatz ihrer Unternehmen an. Das hilft besonders in Krisenzeiten und erhöht in jedem Fall die Liquidität der Unternehmen.

derStandard.at: Das sind aber alles eher kleinteilige, regional verankerte Geschichten ...

Kennedy: Nein, das stimmt nicht. Das JAK-System ist ein nationales System in Schweden, das im ganzen Land funktioniert. Auch der WIR-Wirtschaftsring funktioniert national in 15 Regionen in der Schweiz. Wobei er interessanterweise in den deutschsprachigen Teilen der Schweiz wesentlich mehr benutzt wird als in den französischen.

derStandard.at: Aber könnte man damit auch international Geschäfte machen?

Kennedy: Es gibt durchaus Vorschläge für internationale Währungen. Ich beschreibe in meinem Buch eine CO2-Währung, die praktisch jedem Menschen auf der Welt das Anrecht gibt, eine bestimmte für den Planeten verträgliche Menge an CO2 in die Atmosphäre abzugeben. Die Leute, die weniger CO2 abgeben, könnten denen, die mehr abgeben, ihre Anteilsscheine verkaufen. Das kann man durchaus als Geld bezeichnen, weil man das dann auch verwenden kann, zum Beispiel um Energie oder Wasser zu kaufen.

Eine andere Möglichkeit wäre der Terra von Bernard Lietaer, der einem ganz anderen Grundprinzip folgt. Regierungen oder große internationale Unternehmen geben eine Währung heraus, die auf Lieferscheine international handelbarer Waren abgesichert ist. Die Lagerhaltungskosten für die Lieferung werden dabei auf den Geldhalter übertragen. Damit entsteht ein Umlaufimpuls, der völlig anders wirkt als der Zins. Statt einen positiven Anreiz zu schaffen, das Geld zu behalten, um möglicherweise mehr daraus zu machen, steigt mit den Lagerhaltungskosten der Anreiz, das Geld weiterzugeben, um nicht mit diesen Kosten belastet zu werden.

Lietaer hat große internationale Unternehmen wie Daimler-Benz, Siemens, Mitsubishi, Mitsui usw. darauf angesprochen. Diese Firmen beschäftigen riesige Countertrade-Abteilungen, die für den direkten Austausch von Gütern sorgen, um die Unsicherheit von Währungsfluktuationen bei langfristigen Verträgen zu vermeiden. Heute wird circa ein Drittel des gesamten Welthandels über Countertrade (dasselbe wie Barter oder direkter Gütertausch) bewältigt. So wird zum Beispiel Limonadensirup aus den USA gegen Wodka aus Russland getauscht. Bernard Lietaer fand, dies sei ein Rückschritt, weil es natürlich schwierig ist, genau die Menge Wodka zu bestimmen, die den Wert einer bestimmten Menge an Limonadensirup hat. Auch die Leiter der Countertrade-Abteilungen waren sehr angetan von dem Vorschlag, den Terra einzuführen. Doch keiner wollte bei der Einführung der Erste sein. 

derStandard.at: Das ist ja auch einer der Gründe dafür, dass es Geld gibt: verschiedene Waren und Dienstleistungen vergleichbar und auch tauschbar zu machen.

Kennedy: Genau. Geld ist eine Vereinbarung, etwas Bestimmtes als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Das können Muscheln sein oder Schafe oder Rinder oder Goldmünzen oder Papierscheine oder eben Zahlen in einem Computer. Es erleichtert den Handel seit Jahrtausenden. Ein Problem hatten wir aber noch nie: dass es eben nur ein System auf der Welt gibt, das wirklich anerkannt ist. Einerseits haben wir noch nie so effizient mit Geld gehandelt, in Sekunden können wir Milliardenbeträge um den Erdball jagen. Andererseits haben wir ständig Krisen, die ganze Länder betreffen und diesen Handel lahmlegen können.

In den Jahren zwischen 1970 und 2007 gab es nach den Zahlen des Internationalen Währungsfonds weltweit 124 Bankenkrisen, 326 Währungskrisen und 64 Schuldenkrisen. Letztlich rühren alle - ebenso wie die jetzige Krise - von dem oben genannten Systemfehler her und nicht (nur) von der Unfähigkeit von Bankern oder Politikern. Zum Schluss des sogenannten Aufschuldungsprozesses, der meistens nur ein Land oder eine Gruppe von Ländern betraf, haben noch alle Politiker und Banker immer versucht, den Zusammenbruch so lange wie möglich hinauszuzögern, ähnlich wie heute. Ich war damals in Argentinien, als der Peso zusammengebrochen ist, das war wirklich nicht besonders lustig. So ein Zusammenbruch einer Währung ist das Zweitschlimmste nach einem Krieg, was einem Land passieren kann. Das Neue an der heutigen Krise ist die weltweite Dimension. Einen weltweiten Zusammenbruch gab es noch nie.

derStandard.at: Griechenland hätte also mit einem Austritt aus dem Euro noch Schlimmeres vor sich als jetzt mit den rigiden Sparpaketen, die die Bevölkerung hart treffen?

