Tausende demonstrieren in Tunis für islamischen Staat

Islamistische Demonstranten fordern Anwendung der Scharia

Tunis - Tausende Tunesier haben am Sonntag in Tunis für einen islamischen Staat auf der Grundlage der Scharia demonstriert. "Das Volk will die Anwendung der Scharia", rief die Menge im Zentrum der Hauptstadt mit Blick auf die islamischen Gesetze. Nach Angaben eines Polizeibeamten vor Ort nahmen zwischen 8000 und 10.000 Menschen an der Kundgebung teil. Die Proteste richteten sich auch gegen die jüngste Schändung mehrerer Moscheen. Dies sei ein "nicht hinnehmbares Verbrechen" und ein "provokativer Akt", hieß es.

Anwendung der Scharia

"Die Anwendung der Scharia ist eine Pflicht und nicht nur ein Slogan" und "Die Muslime sind eine Nation und die Scharia verbindet sie", war auf Transparenten von Anhängern der illegalen Partei Hizb Ettahrir (Partei der Befreiung) zu lesen. "Die Tunesier, die sich einer Anwendung der Scharia in der künftigen Verfassung widersetzen, sollen wissen, dass allein der Islam die Freiheiten und die Grundrechte der Menschen garantiert", sagte der Demonstrant Mahdi Habib.

Proteste auch gegen Islamisten

Am 20. März, dem Unabhängigkeitstag Tunesiens, hatten sich auf der zentralen Bourguiba-Straße mehrere tausend Bürger versammelt, um einen modernen, demokratischen Staat zu fordern und gegen die "rückwärtsgewandte Geisteshaltung" der Islamisten zu protestieren. Bei der Wahl zur verfassunggebenden Versammlung Ende Oktober hatte die islamistische Ennahda-Partei die meisten Sitze erhalten. Mitte Dezember verabschiedete die Versammlung eine Übergangsverfassung und bestimmte eine neue Regierung. (APA, 25.3.2012)

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mehrheitlich unterstützen

das ist jetzt keine kritik, sondern es interessiert mich wirklich: gibt es für diese mehrheitliche unterstützung belege?

natürlich gibt es die

die "exil-tunesier" waren nämlich wahlberechtigt.

diese exil-tunesier lebten/leben im liberalen, toleranten und freien westen und haben trotzdem (oder deswegen?) mehrheitlich die stockkonservativen islamistischen parteien gewählt.

war sogar hier im standard zu lesen
da waren die multikulti-träumer plötzlich ein bisserl "schmähstad"

ich würd das gern nachlesen - hast zufällig einen Link? Dann brauch ich nicht suche :-)
Danke!

fürs erste:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wahl... siens_2011

die auslandstunesier hatten 18 mandate zu vergeben.
sie entschieden sich 9 davon an die islamistenpartei zu geben.

Das ist richtig und man kann es gar nicht oft genug wiederholen, weil doch jahrelang behauptet wurde, Islamisten seien eine verschwindend kleine Minderheit.

Anstatt sich weiterzuentwickeln, entwickeln sich diese Leute zurück. Nur noch eine Frage der Zeit, bis sie den aufrechten Gang verlernen.

In Wien wäre so etwas

eine FPÖ Kundgebung inclusive fanatischem Anhang

stimmt, seh ich ähnlich.

Na, wenigstens

fordern die nicht die Einführung der Sharia.

Derart "gutgemeinte" Vergleiche zur heimischen Parteienlandschaft sind wirklich entbehrlich.

oder vielleicht sind sie dem heimischen rechtsradikalismus gegenüber toleranter eingestellt als dem ausländischen radikalislamismus...?

die sharia forderns nicht, aber im prinzip seh ich da keine grossen unterschiede, was reflexionsvermögen, toleranz bzw fanatismus bei den anhängern anbelangt

"fordern Anwendung der Scharia"

Ja dann wendet halt an, kein Problem!

Meine einzige Forderung: Grenzen hermetisch dicht vor Malta und Sizilien.

Man sollte die "arabische Revolution" umbenennen in "Frühling der Salafisten" oder "Saudia Arabia - How I Learned To Love The Influence Of Money".

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