Iberia startet Billig­fluggesellschaft

Iberia-Beschäftigte protestierten mit Streiks - die Gewerkschaft befürchtet den Verlust von bis zu 5.000 Arbeitsplätzen

Madrid - Mit Flügen von Madrid nach Alicante, Málaga, Palma de Mallorca und Sevilla hat die spanische Billigfluggesellschaft Iberia Express ihren Betrieb aufgenommen. Die Iberia-Tochter verfügt zunächst über vier Flugzeuge. Sie will ihre Flotte bis zum Jahresende auf 14 Maschinen ausbauen und 20 Ziele in Spanien und anderen europäischen Ländern anfliegen.

Iberia Express wolle 2012 insgesamt 2,5 Millionen Passagiere befördern, sagte Geschäftsführer Luis Gallego. Die Fluggäste konnten ihre Tickets zunächst nur über die Muttergesellschaft erwerben. Die Tochter will ihren Online-Verkauf in der kommenden Woche starten.

Die Gründung der Billigfluggesellschaft war bei den Iberia-Piloten und anderen Beschäftigten auf heftige Proteste gestoßen. Die Piloten traten wiederholt in den Streik. Ein Schlichtungsverfahren soll zu einer Lösung des Konflikts führen. Die Gewerkschaften drohten mit weiteren Streiks, wenn das Verfahren scheitert.

Die Pilotengewerkschaft Sepla hatte seit Dezember an insgesamt 12 Tagen Streiks gegen die Gründung von Iberia Express organisiert. Die Tochterfirma soll sich auf Flüge innerhalb Spaniens und Europas spezialisieren, so dass die Muttergesellschaft sich auf die lukrativen Transatlantikrouten konzentrieren kann. Sepla hält eine solche Auslagerung der Kurz- und Mittelstrecken für illegal, weil sie gegen die Kollektivverträge verstoße. Außerdem befürchtet sie den Verlust von bis zu 5.000 Arbeitsplätzen. (APA, 25.3.2012)

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