Kennedy: Es gibt zwei bessere Lösungen für Griechenland. Das eine wäre ein echter Schuldenschnitt, also eine Staatspleite, und danach fängt man von vorne an. Das hat es schon oft genug gegeben. Das noch Bessere wäre ein Vorschlag, der von den Initiatoren, die den Chiemgauer (Regionalwährung, Anm.) eingeführt haben, kommt. Dabei geht es um "Expressgeld" statt Euro-Austritt für Griechenland, eine Komplementärwährung, die an den Euro gebunden wäre. In dem Papier wird ausführlich beschrieben, wie sich das Prinzip der Komplementärwährung auf ganz Griechenland übertragen ließe. Mit der Expresswährung würde nämlich alles geschützt, was innerhalb des Landes produziert wird. Alles, was von draußen kommt, würde um zehn Prozent teurer, alles, was man innerhalb des Landes produzieren kann, um zehn Prozent günstiger werden. Damit könnte die griechische Wirtschaft sich langsam erholen und dann auch irgendwann die Schulden zurückzahlen.

derStandard.at: Das würde wohl nicht von einem Tag auf den anderen gehen?

Kennedy: Die Frage ist, ob die Gläubiger so lange mitmachen und zu überzeugen sind, dass ein solches System funktionieren kann. Dass Resteuropa auf Dauer einen "Pleitestaat" aushält, ist sehr unwahrscheinlich. Alles, was wir jetzt gemacht haben, ist, das Ende so weit wie möglich hinauszögern. Dabei wäre es sinnvoll, sofort zu handeln und etwas grundsätzlich anderes zu machen.

derStandard.at: Warum tut man sich damit so schwer? Muss so eine Veränderung von unten kommen?

Kennedy: Ja, das ist richtig, glaube ich. Politiker können auch nur tun, was die Menschen verstehen. Wenn Frau Merkel morgen sagt: "Das mit dem Zins ist ein Problem. Deswegen reduzieren wir ihn und ersetzen ihn langfristig durch eine andere Umlaufsicherung des Geldes", dann wird sie übermorgen abgewählt, weil das keiner versteht. Das heißt, eine so grundlegende Veränderung muss von einem bestimmten Prozentsatz der Menschen - die Soziologen sagen, fünf bis zehn Prozent reichen aus - in einem Land verstanden werden. Darauf arbeite ich seit 30 Jahren hin und erlebe heute einen phänomenalen Unterschied zu der Zeit vor 2008.

Offensichtlich brauchen wir solche Krisen wie die Lehman-Brothers-Pleite, damit die Leute aufwachen und sagen: "Es muss doch auch anders gehen." Jetzt auf einmal entstehen alle möglichen neuen theoretischen Ansätze, ob das die Postwachstumsökonomie ist oder die Décroissance (Wachstumsrücknahme, Schrumpfung, Anm.), die Gemeinwohlökonomie oder Transition Towns ("Städte im Wandel", Nachhaltigkeit in Städten, Anm.). In all diesen Theorien ist wie selbstverständlich die Idee von Regionalwährungen enthalten. Man muss es eben erst einmal denken können, bevor man es auch machen kann. Ich bin sicher, sie gehört zu den wenigen Lösungen, die wir haben.

derStandard.at: Dennoch sind die ökonomischen Alternativtheorien noch immer Minderheitenprogramme.

Kennedy: Sie haben recht, aber alle sozialen Neuerungen haben klein angefangen. Ich glaube, es sehen inzwischen viel mehr Menschen als noch vor wenigen Jahren, dass wir grundlegende Veränderungen brauchen, und es gibt in der Entwicklung auch Sprünge. Wer hätte in den frühen 1980er Jahren an die Wiedervereinigung geglaubt, an den Fall des Eisernen Vorhangs, daran, dass wir über kleine, handliche Geräte mit Menschen in aller Welt sprechen können?

Es gibt demnächst einen kleinen, nichtöffentlichen Kongress in Berlin, wo sich etwa zehn bis 20 Ökonomen treffen, um einen fundierten Vorschlag für die seit dem 17. Januar 2011 neu einberufene Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität" zu diskutieren. Mögliche Einflüsse des Geldes und des Finanzsystems spielen in ihren Untersuchungen bisher kaum eine Rolle. Angesichts der täglich neuen Entwicklungen auf den Finanzmärkten gewinnen diese Fragen jedoch zunehmend an Brisanz. Aus den Diskussionen in der Enquête-Kommission und persönlichen Gesprächen mit Bundestagsabgeordneten verschiedener Parteien wissen die Initiatoren dieses Kongresses, dass verantwortliche Politiker dringend auf unabhängige Analysen und unkonventionelle Ideen warten, weil der Mainstream der Wirtschaftswissenschaft nicht ausreichend erklären kann, warum unsere Wirtschaft wachsen muss, um Wohlstand zu erhalten; warum die relative Armut trotz Wirtschaftswachstums steigt und warum es zu Wirtschaftskrisen kommt, sobald die Wachstumsraten fallen.

Ein unzureichendes klares Bild über die Funktionsweise des Kreditgeldsystems ist offenbar auch einer der Gründe, warum sich die zahlreichen Vorschläge für Verbesserungen und Reformen der Geld- und Finanzordnung bislang nicht schlüssig bewerten und einordnen ließen. Die Arbeitsgruppe hat sich mit dem Kongress zum Ziel gesetzt zu analysieren, ob sich Geld so neutral verhält, wie es die Wirtschaftswissenschaft in den meisten ihrer Modelle voraussetzt, oder ob die Konstruktion des Finanzsystems, das Geld selbst wirtschaftliches Wachstum mit antreibt. Inwieweit die Geldarchitektur auf Wachstum angewiesen ist, um ihre eigene Stabilität nicht zu gefährden. Und ob sich der Politik hier neue, bisher übersehene Gestaltungsspielräume eröffnen, um das Wachstumsparadigma zu überwinden.

derStandard.at: Sind Sie also optimistisch, dass sich etwas verändern wird?

Kennedy: Ich bin weder optimistisch noch pessimistisch. Ich bin possibilistisch. Ich sehe, da ist eine Möglichkeit. Und wenn wir genügend Menschen sind, die diese Möglichkeit ergreifen, dann kann sich etwas ändern. Wenn wir nicht genügend sind, dann wird sich nichts ändern. Dann werden wir wieder und wieder durch Crash, Krieg oder soziale Revolution durchgehen müssen. Ich finde, es ist an der Zeit, dass wir das Geldsystem und seine Auswirkungen genauer unter die Lupe nehmen und Alternativen erproben. (Daniela Rom, derStandard.at, 27.3.2012)

Margrit Kennedy (Jg. 1939) ist von Beruf Architektin und Städteplanerin. Seit 30 Jahren beschäftigt sie sich in Seminaren, Vorträgen und Büchern mit dem Thema Geld und Komplementärwährungen. 

Margrit Kennedy: Occupy Money. Damit wir zukünftig alle Gewinner sind. Verlag J. Kamphausen 2011, 112 Seiten, 10,30 Euro.

Links

monneta.org

JAK-Bank

WIR-Ring

Terra

Chiemgauer

Expressgeld für Griechenland

Share if you care
Posting 226 bis 275 von 2025
An all diejenigen

die jetzt nur (mehr oder weniger ausfällig) den Kopf schütteln über uns arme Unwissende, die so richtig gar nichts vom Geldwesen verstehen, und das lieber alles den Wissenden überlassen (inklusive TINA selbstredend): Wir armen Unwissenden haben die letzten Jahre erlebt, wie unser System, von dem wir alle existenziell abhängig sind, von den superklugen Wissenden beinahe an die Wand gefahren wurde.

Was genau ist eure Erwartung? Dass wir jetzt dem "wir haben doch alles im Griff, und im übrigen versteht ihr ohnehin nichts davon" trauen sollen? Hallo? Mehr als Präpotenz ist hier definitiv notwendig, um das Vertrauen zurück zu gewinnen.

Erwarten kann man nichts. Aber schoen waere, wenn mehr Leute...:

http://derstandard.at/plink/133... id25424509

Mit geld hat das problem überhaupt nichts zu tun

Sobald in irgendeinem system zusicherungen zukünftiger vermögenstransfers möglich sind, kann es ein zins- und zinseszins-system darstellen. Auch ohne geld. Du gibst mir heute 100 äpfel für das versprechen, nächstes jahr 110 von mir zu bekommen.

Das ist eigentlich auch kein problem. Ein problem wird es erst, wenn zinsgewinne nicht konsumiert oder investiert werden, sondern als gegenbuchungen zu schulden gutgeschrieben, ohne dass der schuldner seinerseits damit eigentum an produktionsmitteln erworben hätte.

Um das zu korrigieren, könnte man substanz und erbschaften besteuern und die einnahmen in öffentlichen konsum umwandeln. Wenn zugleich die steuern auf gute einkommen gesenkt würden, wäre das system nachhaltig auszubalancieren.

Hast aber einen Nebensatz vergessen:
> Du gibst mir heute 100 äpfel für das versprechen, nächstes jahr 110 von mir zu bekommen.

... Aber unter der Premisse dass nur du Äpfel erzeugen darfst. Dh. ich muss dann bis nächstes Jahr von irgendwem die Äpfel bekommen (dafür arbeiten) - aber auch der hat seine Äpfel von dir und muss dir irgendwann zurückgeben. usw. usf.

Aber keineswegs!

Ich unterzeichne den schuldschein über 110 äpfel. Die 100 äpfel, die du mir gibst, gebe ich einem tischler. Der gibt mir dafür die zusicherung, 2014 eine prima neptun-statue zu liefern. Die hat er von einem jäger, der sie beim zahnarzt gegen einen schuldschein über drei rosa badeenten getauscht hat, die er wieder...

Man kann das beliebig ausspinnen. Der witz ist einfach, dass geld nur den status eines symbols hat. Sehr praktisch. Aber letztlich irrelevant.

Was Sie hier perfekt beschreiben,

benutzt die Funktion des Geldes als Zählwerk.
N Enten = 1 Statue = m Äpfel = ...

Aber Geld kann noch mehr ;)

Kommt darauf an, was sie unter geld verstehen

Wenn sie damit das system der modulation ökonomischer prozesse durch austausch symbolischer nachrichten unter den akteuren, und der implementiertung symbolverarbeietender programme meinen: ja, das ist ein mächtiges und wohl auch nur teilweise verstandenes system.

Wenn man allerdings 'einheiten von währungen' meint: das sind 'nur' protokolle. Und jedes programm auf basis eines währungsprotokolls lässt sich währungsfrei übersetzen. Inklusive solcher konstrukte wie: 'wenn sich die schwankung der quoten beim gold-zu-sibertausch verringert, bekommen sie f(dv)% meiner birnenernte 2013. Für diese zusicherung sichern sie mir x% ihrer apfelenrnte 2017 zu' - geht alles, ganz ohne währung (obwohl die natürlich praktisch sind).

Hier sprechen Sie etwas an,

was ganz wenige verstehen.
Geld als Repraesentant eines absoluten Bezugssystemes versus Anteiile (von Aktien, der Ernte,..) als relatives.

Eine Option (Eventualforderung) kann durch Cash und Anteile des Underlyings dynamisch repliziert werden. Durch diesen Trick, den Black-Scholes Trick, entsteht ein risikoloses Mass.
Und dadurch wird der Markt, wenn er sich daran haelt, ein faires Spiel.

Aber in diesem Spiel kann sich der Cash auch heraus "kuerzen" und es entsteht oekonomische Transaktion mit wenig Cash. An Rohstoffboersen zB.

Ihr Beispiel stimmt, ihre Schlussfolgerung ist falsch.

Aehnliches Beispiel, anders rum: Ihre uebrigen Aepfel verfaulen, wenn sie nicht bald verkonsumiert werden. Jetzt will keiner ihre Aepfel. Also verfaulen sie. Wenn ich mir ihre Aepfel aber ausborge und ihnen in Zukunft dafuer frische zurueckgebe, verdanken Sie mir Aepfel zu haben, wenn Sie sie haben wollen. Dafuer kann ich aber z.B. 10 Aepfel verlangen. Fuer Sie heisst das: Negativzinsen

Also wie jetzt? Wie koennen beide Beispiele richtig sein? Ob Negativ - oder Positivzins sollte davon abhaengen, ob Kreditnachfrage(Positivzins) oder Kreditangebot (Negativzins) groesser ist.

Im gegenwaertigen GELDSYSTEM wird Geld dann aber gehortet. Das geht mit Aepfeln nicht (bzw. bei anderen Produkten gibt es Lagerkosten. Es ist also ein Geld-Phaenomen

das ist die conclusio: umverteilung

vorab ein kleiner einwand zu ihrem kommentar: der schuldner hat sich mit dem kredit sehr wohl etwas geleistet. er hat mehr konsumiert bzw. fehlinvestiert als sein einkommen zugelassen hätte. er hat seine situation heute auf kosten der zukunft verbessert.

letztlich haben sie aber recht. egal ob geldsystem oder nicht, ohne umverteilung muss es in einer marktwirtschaft immer zu einer konzentration von vermögen bei einigen wenigen kommen. nachdem die marktwirtschaft fairer und volkswirtschaftlich effizienter als jede planwirtschaft ist, müssen wir zur aufrechterhaltung des sozialen friedens und damit zur systemstabilisierung vermögen laufend umverteilen (und das gezielte wecken allzu vieler bedürfnissen einschränken).

ein großer (echter) Schuldenschnitt

ist immer eine Umverteilung von oben nach unten, weil die Gläubiger in der Regel nicht die armen sind..

eine andere (sanfte) Form der Umverteilung hat bisher nicht funktioniert, aber ich würde mich freuen das Gegenteil erleben zu dürfen...

Natürlich hat sich der schuldner was geleistet!

Die produktionskapazität kann ja auch nur ausgelastet werden, wenn sich für alles, was man produzieren kann, einer findet, der es sich leistet, es zu verbrauchen.

Gleichzeitig ist aber offenbar der unkorrigierte erwartungswert für das wachstum veranlagten kapitals über der wachstumsrate der wirtschaft. Was dait zusammen hängen könnte, dass rendite durch innovation vom system abgeildet wird, die korrespondierende entwertung veralteter investitionen aber nur unzureichend.

Kurzfristig kann man den widerspruch überspielen, indem kreditfinanzierter konsum organisiert wird. Das führt aber zu schuldenkrisen. Deswegen hielte ich eine korrektur durch einen negativen sockel der kapitalrendite - eben substanzsteuern - für wesentlich geeigneter.

Die Trennelinie zwischen durch Leistung entstandenen und durch Zins vermehrte Substanz ist aber ganz und gar nicht sauber hinzubekommen.

Ausserdem bleiben die Zinsen dann immer positiv und damit auch immer in den Konsumpreisen enthalten. Damit bleibt die Umverteilung durch den Zins erhalten. Das auch noch sauber wegzusteurn, ist dann nochmal schwieriger. Entweder ist es nicht gerecht oder leistungshemmend. Also lieber das Uebel an der Wurzel packen und Geld als eigenen Faktor auf die Wirtschaft neutralisieren.

Sparen geht uebrigens natuerlich auch bei Negativzinsen, denn werden die zu negativ, wird einfach auf andere Sparformen ausgewichen, Gold usw.

also

den zins mit negativem zins bekämpfen (substanzsteuern)

wie jetzt?

wirtschaftswachstum - ein gedankenexperiment

angenommen, es ließe sich politisch bzw. ökonomisch bewerkstelligen, ein globales nullwachstum einzuführen. natürlich käme es immer noch zu verschiebungen zwischen unternehmen, da neue produkte entstehen und andere verdrängt werden.

der technologische bzw. organisatorische fortschritt würde jedoch weiterhin zu produktivitätszuwächsen und damit zur freisetzung von immer mehr arbeitskräften führen. auch in diesem system würde sich die schere zwischen arm und reich öffnen. reich ist, wer noch arbeit hat bzw. wer es schafft, produkte teurer zu verkaufen als deren produktion inklusive zinsen kostet.

egal ob wirtschaftswachstum oder nicht bzw. geldsystem oder nicht: ohne umverteilung wird es immer zum aufgehen der schere kommen.

Alternative zum jetzigen Geldsystem?

Geld als das erkennen was es ist, ein Tauschmittel.
Verwenden kann man im Prinzip alles, Gold hat sich über Jahrtausende immer wieder durchgesetzt. Gold kann nicht einfach vervielfältigt werden. Keine EZB oder FED könnte so aus dem nichts Milliarden neue Währungseinheiten schaffen, und Firmen oder Staaten die schlecht wirtschaften damit fördern.

Wenn man den Leuten kein Geldsystem aufzwingen würde, würde sich vermutlich Gold als Währung durchsetzen.
Als Inflationsschutz wird es jetzt schon sehr viel verwendet.

Gold wird ja trotzdem noch "erzeugt".

Nur mit dem Unterschied, dass die Geldschöpfung (=Goldförderung) in den Händen von noch weniger Menschen wäre.

Mit dem Fördern von Goldvorkommen wäre man auf einmal steinreich, obwohl man keinerlei real benötigte Leistung erbringt.
Denn das Gold, das man fördert, dient ja nicht dazu echte Bedürfnisse zu befriedigen. Es wird nicht verwendet um damit irgendetwas herzustellen, sondern dient nur als Mittel zum Zweck.
Der Unterschied zum Geld ist also nicht so groß, außer dass der Aufwand unvergleichbar größer wäre und damit viele Ressourcen verschwendet würden.

MMn muss genau das Gegenteil passieren: Geldschöpfung in die Hand der Allgemeinheit (=in eine öffentliche Institution). Aber bitte politisch unabhängig!

Geld wird uns nicht aufgezwungen. Niemandem. Sie können ja versuchen, die Dinge des täglichen Bedarfs oder von mir aus auch ein Auto mit Gold zu bezahlen. Das wird sogar funktionieren. Wäre ich der Autohändler, würde ich es auch nehmen. Kompliziert und schwierig ist es halt und deshalb hat Gold nur mehr Sammelwert, wie Briefmarken, während die Bezahlung mit Geld schon ziemlich perfektioniert ist.
Wenn in wenigen Jahren das Zahlen mit dem Handy funktioniert, braucht man nicht mal mehr eine Geldbörse mitnehmen.

falsch

Es gibt ein gesetzliches Zahlungsmittel. Ein anderes zu verwenden ist verboten, der Autohändler darf kein Gold als Zahlungsmittel annehmen.

wobei noch zu erwähnen wäre, daß giralgeld auch kein gesetzliches zahlungsmittel ist - dh. es sollte sich keiner wundern, wenn er für seine pixel am bildschirm demnächst nichts mehr bekommt - nur papiergeld und münzen sind gesetzliches zahlungsmittel und MÜSSEN akzeptiert werden, blöd nur, daß jene die uns per gesetz zu dessen verwendung zwingen das zeug nichtmal selbst kontrollieren, auflegen oder in umlauf bringen dürfen sondern selbst verpflichtet sind sich das klump zu kaufen - insofern wären die geldrechte eigentlich als staatsgewlt zu definieren und in die verfassung aufzunehmen, ansonsten ist der wisch nämlich wertlos

Natürlich darf er. Wäre ja dumm, wenn er es nicht annehmen würde. Er wird es natürlich in Geld bewerten mit einem ordentlichen Sicherheitszuschlag.

Es ist doch ganz normal, dass man Sachwerte in ein Geschäft einbringt.

falsch - er will nicht - er MUSS es in Geld bewerten!

darin liegt ein kleiner aber feiner unterschied!

Ja natürlich, ein Haufen Gold oder der zurückgenommene Altwagen lässt sich in der Buchhaltung ohnehin nicht so buchen, da braucht es Zahlen.
Hier sieht man einen der besonderen Vorteile von Geld: Es schafft Transparenz und Vergleichbarkeit.

das nennt man "maßeinheiten"...

das hat nicht unbedingt etwas mit dem Begriff "Geld" zu tun. sie könnten theoretisch auch eine Buchhaltung nach gramm führen.... - das ergebnis wäre das gleiche...

Ja, eigentlich ist Geld auch eine Maßeinheit. Das dürfte bei der Bewertung von Vermögensbeständen ziemlich die selbe Funktion haben.

Wäre ja sonst Steuerhinterziehung.

Wäre aber unpraktisch und das Tausch Mittel würde bald knapp werden.
Ist doch praktisch wenn man Geld entwerten kann. Ein wichtiges Werkzeug dass man nicht hergeben soll.

Wenn das Tauschmittel knapp wird steigt der Wert. Wie früher als noch mit Salz gehandelt wurde.

Wie praktisch. Wo siehst du da den Vorteil? Interessant für Rohstoffspekulation und Gold verarbeitende Industrien...

Der größte Vorteil ist, dass die Staaten ihr schlechtes wirtschaften nicht über neues aus dem nichts gemachtes Geld ausgleichen können.
Die EZB kauft gerade Griechenland-Anleihen, die sonst keiner kaufen würde, für neu geschaffene Euros. Wenn diese am Markt landen wird unser Erspartes weniger wert.
Die EZB kann kein Gold aus dem nichts zaubern, also könnte man so verrückte Sachen nicht anstellen.

Die EZB kann das nicht.

Aber jene, die Goldminen besitzen, könnten.

Gold ist selten, und jede Mine gibt irgendwann nichts mehr her, oder der Aufwand steigt enorm.
Also ja, Gold kann man auch konzentriert fördern.
Aber man kann nicht die aktuelle Goldmenge in einer Woche verdoppeln, wie beim Euro.
Eine Hyperinflation ist mit Gold nicht möglich.
Nichts hat einen festen Tauschwert, denn der wird in den Köpfen der Leute gemacht, aber das stabilste Tauschmittel der letzten 1000 oder mehr Jahre ist Gold und Silber.
Jede Papierwährung ohne Wertdeckung ist irgendwann genau das Wert was Hubert von Goisern andeutet, seinen Heizwert.

Da zeigt sich ja gerade der Vorteil von Geld. Es lässt sich wertkorrigieren indem man die Menge ausweitet oder einschränkt.

Vorteil?

Es lässt sich vom Staat so viel Geld herstellen (als Kredit leihen), dass das Geld der kleinen Leute seinen Wert verliert. Und keiner kann was dagegen machen. Schau dir mal die Steigerung der Geldmenge der letzten Jahrzehnte an. Das ist eine "versteckte" Steuer. Man muss uns nicht 10% höher besteuern, man macht einfach das Geld 10% weniger wert.

Wenn Geld seinen Wert verliert (Inflation) ist es völlig unabhängig, ob das kleinen Leuten gehört oder anderen (was soll das eigentlich für eine Unterscheidung sein?)

Wenn man Geld als Tauschmittel nutzt das zeitnahe wieder ausgegeben wird, sind die wenigen Prozent Inflation völlig unerheblich.
Schlecht ist Inflation für die sogenannten Sparer, die Geld langfristig ansparen und sich daraus einen Ertrag erhoffen. Aber das ist ohnehin ein Missbrauch des Tauschmittels der durch Inflation bestraft wird.

Mit "uns" meinen Sie vermutlich solche Leute. Für jene wie mich, die ihr Einkommen aus täglichen Geschäften oder Arbeit finanzieren, ist die Inflation ziemlich egal. Es steigen ja auch die Löhne und Preise mit.

Wie machen sie das bei einer Privatpension, dass sie das Geld als Tauschmittel zeitnahe wieder ausgeben?

Sie meinen eine Rente, für die man, den Versprechungen auf hohe Renditen folgend, ein Arbeitsleben lang angespart hat und dann meint, in der Rente ordentlich viel Geld zu haben?

Das sind im Grunde auch Sparer. Diese Leute werden draufzahlen. Das hätte man sich aber schon am Anfang denken können, dass es keine gute Idee ist, Verträge abzuschließen wo das Geld 30 Jahre oder sogar länger weg ist.

Wer für die selbe Summe jedes Monat Silberbarren kauft, ist reich wenn er in Pension geht.
Hoffe ich zumindest, denn das ist meine Taktik. :)

Wenn Sie einen besonderen Grund haben, gerade in Silber zu vertrauen - dann ist es eine gute Strategie.

Wenn Sie keine besonderen Kenntnisse haben, die Ihnen gerade für Silber Vorhersagen ermöglichen - wäre vermutlich günstiger, auf mehrere Pferde zu setzen.

Reich an Silberbarren schon. Die Frage ist dann, welchen Wert Silber haben wird. Der wird vermutlich wieder in Geld ausgedrückt.

Spaniens Eroberer brachten viel Gold nach Hause

aber statt Reichtum kam ein Wirtschaftszusammenbruch: wegen der Inflationierung...

Sowas ist zwar momentan nicht absehbar, aber dass dann mit vollster Rücksichtslosigkeit nach Gold geschürft werden würde ist ganz sicher.

ad komplementärwährungen

komplementärwährungen wie der WIR oder time money in japan/USA können das konventionelle geldsystem nicht ersetzen, sondern - wie die bezeichnung schon sagt - ergänzen es. nachzulesen bei bernd lietaer. das sollte frau kennedy dazusagen.

geld macht den austausch von waren und dienstleistungen unendlich einfacher. ob es sich nun buchgeld, goldmünzen, zeitguthaben, co2-zertifikate oä handelt ist dabei nebensächlich. im prinzip funktionieren alle gleich: sie repräsentieren einen tauschwert.

findige, kreative menschen würden auch ohne geldsystem reich werden. sie hätten dann halt immobilien, bodenschätze, unternehmen usw. sie schaffen es, arbeit und kapital so zu kombinieren, dass neue produkte mit gewinn verkauft werden können.

wenn die geldmenge expotentiell steigt

geht der tauschwert irgendwann gegen null..
drum muss die geldmenge unter kontrolle gehalten werden, am besten mit einer deckung, wie diese deckung im detail aussehen kann darüber kann man diskutieren, sie sollte aber in jedem fall plausibel sein....

Eben. Fleissige Leute schaffen sich überall ihren Wohlstand. Geld ist halt ein perfektes Werkzeug, die Geschäfte möglichst einfach abzuwickeln.

Aber das scheint manchen nicht zu gefallen und deshalb erfinden sie Regionalwährungen, die dann nur in bestimmten Geschäften ausgegeben werden können. Kein Wunder, dass das nicht läuft.

Regionalwährungen können ebenso viel Sinn machen

wie der sogar von großen Konzernen und Firmen gepflogene Naturalientausch (s.g. "barters"). Eine Weltwährung macht hingegen aus Gründen von zur Zeit noch sehr unterschiedlich leistungsfähigen und verschiedenartig strukturierten Volkswirtschaften sehr wenig Sinn. Vor allem dann, wenn die übliche Handels- oder Leitwährung Probleme bereitet. So ist beispielsweise unbestritten, daß sich Argentinien von seiner Staatspleite im Jahre 2002 ohne Aufgabe der unvorteilhaften Peso-Dollar Bindung und entsprechender Abwertung nur sehr schwer hätte wirtschaftlich erholen können.

http://de.wikipedia.org/wiki/Arge... nien-Krise

Naja, Abwertung ist halt die einfachere Methode. Mir fällt da immer jetzt Griechenland ein, wenn manche meinen, würden die Griechen eine eigene Währung haben könnten sie diese abwerten und währen im Tourismus wieder konkurrenzfähiger: Das geht auch mit dem Euro, man braucht nur die Preise zu senken. Staatspleite ohne eigene Währung funktioniert halt dann so wie in Griechenland: Mit einem Kapitalschnitt.

Argentinien ist für eine Regionalwährung wie ich sie meinte eher zu groß. Ich dachte da an Dinge wie den Chiemgauer, den sie mir beim Bäcker manchmal als Wechselgeld andrehen wollen.

"Das geht auch mit dem Euro, man braucht nur die Preise zu senken." - Das wäre ein EIngriff in Zivilverträge. Inflation ist einseitig machbar.

Ja. Aber durch den Eingriff würden auch die Griechen lernen, dass sie nicht jedes Jahr die Preise und Löhne erhöhen können sondern dass es auch umgekehrt gehen kann.
Eigentlich könnte man den Euro als Bildungsmaßnahme sehen. Die Griechen werden das schon noch lernen. Sind eh auf dem richtigen Weg.

Funktioniert ja hier in Österreich auch. Ein Zimmer in einem Oberkärntner Bergdorf ist viel billiger als eines im Zentrum von Wien. Obwohl alle die selbe Währung haben.

Wie konkret wollen Sie die Unternehmen zwingen, billiger zu verkaufen?

Oder die Arbeitnehmer, billiger zu arbeiten?
Das geht nur bei denen, die keine Wahl haben - die Qualifizierteren - und ohne die geht's nicht - werden abwandern.

Auch dder Zimmervermieter im Kärntner Bergdorf setzt seine Preise selbst fest. Und vermietet nur, weil sich's für ihn lohnt.

Zwingen? Man kann einen Unternehmer nicht zu billigeren Preisen zwingen. Die richtige Reaktion des Kunden, wenn etwas zu teuer ist, ist: Nicht kaufen.
Wer zu teuer ist verkauft halt nichts mehr.
Ob der Unternehmer dann die Preise senkt um wieder mehr zu verkaufen oder nicht und eben auf den Waren sitzenbleibt, ist dem seine Sache.

Und bei den Arbeitnehmern ist es auch nicht anders. Auch Arbeit hat einen Preis der am Arbeitsmarkt eine Rolle spielt. Ein gut qualifizierter Arbeitnehmer wird auch mehr bekommen, wenn er gut ist. Und wenn er im Ausland mehr bekommt, dann wird er eben abwandern. Oder er findet hier einen Unternehmer, der ihn halten will, dann wird der eben weit mehr zahlen müssen, als dem weniger Qualifizierten. Ganz einfach.

Posting 226 bis 275 von 2025

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.